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Woher hat der Schulweg seinen Namen? Foto: Anna Korf
Geschichte

Straßennamen in Eimsbüttel: Der Schulweg

Was bedeuten die Straßennamen in Eimsbüttel? Und wie kommt es, dass eine Hauptverkehrsader ganz ohne Schule zum Schulweg wurde? Wir klären auf.

Von Vanessa Leitschuh

Im Zentrum Eimsbüttels liegt der heute stark befahrene Schulweg. Er verläuft zwischen dem Doormannsweg und der Straße Im Gehölz und kreuzt die Verkehrsadern Osterstraße und Fruchtallee. Es ist kaum mehr vorstellbar, wie die heute vierspurige Straße bei ihrer Entstehung wohl einmal ohne Verkehr ausgesehen haben mochte. Eine Schule gibt es im Schulweg nicht mehr, ihren Namen hat sie dennoch behalten.

Diesen erhielt sie bereits 1864, als viele Dorfstraßen Eimsbüttels benannt wurden. Damals war Eimsbüttel noch eine „Dorfschaft“, erst 1874 wurde es zum Vorort und 1894 schließlich zu einem Stadtteil Hamburgs. Der bisher unter den Dorfbewohnern gebräuchliche Name Schulmeistergang wurde mit der Festlegung der Straßennamen zum Schulweg verkürzt. Doch wie kam es zu dem Namen Schulmeistergang?

Die erste Dorfschule

Die erste Schule in Eimsbüttel wurde von Syndikus Wolder Scheele im Jahr 1693 als private Armenschule gegründet. Bis dahin mussten die Eimsbütteler ihre Kinder, falls sie unterrichtet werden sollten, in Eppendorfer Schulen schicken. Da die Wege dorthin jedoch weit und beschwerlich waren, ließ Scheele auf einer abgelegenen Koppel seines Grundstücks ein Schulhaus bauen und stellte einen Lehrer ein. Zwar mussten die Kinder ein kleines Schulgeld zahlen, doch für den größten Teil der Unterhaltungskosten kam Scheele selbst auf. Diese erste Schule lag auf dem Schulkamp an der Ecke Schulweg und Osterstraße. Schulkamp wurde das Gelände zwischen dem heutigen Schulweg, Henriettenweg, Eppendorfer Weg und der Osterstraße genannt.

Im Jahr 1830 wurde ein neues Schulgebäude errichtet, das ausreichend Platz bot, um rund 50 Kinder zu unterrichten. Die einstöckige Schule wurde von einem Käsehändler geleitet, der nebenbei auch eine Gastwirtschaft mit Kegelbahn betrieb. Die meisten Kinder wurden erst im Alter von zehn oder elf Jahren eingeschult und bekamen Lese- und Religionsunterricht. Das sollte für die Armen genügen, wer Schreiben oder Rechnen lernen wollte, musste mehr bezahlen.

Straßennamen in Eimsbüttel: Der Schulweg. Foto: Geschichtswerkstatt Eimsbüttel / Landesmedienzentrum
Die Eimsbütteler Dorfschule Ecke Schulweg / Osterstraße wurde 1878 abgerissen. Foto: Geschichtswerkstatt Eimsbüttel / Landesmedienzentrum

Es dauerte nicht lange, bis auch der Neubau nicht mehr ausreichend Platz für alle Eimsbütteler Schüler bot. Obwohl Napoleon 1813 mit seinen Truppen anrückte und bis auf den Heußhof und einige umliegende Häuser Eimsbüttel niederbrannte, wuchs das Dorf danach rasant. Sowohl Bauernhäuser als auch Landsitze wurden neu aufgebaut. Bis 1825 zählte Eimsbüttel schon wieder 364 und bis 1873 bereits 6.663 Einwohner.

Ein festlicher Umzug

Damit drängten auch immer mehr Kinder in Eimsbüttels Schulen. Bis 1844 war die Schülerzahl so gewachsen, dass sich das Dorf bei der Stadt Hamburg um eine öffentliche Volksschule bemühte. Es dauerte 26 Jahre, bis der Senat die Wolder Schelesche Armenschule als öffentliche Schule übernahm und sich zu einem Neubau durchrang. Am 21. April 1871 wurde der Grundstein für das Schulgebäude an der Osterstraße 68 gelegt. Ein Jahr später bezogen 120 Jungen die neue Schule. In einem Festzug liefen die Kinder der alten Schule mit dem damaligen Hauptlehrer Walter durch den ganzen Ort zur neuen Schule in die Osterstraße 68. Die bisher einklassige Schule hatte von nun an vier Klassen. Es dauerte nur sechs Jahre, bis sich die Zahl der Schüler versechsfacht hatte und ein weiteres Gebäude gemietet werden musste.

Doch nicht nur Eimsbüttel, auch ganz Hamburg benötigte mehr und mehr Bildungsstätten. Nach Einführung der Schulpflicht 1870 wurden bis 1889 siebzig neue Schulen in der Hansestadt gebaut. In Eimsbüttel entstanden die Schulen am Eppendorfer Weg, an der Hohen Weide und am Moorkamp. Nun gab es Volksschulen, in denen Mädchen- und Knabenschulen in einem gemeinsamen Baublock untergebracht waren und sich eine Turnhalle sowie den Schulhof teilten. Zuvor mussten Eimsbütteler Mädchen in der Altonaer Straße/Schanzenstraße zur Schule gehen oder eine private Mädchenschule besuchen.

Der Schulweg heute

Das alte Schulgebäude an der Ecke Schulweg/Osterstraße hatte allerdings noch nicht ganz ausgedient: Der Eimsbütteler Frauenverein richtete dort eine „Warteschule“ ein – einen Vorläufer der heutigen Kita. Hier wurden noch nicht schulpflichtige Kinder neun bis zwölf Stunden am Tag beaufsichtigt. Im Jahr 1878 wurde das Gebäude schließlich abgerissen. Und auch die Gemeindeschule an der Osterstraße gibt es nicht mehr, sie wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Der Name Schulweg ist geblieben.

Heute findet sich im Schulweg unter anderem das Einrichtungshaus Cramer Wohnvilla und das Pianohaus Huster. Geradezu ein historisches Relikt ist das seit 1890 am Schulweg ansässige Traditionsgeschäft Leder Israel, das der Sattler- und Tapeziermeister Nicolaus Israel mit eigener kleiner Fabrik damals eröffnete. Auch zwei Parks liegen in unmittelbarer Nähe des einstigen Schulmeistergangs: der Wehbers Park und der Eimsbütteler Park am Weiher.

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