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Der Paternoster nach dem Zwischenfall. Foto: Peter Gutzeit, Mitglied der Bezirksversammlung

Fahrrad + Paternoster = Unfall

Am Montagabend versuchte ein Abgeordneter der Bezirksversammlung inklusive Fahrrad mit dem Kettenaufzug das Bezirksamt zu verlassen. Bei der Fahrt nach Unten verkeilte sich sein Gefährt.

Von Lena Jürgens

Burkardt Müller-Sönksen von der FDP wollte eigentlich nur sein Elektrofahrrad vor Diebstahl schützen. Da er nicht das richtige Schloss dabei hatte, entschied er sich dafür, das Rad kurzerhand mit hoch zum Sitzungssaal zu nehmen, in dem der Kerngebietsausschuss tagte. Bei dem Weg nach oben mit dem Fahrstuhl war das auch kein Problem. „Als nach der Sitzung alle nach unten wollten, war da eine große Schlange. Ich hätte drei-, viermal warten müssen, obwohl ich Termindruck hatte“, erklärt uns der Abgeordnete am Telefon.

Für Eilige bietet sich das Prinzip des Paternosters an: Die Einzelkabinen laufen einfach weiter, ohne anzuhalten. Das verkürzt die Zeit, die man in dem Aufzug verbringt – man muss nicht warten, wenn andere aus- oder einsteigen.

Das ist passiert

Müller-Sönksen beschreibt im Interview mit den Eimsbütteler Nachrichten den Unfallhergang: Er hatte sein Rad zunächst senkrecht auf das Hinterrad gestellt. Als ihm das Fahrrad dann in einem Moment der Unachtsamkeit aus der Hand rutschte, verhakte sich der Sattel unter dem Fußbrett des Einstiegs nach außen hin. Dadurch wurde das gesamte Elektrorad nach oben und das Vorderrad gegen die Decke der Paternosterkabine gedrückt. „Es knirschte, es machte auch einen Knall“, beschreibt Müller-Sönksen das Geschehen. Er habe zunächst versucht, das verkeilte Fahrrad herauszuziehen, was ihm schließlich dadurch gelungen sei, dass er es ein Stückchen nach oben drückte. Währenddessen bewegte sich der Kettenfahrstuhl weiter. „Irgendwann wurde der manuell angehalten“, berichtet Müller-Sönksen. Auch sein Abgeordnetenkollege Peter Gutzeit von der Partei Die Linke hörte ein „Krachen und Bersten“. Den Eimsbütteler Nachrichten sagt er: „Der Paternoster blieb plötzlich stehen, hielt auf halben Etagen.“ Er und eine Kollegin seien noch aus dem Paternoster „herausgekrabbelt“.

Demnächst kommt das Schild vor dem Paternoster wahrscheinlich wieder weg. Foto: Annika Demgen
Foto: Annika Demgen

Nach dem Unfall sei der zu diesem Zeitpunkt noch fahrtüchtige Paternoster noch zweimal manuell angeschaltet worden, gibt Müller-Sönksen an. Beim zweiten Anschalten sei wohl eines der gelösten Bretter in das Getriebe des Aufzugs geraten. Gutzeit zufolge hat man versucht, den Aufzug so weiterzufahren, dass am nächsten Morgen niemand mehr einsteigen kann. Dann habe es abermals ein Krachen gegeben. Verletzt wurde niemand.

Und jetzt?

Wie hoch der Schaden genau ist und wann der Paternoster wieder in Betrieb genommen werden kann, ist nach Aussagen des Bezirksamts noch unklar. Müller-Sönksen berichtet, er habe auch sofort nach Verlassen des Fahrstuhls dem Hausmeister Bescheid gegeben und sich am nächsten Morgen umgehend mit dem Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke in Verbindung gesetzt.

Müller-Sönksens eigenes Fahrrad hat den Unfall halbwegs überstanden; im Vorderreifen sei sogar noch Luft gewesen, gibt er an. Im Vordergrund stehe jedoch erst einmal, dass der Fahrstuhl schnell wieder repariert wird. Er werde sich auch mit seiner Versicherung in Verbindung setzen. „Ich stehe dazu und werde auch dafür gerade stehen“, so Müller-Sönksen.

Der zweite Paternoster im Bezirksamt ist ebenfalls außer Betrieb. Schon 2011 ist dort wohl ein ähnliches Malheur vorgefallen, allerdings war eine Leiter anstelle eines Fahrrads involviert.

Wird das erst kürzlich aufgehobe Fahrverbot für Nicht-Eingewiesene jetzt wohl wieder eingeführt? Wir werden sehen …

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