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Alexander Conradi hat Hamburgs erste Fußballmannschaft für Übergewichtige gegründet.
Alexander Conradi hat Hamburgs erste Fußballmannschaft für Übergewichtige gegründet. Foto: Christiane Tauer
Fit in den Frühling

Hamburgs erste Fußballmannschaft für Übergewichtige kommt aus Eimsbüttel

Alexander Conradi will Menschen mit Übergewicht zurück aufs Fußballfeld bringen – und gründete die SC Victoria Belugas. Was hinter der Idee steckt.

Von Christiane Tauer

Fußball war schon immer seine Leidenschaft. Doch als Alexander Conradi nach einer längeren Pause wieder im Verein spielen wollte, bemerkte er seine Defizite. Weil der 25-Jährige zugenommen hatte, konnte er mit der Fitness der anderen nicht mehr mithalten.

In einem Fußballverein wieder aktiv zu werden, ohne Druck, blöde Sprüche und schiefe Blicke, schien nicht möglich. Conradi fragte sich: Warum gibt es in Hamburg keine Alternativen für Leute wie mich?

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„Belugas“ trainieren an Gärtnerstraße

Er tat etwas, was längst nicht jeder in solchen Situationen tun würde. Er gründete selbst einen Verein. Seit August des vergangenen Jahres trainieren die SC Victoria Belugas auf dem Sportplatz an der Gärtnerstraße – Hamburgs erste Fußballmannschaft für Übergewichtige.

Rund zehn Männer der unterschiedlichsten Gewichtsklassen kämen im Durchschnitt zum Training am Freitagabend, berichtet Conradi. „Jeder ist willkommen, obwohl wir uns in erster Linie an Jüngere richten.“

Wie gründet man einen Verein?

Vorbild der Belugas sind die Heavy Kickers aus Selm bei Dortmund. Von der „Mannschaft mit Gewicht“, wie sie sich selbst nennt, hatte Conradi bereits vor Jahren gehört.

Er nahm Kontakt mit den Verantwortlichen auf, holte sich Tipps für eine erfolgreiche Gründung und schrieb Vereine in Hamburg an, mit denen er seine Idee realisieren wollte. Im SC Victoria fand er einen Partner.

Über die Jahre kamen die Kilos

Als Auffangbecken für alle, die unter Gleichgesinnten ihrem Lieblingssport wieder nachgehen und fitter werden wollen, bezeichnet der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann die Belugas. Es sind Leute wie Conradi, die in ihrer Jugend Sport getrieben und Fußball gespielt haben, aber dann aufgrund verschiedener Umstände irgendwann aufhörten.

„Ich selbst war immer schon etwas dicker“, erzählt er. Seiner Leidenschaft für Fußball tat das keinen Abbruch, erst Knieprobleme bremsten ihn aus. Mit dem Ausbildungsbeginn, der knapper werdenden Freizeit und schließlich Corona kamen mehr Kilos dazu.

„Belugas“ garantieren schonenden Einstieg

Das Training bei den Belugas soll helfen, diesen Kreis zu durchbrechen. Bei Conradi scheint das zu klappen: Er sei viel fitter geworden und müsse nicht mehr so nach Luft schnappen, berichtet er. Einige seiner Mitstreiter würden das langfristige Ziel verfolgen, irgendwann in den regulären Herrenbereich zu wechseln.

Damit sich die Spieler, die längere Zeit pausiert haben, nicht gleich bei den ersten Trainings verletzen, ist ein Personal-Trainer mit auf dem Platz. Er zeigt, wie ein schonender Einstieg gelingt.

Vorbild ist Liga in Nordrhein-Westfalen

Als Nächstes möchten die Belugas Freundschaftsspiele mit anderen Vereinen austragen und als erste Hamburger Mannschaft am Heavy Cup teilnehmen, sagt Conradi. Beim Heavy Cup wird der Meister der 2023 gegründeten Übergewichtigen-Fußballliga gekürt, die derzeit allerdings auf Nordrhein-Westfalen begrenzt ist. Ausnahme bildete im vergangenen Jahr eine schottische Mannschaft.

Vielleicht sei eine solche Liga eines Tages auch in Hamburg und Umgebung möglich, wenn sich weitere Vereine gründen? In den sozialen Medien setzt Conradi alles daran, den Bekanntheitsgrad der Belugas zu steigern.

Keine Lust auf Herabwürdigung

Er wirbt dort aktiv um weitere Mitglieder, die etwas dicker sind, wieder ins Fußballspielen kommen wollen und dabei keine Lust auf Herabwürdigung oder Ausgrenzung haben. Er selbst geht mit negativen Reaktionen gelassen um. „Ich versuche, mich über die lustig zu machen, die sich über uns lustig machen.“


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