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Hier findet demnächt eine Selbsthilfegruppe für Frauen mit Krebs statt. Foto: Lukas Görlitz
Die Treffen sollen ab Dezember im AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM HAMBURG stattfinden. Foto: Jakob Görlitz
Gesundheit

Unterstützung bei Krebs: Eimsbüttelerin gründet Selbsthilfegruppe

Eine Krebsdiagnose verändert das Leben von Viola Kienast. Auf der Suche nach Austausch und Unterstützung trifft sie in einem Online-Forum auf Gleichgesinnte. Heute möchte sie anderen betroffenen Frauen helfen und gründet eine Selbsthilfegruppe in Eimsbüttel.

Von Ella Schinkel

Wenn entferntere Bekannte ihr von Krebserkrankungen berichteten, war Viola Kienast immer betroffen. „Und doch schiebt man das meistens schnell wieder weg“, sagt sie. Dann erkrankt die heute über 60-Jährige selbst an Krebs und merkt, wie wichtig der Austausch mit anderen Menschen gerade in einer solchen Lebenssituation ist.

Austausch im Netz

Im Online-Forum der Frauenselbsthilfe Krebs trifft Kienast auf Gleichgesinnte. „Der Austausch war total herzlich und empathisch“, erinnert sie sich. Die Gespräche mit anderen Betroffenen geben ihr Kraft und helfen ihr, mit der Erkrankung umzugehen. Und doch fehlt ihr etwas: der persönliche Kontakt. 

Heute ist Kienast krebsfrei. Ihre Erfahrungen möchte sie nun nutzen, um anderen Frauen zu helfen. Dafür absolviert sie eine Weiterbildung zur Selbsthilfecoachin. Dort trifft sie auf die ebenfalls Betroffene, Silke Vogel. Gemeinsam beschließen die Frauen eine eigene Selbsthilfegruppe in Eimsbüttel zu gründen, leiten wollen sie die Treffen gemeinsam.

info

Krebserkrankungen in Deutschland

Rund 1,7 Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer Krebserkrankung, die in den vergangenen fünf Jahren diagnostiziert wurde. Die häufigste Krebsart bei Frauen ist laut Robert Koch-Institut Brustkrebs: Etwa jede achte Frau in Deutschland erkrankt im Laufe ihres Lebens daran.

Gemeinsam durch schwere Zeiten

„Gerade befinden wir uns noch in der Gruppenbildung“, erzählt Kienast im Gespräch mit den Eimsbütteler Nachrichten. Doch schon bald soll es losgehen. Jeden ersten und dritten Dienstag im Monat soll die Gruppe ab Dezember zusammenkommen. Der Treffpunkt steht bereits fest: Dank einer Kooperation mit dem AGAPLESION DIAKONIEKLINIKUM HAMBURG kann die Gruppe dort einen Raum nutzen. 

Die Treffen sollen vor allem Raum für Begegnungen und Gespräche bieten, sagt Kienast. Gemeinsam könnten sich die Frauen unterstützen, Erfahrungen austauschen und einander durch die verschiedenen Phasen ihrer Erkrankung und Therapie begleiten. Kienast ist dabei wichtig zu betonen: Auch Männer sind in der Gruppe willkommen. Hier sollen alle die Unterstützung finden, die sie brauchen.

Dabei soll sich jedoch nicht alles um die Krankheit drehen. „Wir wollen nicht in unserer Krankheit stagnieren“, sagt sie. Stattdessen möchte Kienast auch schöne, unbeschwerte Momente schaffen. Geplant sind deshalb neben den Gesprächen beispielsweise gemeinsame Kreativabende.

Ein mutiger Schritt

Dass der Schritt in eine Selbsthilfegruppe nicht für alle leicht ist, weiß Kienast. „So eine Gruppe ist natürlich auch nicht für jeden etwas“, sagt sie. Noch immer sei das Thema Selbsthilfe mit Vorbehalten verbunden. Trotzdem möchte sie betroffene Frauen ermutigen, einfach einmal vorbeizuschauen. 

„Ich spreche immer wieder mit Menschen, die sagen, der Eintritt in eine Selbsthilfegruppe sei ein wichtiger Schritt gewesen.“

Um telefonische Anmeldung wird gebeten: 0172 4341169 


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