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Woher hat die Bellealliancestraße ihren Namen? Foto: Fabian Hennig
Magazin #14

Straßennamen in Eimsbüttel: Bellealliancestraße

Was haben eine ungewöhnliche Liebesbeziehung und ein verlorener Kampf mit der Namensgebung der Bellealliancestraße zu tun? Wir klären auf.

Von Vanessa Leitschuh

Die Bellealliancestraße, von ihren Bewohnern liebevoll Belle genannt, verläuft zwischen Weidenallee und Eimsbütteler Chaussee. Wenngleich die Geschichte ihres Namens von einer verheerenden Schlacht und einer aufsehenerregenden Liebesbeziehung erzählt, ist die Bellealliancestraße eine eher ruhige Wohnstraße.

Die Schlacht von Belle Alliance

Die Bellealliancestraße wurde 1870 angelegt. Dass sie in die Waterloostraße übergeht, macht die Verbindung zur letzten Schlacht Napoleon Bonapartes bei Waterloo naheliegend. „Belle Alliance“ war der Name des Gasthauses, in dem Napoleon damals wenige Kilometer von Brüssel entfernt sein Hauptquartier aufschlug.

Während Waterloo nicht nur in die Geschichte, sondern auch in den Sprachgebrauch einging – und „sein Waterloo erleben“ zum Inbegriff der endgültigen Niederlage geworden ist – wurde auch der Name des Gehöfts bekannt. Denn bis ins 20. Jahrhundert war die Bezeichnung „Schlacht von Belle Alliance“ in Deutschland und Preußen die geläufigere.

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Während der britische Befehlshaber Wellington den Sieg über Bonaparte nach dem nahegelegenen Dorf Waterloo benannte, gab Blücher, Generalfeldmarschall der preußischen Truppen, den Geschehnissen den Namen „Schlacht von Belle Alliance“. Dieser schien ihm im Hinblick auf die siegreiche Koalition besser zu passen. Ob er wusste, woher der Name des Gasthauses rührte? Dieses trug seinen Titel damals seit rund 50 Jahren und war einer Liebschaft zwischen dem jungen Knecht und der älteren Wirtin des Hauses geschuldet. Doch wie kam der Name schließlich nach Hamburg?

Hamburgs Kinohochburg Eimsbüttel

In den auf die Schlacht folgenden Jahren war der Namenszusatz „Belle Alliance“ kein ungewöhnlicher und eine Erinnerung an die berühmte Schlacht vom 18. Juni 1815, an der auch freiwillige Kämpfer aus Altona beteiligt waren. So gab es in den 1820er Jahren auch in Hamburg Gaststätten wie jene am Schulterblatt, die den Namen „Timm’sche Wirthshaus Belle Alliance“ trug.

Das Wirtshaus wurde später zu einem Hotel umgebaut, in das 1906 das „Theater lebender Photographie“ einzog. Mit 1.911 Plätzen galt das Kino 1908 als das größte Lichtspieltheater Hamburgs. Eine 35 Quadratmeter große Leinwand und ein Zwanzig-Mann-Orchester zählten zu der Ausstattung.

Der Betreiber, James Henschel, war ein jüdischer Kaufmann und einer der Kinopioniere Hamburgs um die Jahrhundertwende. Das Kino am Schulterblatt an der Ecke Eimsbütteler Straße war bereits das zweite, das er eröffnete. Beinahe jährlich folgte ein weiteres. Zu dieser Zeit entwickelte sich Eimsbüttel zu einer wahren Kinohochburg.

Die „Arisierung“ der Hamburger Kinos

Doch bald begannen die Nationalsozialisten gegen „ausländische und jüdische Filme“ zu hetzen, prophezeiten eine „Zersetzung und Verseuchung des deutschen Volkes“ durch „rasse- und wesensfremde Einflüsse“ im Filmgewerbe. Es folgte die „Arisierung“ der Hamburger Kinos: Solche, die nach nationalsozialistischer Definition in jüdischer Hand waren, gingen nach und nach in „deutschen“ Besitz über. So waren bis 1936 alle jüdischen Kinobetreiber Hamburgs enteignet.

Das einst imposante Lichtspieltheater wurde 1943 im Zweiten Weltkrieg zerstört. Geblieben ist die rund 300 Meter nördlich gelegene Bellealliancestraße. Heute vereint sie Wohnen, Gastronomie und Einkaufen – eine „Belle Alliance“ an der Bellealliancestraße.

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