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Christmas Mission – (Im)possible: Weihnachtsessen

Dieses Jahr am Heiligabend mal keine Würstchen mit Kartoffelsalat, keine ganze Gans und Karpfen. Zu fett und zu tierisch. Dieses Jahr mal alles ganz anders – nahrungstechnisch voll im Trend. Weihnachtsmenü mit Attila. Nein, nicht der Hunnenkönig sondern DER Vegan-Guru schlechthin. Und der, der in seinem Porsche Ledersitze hat. Doch das ist wieder ein anderes Thema. Kolumne von Manuela Lundgren.

Von Manuela Lundgren

Zu verdanken haben wir die Idee der weihnachtlichen Nahrungsumstellung auf vegan – wie sich herausstellt einer mega Streßnummer vier Tage vor Weihnachten – meiner, von mir heißgeliebten Tochter. Seit drei Monaten, also für ihre subjektive Zeitwahrnehmung schon immer, ernährt sie sich nur noch vegan. Humus müsste ihr eigentlich schon aus den Ohren quellen!

Und da ich ja eine weltoffene, allem Neuen gegenüber aufgeschlossene Frau bin und sowieso denke, ich müsste mich schon länger viel gesünder ernähren, aber vor allem eine liebende Mutter bin, nehme ich die Challenge an und bin bereits im Besitz des Buches von Herrn A.H. mit dem Untertitel: die 30 Tage Challenge. Ok – müssen ja nicht gleich 30 Tage sein, aber zumindest am höchsten Tag der Christen, am Heiligabend, kann man sich ja mal auf den pflanzlichen Turbo einlassen. Die Herausforderung beginnt allerdings schon beim Einkauf. Habe gerade für runde 180 Euro im Naturkostladen, selbstverständlich alles Bio, die Grundausstattung für die vegane Küche gekauft. Wohlgemerkt nur die Grund-Nahrungsmittel! Laut Buch soll sich mein Leben in nur wenigen Tagen von Grund auf ändern. Tut es jetzt bereits: bei den Ausgaben für Lebensmittel.

Vegan weckt sexuelle Bedürfnisse?

Aber welchen Preis ist man nicht bereit, für tollen Muskelaufbau, deutliche Gewichtsabnahme und angenehm neutralen Körpergeruch zu zahlen. Ist doch klasse, nicht unterm Tannenbaum zu müffeln und dazu noch mit strafferer Haut und jüngerem Aussehen Weihnachten in der Küche zu stehen. Jetzt ist das Motto : Equip yourself! Oder auf Deutsch: entsprechende Kochutensilien müssen besorgt werden. Vitaminmixer, Dehydrator, Spiralschneider (für die Pasta aus Gemüse) stehen auf der Einkaufsliste. Lerne sämtliche Haushaltswarengeschäfte in Eimsbüttel kennen und grinsende Verkäuferinnen, die vom separiert aufgestellten „Vegan-Tisch“ zielsicher den Spiralschneider reichen mit der Bemerkung: „Na, Sie auch auf dem Trip? Soll ja irre was bringen. Euphorische Glücksgefühle und steigende sexuelle Bedürfnisse.“ Ok , so detailliert wollte ich es eigentlich gar nicht wissen. Schwer bepackt und mit leichtem, sehr leichtem Geldbeutel, ging’s nach Hause.

„Was soll denn das ganze Vogelfutter hier“, begrüßte mich mein Mann. „Nee, das is‘ doch wohl nicht dein Ernst, oder?“ Doch von solch despektierlichen Bemerkungen lasse ich mich nicht verunsichern und stelle das vegane Weihnachtsmenü zusammen. Erster Gang: Zucchiniloni mit Kürbis-Oliven-Füllung, danach Quinoa-Linsen-Schiffchen und als Dessert Cashew-Pannacotta. Stelle fest, dass ich für die Zubereitung zu wenig Töpfe habe, will noch mal los und fehlende Töpfe kaufen, doch da ist es meinem Mann zu viel. Es wäre doch total absurd, alle Traditionen über Bord zu schmeißen. Gans sei immer perfekt gewesen, gab es auch schon bei seiner Mutter und überhaupt… schließlich hätte sich unser Sohn ja auch zu Weihnachten einen Fleischdörrer gewünscht, um sich sein heiß geliebtes Beef Jerky selber machen zu können und jetzt sollen wir alle Körner- und Gemüseesser werden, wo unser Sohn doch bei allem Grünen rot sieht?? Und er im übrigen auch.

Kehrtwende

Ich halte kurz inne. Nach bereits einer Minute muss ich meinem Mann uneingeschränkt recht geben. Das geht normalerweise nie so schnell. Sofort wird die Gans bestellt und Rotkohl geschnippelt. Wäre ja auch zu schade, darauf verzichten zu müssen. Und ehrlich gesagt: der Anblick einer saftigen und fetthaltigen Gans (sonst schmeckt sie ja nicht) lässt bei mir eher euphorische Glücksgefühle aufkommen, als der von Schiffchen mit grün-braunen Linsen-Füllungen. Und meine Tochter? Die kann ja die Beilagen essen. Ich muss ja nicht verraten, dass Rotkohl nur richtig lecker ist, wenn in Schweineschmalz gekocht.

Ich wünsche allen einen entspannten kulinarischen Weihnachtsabend!

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