Baumkrankheit in Eimsbüttel: Alle Eschen im Niendorfer Gehege betroffen
In Europa breitet sich das Eschentriebsterben aus. Auch in Eimsbüttel sind Bäume betroffen. Warum die Umweltbehörde dennoch Entwarnung für das Ökosystem gibt.
Von Jasper KarinIn Europa bedroht das „Falsche Weiße Stengelbecherchen“ immer mehr Eschen. Der Pilz lässt die Bäume schwarz werden und absterben. Auch vor Eimsbüttel macht das „Eschentriebsterben“ keinen Halt.
Was hat es mit dem Eschentriebsterben auf sich?
Der Pilz breitet sich seit 18 Jahren in Europa aus und befällt hauptsächlich die Gemeine Esche. Er kommt ursprünglich aus Ostasien. Trotz seines fröhlichen Namens kann der Pilz für die Artenvielfalt der Bäume gefährlich werden. Außerdem birgt er ein Risiko für Menschen: Wenn abgestorbene Äste abbrechen, können sie auf Personen treffen.
Was ist das Falsche Weiße Stengelbecherchen?
Der Pilz dringt über die Blätter ins Innere der Esche ein. Dort breitet er sich wie Schimmel an den Nährstoffbahnen des Baumes aus und tötet das Gewebe. Von außen sieht man dort schwarze Stellen. Wie bei einem Haus, in dem immer mehr Wasserrohre verstopfen, kommt oben in der Baumkrone kein Wasser mehr an. Die Esche verliert ihre Blätter und stirbt von innen heraus ab.
So stark ist Eimsbüttel betroffen
Im Bezirk Eimsbüttel stehen rund 500 Gemeine Eschen. Sie machen knapp zwei Prozent aller Bäume im Bezirk aus, sagt Alexander Fricke, Sprecher der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft Hamburg. In Alleen, wie in der Frohmestraße oder Schwenckestraße, und im Niendorfer Gehege stehen die meisten Eschen.
Kay Becker vom Bezirksamt Eimsbüttel gehe davon aus, dass sämtliche Eschen im Niendorfer Gehege von dem Pilz befallen sind. Dennoch bleiben manche Eschen resistent. Im Niendorfer Gehege werden seit Ausbruch stark befallene Eschen gefällt – und im Bezirk werden kaum noch Gemeine Eschen gepflanzt.
Die Rot-Esche ist eine Alternative
Die Folge: Der Bestand der Gemeinen Esche schrumpft. Zwischen 2020 und 2024 wurden nur 24 Gemeine Eschen gepflanzt – in den letzten zehn Jahren davor waren es noch 204, sagt Fricke. Das sei allerdings kein Problem für das Ökosystem. „Bei einem Prozentanteil von knapp zwei Prozent hätte selbst der vollständige Verlust der Eschen lediglich lokale Auswirkungen auf Einzelbaumstandorte und Baumreihen.“
In diesem Fall weiche man einfach auf andere Baumarten aus, wie den Bergahorn, den Spitzahorn, die Buche oder die Eiche. Auch die Rot-Esche ist eine Alternative, da ihr der Pilz nichts anhaben kann.
Forschungsarbeiten laufen
Währenddessen feilen Forscherinnen und Forscher deutschlandweit an Methoden, den Pilz einzudämmen. Beispielsweise forscht man an einem Bakterium, das den Pilz bekämpft. „Aufgrund bislang überschaubarer Ausfälle hatte das Thema in Hamburg jedoch keine Priorität in der eigenen Forschung“, meint Fricke.
lokal. unabhängig. unbestechlich.
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