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Inhaber Karsten-Wolfgang Kurth schließt bald seine Türen für einen Monat, um neue Seife in Marseille zu produzieren. Foto: Marianne Bruhns
Inhaber Karsten-Wolfgang Kurth schließt bald seine Türen für einen Monat, um neue Seife in Marseille zu produzieren. Foto: Marianne Bruhns
Was macht eigentlich...

„Hamburger Seifenkontor“: Goldene Zeiten für Seifenhändler?

Der „Hamburger Seifenkontor“ muss seine Produktion in Marseille vorfinanzieren. Als kleines Fachgeschäft fällt ihm das nicht leicht – jetzt steigen noch die Rohstoffpreise.

Von Marianne Bruhns

Wie gehen Eimsbütteler Läden und Einrichtungen mit den Einschränkungen durch Corona um? Wir haben uns im Viertel umgesehen und nachgefragt.


Zwischen duftenden Kerzen, reichhaltiger Handcreme und bunten Seifen ziert der Spruch „In unserer Zukunft scheint die Sonne“ ein Schild im Hamburger Seifenkontor. So zuversichtlich Inhaber Karsten-Wolfgang Kurth auch sein mag – sonnig sieht es zurzeit nicht aus. Zu Beginn der Pandemie hatte er in drei Wochen nur fünf Kunden, obwohl er als Drogerie geöffnet haben durfte.

Verschiedene Medien berichteten darüber – danach standen die Kunden Schlange. Doch trotz Solidarität bleibt die finanzielle Lage angespannt. Goldene Zeiten für den Seifenhandel – gerade die werden dem kleinen Eimsbütteler Laden zum Verhängnis. Denn durch die Pandemie ist die Nachfrage nach Rohstoffen für die Seifenproduktion deutlich gestiegen. Die Folge: knappe Ressourcen und steigende Preise.

Wie sieht die Zukunft des "Hamburger Seifenkontors" aus? Foto: Marianne Bruhns
Wie sieht die Zukunft des „Hamburger Seifenkontors“ aus? Foto: Marianne Bruhns

Kurth: „So lange, wie das Geld reicht“

Für den Hamburger Seifenkontor ergibt sich dadurch eine Finanzierungslücke. So kann er nicht alle Seifen nachproduzieren. Kurth hofft, dass die Rohstoffpreise bald wieder sinken. Deshalb gibt er die Preissteigerung nicht an seine Kunden weiter, denn: „Seife darf auf keinen Fall ein Luxusprodukt werden“, findet der Inhaber. Mit dem Preisniveau vor der Pandemie rechnet Kurth dennoch nicht mehr.

Trotz der finanziellen Lage schließt der Seifenkontor am 10. Juli seine Türen für einen Monat. Dann fährt Inhaber Karsten-Wolfgang Kurth mit seiner Familie nach Marseille, um neue Seife zu produzieren. Alle Gerüche, Farben und Formen kann Kurth zwar nicht herstellen, aber: „Wir produzieren so viele Sorten und so lange, wie das Geld reicht.“ Ab Mitte August ist das Lager wieder gefüllt, und Kunden können sich auf neue Seife freuen.

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Foto: Marianne Bruhns

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Foto: Marianne Bruhns

Zusage für ersten Markt

Auch mit neuen Seifen im Repertoire dürfte der Rest des Jahres schwierig werden. Einen Großteil seines Umsatzes macht der Seifenkontor auf Märkten. Traditionell beginnt seine Saison am Ostermontag auf dem Markt am Museum der Arbeit. Dieser fiel aufgrund der Pandemie aus, wie auch alle folgenden. Nun hat Kurth die Zusage für den ersten Markt am Tag der Deutschen Einheit – dem eigentlichen Saisonabschluss.

Die Lockerungen der Corona-Regeln am Dienstag sind vielversprechend für Märkte, die unter freiem Himmel stattfinden. Kurth stellt sich trotzdem auf weniger Besucher und einen geringeren Umsatz ein. „Wir können die Vorjahre nicht mehr als Maßstab nehmen für die heutige Planung“, so der Seifenverkäufer. Viele Menschen würden solche Veranstaltungen aufgrund der Ansteckungsgefahr meiden. Und doch nimmt er teil: Der Zusammenhalt zwischen Geschäften sei während der Pandemie größer geworden – in Eimsbüttel, aber auch hamburgweit. Deshalb wolle er auch die Veranstalter unterstützen, denen die gesamte Saison weggebrochen ist.

Hamburger Seifenkontor, Oberstraße 2

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