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Hauptgebäude der Universität Hamburg. Foto: Katharina Kuhn
Viele Studenten wissen jetzt nicht mehr, wohin. Foto: Katharina Kuhn
Universität Hamburg

Auf der Jagd nach Exzellenz

Zum Beginn seiner zweiten Amtsperiode zieht Universitätspräsident Dieter Lenzen positive Bilanz. Nach einem eigens durchgeführten Meta-Ranking gehört die Universität Hamburg zu den zehn besten deutschen Hochschulen. Exzellent ist die Uni dadurch jedoch nicht.

Von Fabian Hennig

2010 wurde Dieter Lenzen von der Freien Universität Berlin abgeworben, um als Reformator die Uni Hamburg zu modernisieren und an die Spitze der deutschen Forschung zu bringen. Im März hat Lenzen nun seine zweite Amtsperiode angetreten und wird die Uni bis 2022 weiterführen. Bei seiner Antrittsrede zog der Präsident eine positive Leistungsbilanz seiner zurückliegenden Arbeit und stellte dabei die Ergebnisse eines Meta-Rankings vor, das eigens von der Universität durchgeführt wurde.

Universitäre Rankings

Die Hochschule belegt in diesem den neunten Platz und gehört somit zu den Top Ten in Deutschland. Für die Analyse wurde auf weltweit etablierte Ranglisten (THE, QS, US News, ARWUCWTS, NTU) zurückgegriffen, auf die sich viele Hochschulen beziehen – von Bielefeld bis Harvard. All diese Rankings beziehen sich auf unterschiedliche Kriterien unter anderem die Höhe der verfügbaren Fördermittel, Anzahl der Zitationen und Internationalität der Mitarbeiter und Studenten. Die Ergebnisse der Ranglisten zusammengenommen ergeben der Universität Hamburg zufolge ein rundes Gesamtbild und den Platz unter den zehn besten Hochschulen in Deutschland. Lenzen freut sich über diese Entwicklung, „die es künftig unmöglich machen dürfte, von der Universität Hamburg als einer mittelmäßigen Universität zu sprechen“.

Trotz der guten Positionierung, darf sich die Uni Hamburg jedoch nicht zur Elite zählen. Zur „Elite“ gehören Hochschulen in Deutschland nur, wenn sie die Förderlinien der sogenannten Exzellenzinitiative erfüllen. Derzeit gibt es davon elf Stück, darunter die Humboldt-Universität zu Berlin, die Ludwig-Maximilians-Universität München oder die Universität Heidelberg. Ausgezeichnet wurden diese für ihre Graduiertenschulen, Forschungsschwerpunkte und ihr Zukunftskonzept.

Vor sechs Jahren versuchte auch die Uni Hamburg in der dritten Runde der Exzellenzinitiative Gelder aus dem Fördermittel-Pott zu bekommen. Die Bewerbung scheiterte jedoch, da Graduiertenkollegs nicht ausreichend existierten. Christian Matheis vom Präsidialamt betont allerdings, dass der Antrag „im Übrigen sehr positiv bewertet“ wurde. Nach der positiven Evaluation des bisherigen Verfahrens soll die Exzellenzinitiative in Zukunft fortgeführt werden. Auch die Universität Hamburg wird sich Matheis zufolge, trotz gutem Meta-Ranking, wieder bewerben.

Kritik an der Elite

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Universität Hamburg bewertet das Exzellenzprojekt hingegen weniger optimistisch. Es sorge dafür, dass die verfügbaren Fördergelder lediglich unter knapp einem Dutzend Universitäten aufgeteilt werde. Die ökonomisch verwertbare Forschung stehe zudem im Mittelpunkt. Kleinere Fächer bleiben hingegen auf der Strecke. Dadurch werde die Interdisziplinarität und das Universelle der Universitäten zerstört. Zudem wirft der AStA der Exzellenzinitiative vor, dass die breite Masse der Studenten nicht von den Fördermitteln profitiere, weil mehr in die Forschung investiert wird als in die Lehre, wie der AStA in einem Thesenpapier feststellt.

Der AStA der Universität Hamburg setzt sich daher aktuell gegen die Exzellenzinitiative ein. Dafür wurde die Aktiven- und Interessengruppe „Uni für alle statt Exzellenzinitiative“ eingerichtet, um „die positiven Entwicklungen an der Uni Hamburg in Studienreform, Demokratisierung und gesellschaftsverantwortlicher Wissenschaft auszubauen und dafür die nötigen Finanzmittel aus der öffentlichen Hand zu erstreiten“.

Lenzen und die Hochschul-Rankings

Noch 2012 war auch Dieter Lenzen kein Freund von Hochschul-Rankings. In dem Jahr kündigte er an, dass die Universität Hamburg sich nicht mehr an Ranglisten beteiligen werde, weil diese oft methodologische Fehler aufwiesen. Im selben Jahr hielt er beim Wissenschaftsrat einen Vortrag, in dem er die Aussagekraft von Rankings bezweifelt. Diese könnten gefälscht werden und würden teilweise unter Absprache stattfinden. Sein generelles Fazit: „Wer sich dieses Geschehen, etwa als Außerirdischer vom Sirius kommend, betrachtet, der muss sagen: Die spinnen, die Erdlinge.“

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