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Engagieren sich für Familien, die von HIV-Infektionen betroffen sind: Sigrid Ruppel (l.), Leiterin der Beratungsstelle, und Sibyl Peemöller, Sozialpädagogin bei "VHIVA KIDS". Foto: Magdalena Gärtner
Beratungsstelle für Familien

Familienleben mit HIV: Auswege aus der Tabuzone

HVIVA KIDS berät seit vielen Jahren Familien, die von HIV betroffen sind. Vor allem schwangere Frauen, die an dem Virus erkrankt sind, leiden unter negativen Reaktionen. Der Verein bietet Auswege aus der Tabuzone.

Von Magdalena Gärtner

„Herzlichen Glückwunsch, Sie sind schwanger!“– für viele Frauen die schönste Nachricht überhaupt. Aber was, wenn kurz darauf auch ein HIV-Test positiv ist?  Schock, Ratlosigkeit, gefolgt von der Frage: Wie geht es weiter? Der Verein „Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Hamburg e.V.“ (ajs) in Eimsbüttel berät seit 1993 Frauen und Familien zum Thema Familienleben mit HIV.

Neben der Kinder- und Jugendarbeit ist ein Schwerpunkt des Vereins der Bereich „VHIVA KIDS“. Die Arbeit besteht aus Beratung, Begleitung und Unterstützung der Betroffenen sowie Beratung und Fortbildungen für Fachkräfte. Im Jahr 2015 hat der Verein 90 Familien mit 178 Kindern beraten. „VHIVA KIDS“ unterstützt Frauen, die schwanger und HIV positiv sind, aber auch Familien, in denen Kinder oder Eltern betroffen sind. Finanziert wird das Projekt von der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration und von der Michael Stich Stiftung. Allerdings decken die Fördermittel nicht den Kostenbedarf. Um sein Angebot aufrecht erhalten zu können, ist der Verein auf Spenden angewiesen.

HIV in Hamburg

HIV (Human Immunodefienca Virus) ist der Erreger der Immunschwächekrankheit AIDS. Derzeit ist das Thema wenig präsent in den Medien– für viele Menschen bestimmt es den Alltag. Das Robert Koch Institut gibt jährlich zum Weltaidstag am 1. Dezember eine Schätzung über die Zahl der Infektionen ab. Ende 2014 wurden für Hamburg 230 Neuinfektionen geschätzt – gerade einmal 25 der Personen waren Frauen.

Mehr als 80 Prozent der Menschen, die zur Beratung zum ajs kommen, haben einen Migrationshintergrund, was die Situation oftmals noch erschwere, berichtet Sybil Peemöller. Die Sozialpädagogin arbeitet seit 16 Jahren beim ajs. Bei Sprachschwierigkeiten stehen dem Verein Dolmetscher zur Vefügung, für spezielle Fragen zu Themen wie Aufenthaltserlaubnis, Arbeit oder Wohnen vermitteln die Mitarbeiter des ajs an zuständige Beratungsstellen.

Angst vor Diskriminierung –– Wege aus der Isolation

Oft wird die HIV-Infektion von Frauen erst vom Arzt festgestellt, wenn sie zu einem Schwangerschaftstest gehen. Dieser vermittelt dann weiter an den ajs. Das wichtigste sei, Kontakte zu anderen Betroffenen zu vermitteln, da die Diagnose oft als Geheimnis gehütet und somit als doppelt schwere Last empfunden werde, so Peemöller. In den Räumen des ajs könne sich die Betroffenen treffen, zum Beispiel jedes Jahr zu Weihnachten gibt es dort ein Fest. Die Kinder können im Kinderzimmer spielen und die Eltern tauschen sich über Ängste und Sorgen, aber auch Alltägliches aus.

Die Frauen haben oft Angst vor Diskriminierung und negativen Reaktionen aus ihrem Umfeld. Nicht unbegründet, berichtet Peemöller: „Wie kannst du ein Kind kriegen?!“– Sätze wie diese treffen. Viele Frauen haben Schuldgefühle, dabei haben sie nichts anderes getan als ihre Mitmenschen. HIV wird meist durch sexuelle Kontakte übertragen– die haben die meisten Menschen. Das Bild, welches bis heute vorherrsche, sei allerdings ein anderes, erklärt Peemöller. HIV werde mit Prostitution, Drogen und einem ausschweifenden Sexleben in Verbindung gebracht und gelte immer noch als Tabuthema.

Gefährliches Halbwissen

Viele Menschen wissen wenig über HIV– zu wenig, wie Peemöller findet. Diese Tatsache führe zu einer großen Verunsicherung. Oft sei nicht klar, was die Infektion bedeute und wie der Virus übertragen werde.  Es gehe so weit, dass Kindern, die HIV positiv sind, ein Kitaplatz verweigert werde, berichtet Peemöller. Die Erzieher fürchten sich davor, angesteckt zu werden. Selbst Zahnärzte legen Termine auf den späten Nachmittag, um später den Behandlungsraum desinfizieren zu können. Dabei senkt die Therapie mit modernen Medikamenten die Viruslast soweit, dass keine Ansteckungsgefahr im Alltag besteht.

Trotz der Möglichkeit, durch Medikamente den Virus zu unterdrücken, sollte die Krankheit aber auch nicht unterschätzt werden, betont Peemöller. Das wichtigste sei, informiert zu sein.

VHIVA KIDS bietet unter anderem für Erzieherinnen Fortbildungen und Infomaterial zum Thema an. Auch der Film „Positiv Schwanger“ informiert über HIV und Schwangerschaft. Patricia Barth, Mitarbeiterin des ajs, hat als Expertin mitgewirkt. Es brauche vielleicht noch 10 bis 20 Jahre, um den Wissensstand der Menschen der tatsächlichen Situation anzugleichen, vermutet Peemöller.

In den ganzen Jahren gab es viele positive Rückmeldungen von Betroffenen, die dankbar sind über kompetente Begleitung in einer schweren Zeit.

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