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Stefanie Arndt geht in wenigen Tagen zum 11. Mal mit der Forschungseisbrecher Polarstern auf Expedition. Foto: Archiv Stefanie Arndt
Stefanie Arndt geht in wenigen Tagen zum 11. Mal mit dem Forschungseisbrecher Polarstern auf Expedition. Foto: Archiv Stefanie Arndt
Forschung

Eimsbüttelerin erforscht Antarktis: „Klimawandel ist real“

Zur Arbeit zu gehen, bedeutet für Stefanie Arndt an manchen Tagen, sich auf einer Eisscholle in der Antarktis absetzen zu lassen. Warum sie in wenigen Tagen zur nächsten Expedition aufbricht und was sie in puncto Klimawandel frustriert.

Von Julia Haas

Wenn die Landmassen verschwinden, ist da nur noch das Blau des Ozeans – und unendliche Weite. Irgendwann tauchen die ersten Eisberge auf, der blaue Ozean färbt sich weiß. Es sind Eindrücke, die für Stefanie Arndt nie zur Routine werden. In wenigen Tagen tritt sie zum 16. Mal eine Expedition in die Kälte an. Mit einem Forschungsteam reist die Meereisphysikerin aus Eimsbüttel in die Antarktis.

Arndt: Die Polarregionen verändern sich

Ihr Job ist es, den Schnee und seine Strukturen in den Polarregionen zu untersuchen. Das Wissen darüber ist essentiell, um die Auswirkungen des Klimawandels zu verstehen – und darauf reagieren zu können.

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Über Stefanie Arndt

Stefanie Arndt ist Meereisphysikerin am Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven und Professorin an der Universität Hamburg. Sie hat die größte Arktisexpedition der Geschichte begleitet – die MOSAiC: Ein Jahr lang war sie mit anderen Wissenschaftlern auf dem Forschungseisbrecher Polarstern im Nordpolarmeer unterwegs.

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„Die Polarregionen verändern sich, ob wir wollen oder nicht“, sagt Arndt. Ihre Aufgabe ist es, diese Veränderungen zu erfassen – und zu ergründen. Auf ihren Expeditionen untersucht sie, wie dick das Meereis und die Schneedecke sind und wie sich ihre Struktur im Laufe der Jahre verändert hat. Daten, die später helfen können, Klimamodelle zu präzisieren.

Verständnis für den Klimawandel schaffen

Zur Arbeit zu gehen, bedeutet für Arndt an manchen Tagen, sich auf einer Eisscholle absetzen zu lassen. Dort in absoluter Stille zu stehen, während neben ihr ein Wal auftaucht, mache ihr immer wieder die Besonderheit des Planeten bewusst. Die Faszination für die Natur treibe sie an, stets wiederzukommen und weiterzuforschen.

Ihre Eindrücke will Arndt nicht nur in Fachkreisen teilen. Ihr sei es wichtig, all das nach draußen, in die Gesellschaft, zu tragen. Denn: „Der Klimawandel ist real, wir können nicht wegschauen.“ Sie wolle in diesem Kontext nicht über Verbote sprechen, sondern Verständnis schaffen.

Gesellschaft muss laut werden

Arndt ist überzeugt, dass das funktioniert. Wenn sie vor Menschen auftritt oder in Schulen geht, habe sie das Gefühl, dass die Gesellschaft bereit sei, das Thema anzugehen. Manchmal sei sie überrascht, wie viel Schülerinnen und Schüler über die Polargebiete und den Klimawandel wüssten. In ihrer eigenen Schulzeit sei das kaum Thema gewesen. „Das zeigt, es ändern sich Dinge, und es bringt etwas, sich einzusetzen“, sagt sie.

Dass die Politik aktuell viele Rückschritte mit Blick auf den Klimawandel mache, frustriere sie. Dennoch sei sie überzeugt, dass die Gesellschaft gemeinsam so laut werden könne, dass die Politik nicht mehr wegschauen könne.

Expedition: Fernab des Alltags

Ihr eigener Weg in die Polarforschung begann eher beiläufig. Ein Poster beim Tag der offenen Tür der Universität Hamburg machte sie neugierig. Wenige Jahre später stand sie im Rahmen ihres Bachelorstudiums zum ersten Mal in der Antarktis – und kehrte immer wieder zurück.

In der Schule begeisterte sich Arndt für Mathe und Physik, in der Polarmetereologie landete sie durch einen Zufall - sie hofft, junge Menschen für eine Karriere in diesem Gebiet inspieren zu können. Foto: Archiv Stefanie Arndt
In der Schule begeisterte sich Arndt für Mathe und Physik, in der Polarmeteorologie landete sie durch einen Zufall – sie hofft, junge Menschen für eine Karriere in diesem Gebiet inspirieren zu können. Foto: Archiv Stefanie Arndt

Mehrere Wochen oder sogar Monate fern von Eimsbüttel zu sein, sei eine Herausforderung. Wenn zu Hause etwas passiert, gibt es keinen schnellen Rückweg. Umso wichtiger sei der Rückhalt durch ihren Mann, ihre Familie und Freunde. Obwohl jede Expedition auch eine Trennung auf Zeit bedeutet, würde sie sie nie aufhalten, ins Eis am anderen Ende der Welt aufzubrechen.

In ihrem Buch „Expeditionen in eine schwindende Welt“ hat Arndt Erkenntnisse und Anekdoten ihrer Forschungsreisen festgehalten.

Einblicke in die anstehende Expedition gewährt Arndt mit einer Kollegin online. Auch wir wollen mit Stefanie Arndt während ihrer Expedition in Kontakt bleiben und Euch hier auf dem Laufenden halten.


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