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Quelle: Verkehrsbehörde Hamburg

Fahrradstraßen an der Alster

Die Radfahrer in Hamburg sind auf dem Vormarsch. Am meisten benutzen sie die Strecken links und rechts der Außenalster. Grund für den Senat, dort komfortable und sichere Wege zu planen. Die so genannten Fahrradachsen sollen gleichzeitig auch mehr Platz für die Fußgänger schaffen.

Von Anja von Bihl
Quelle: Verkehrsbehörde Hamburg
Das soll besser werden. Quelle: Verkehrsbehörde Hamburg

Verkehrszählungen an Werktagen haben ergeben: Am Westufer der Außenalster, also in dem Bereich, der zum Bezirk Eimsbüttel gehört, fahren mehr Räder als Autos. Es sind nicht nur Ausflügler und Sportler. Bei Befragungen an vier Tagen kam heraus, dass drei Viertel der Radfahrer auf dem Weg zur Arbeit und zurück unterwegs waren.

Diese Angaben präsentierte Olaf Böhm von der Verkehrsbehörde am Montag im Kerngebietsausschuss der Bezirksversammlung. Er stellte vor, wie sich die Behörde die Lösung vorstellt: Auf 4,5 der insgesamt 7 Kilometer an der Alster sollen die Straßen in Fahrradstraßen umgewandelt werden, durch einen breiten Grünstreifen von den Fußgängerwegen an der Alster getrennt. So sollen sich beide nicht mehr ins Gehege kommen. Der grüne Parkcharakter im Alstervorland und im Alsterpark bliebe damit auch erhalten.

Entschleunigung

Fahrradstraße bedeutet: Hier haben Fahrräder Vorfahrt; für Personenwagen, Lieferverkehr und die Stadtrundfahrten heißt es: „Anlieger frei“. Auf diesen Fahrradachsen gilt Tempo 30. Die bereits bestehenden Parkplätze sollen weiterhin benutzt werden können. „Unser Ziel ist es ja nicht, den Autofahrern den Krieg zu erklären,“ sagt Böhm.

Aus dem Ausschuss kommen Bedenken: Mittelweg und Rothenbaumchaussee seien doch jetzt schon sehr belastet und müssten dann noch mehr Autoverkehr aufnehmen. Olaf Böhm meint, das Kraftfahrzeugaufkommen auf dem westlichen Alsterufer sei sowieso bereits sehr viel niedriger als früher, bedingt durch die Sperrung am Generalkonsulat der USA.

Apropos Konsulat. Wie wolle die Behörde da etwas umbauen, da sei doch gar kein Platz, wird gefragt. Dort soll laut Böhm zunächst alles bleiben, wie es derzeit ist. Vielleicht sei das Konsulat nächstes Jahr weg, Bemühungen für einen Umzug seien ja bereits im Gange. Erst dann könne man auch an dieser Stelle an eine Umgestaltung denken.

Wenig Zeit zum Mitreden

Wird hier „schnell-schnell“ an den Bürgern vorbei geplant, wie mehrere Ausschussmitglieder befürchten? In der Tat bestehe der Wunsch, bereits in diesem Jahr ein kleines Teilstück des Harvestehuder Weges als Fahrradstraße einzurichten, teilt Olaf Böhm mit. Doch wolle man durchaus mit den Bezirken und den Bürgern zusammenarbeiten.

Dem Kerngebietsausschuss jedenfalls brennt das Thema auf den Nägeln. Es wird in die nächste Sitzung am 29. September vorgezogen. Und weil die Tagesordnung an dem Tag sowieso schon umfangreich ist, muss notfalls etwas anderes vertagt werden.

Anlaufstelle für Bürgerwünsche

Ab dem 9. September will die Behörde an der Außenalster einen Container aufstellen, der an wechselnden Orten jeweils vier bis fünf Tage geöffnet wird. Dort sollen Interessierte die Gelegenheit bekommen, ihre Sorgen und Anregungen für die geplanten Fahrradachsen vorzubringen.

Hier gibt es ausführliche Informationen über das Vorhaben.

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