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Matthias Scheller, Cornelia Prüfer-Storcks und Kay Gätgens beim Versenden der Post für das Besuchsangebot im letzten Jahr. Foto: Alicia Wischhusen
Projekt

Hausbesuche bei Senioren: positive Bilanz in Eimsbüttel

Unter dem Motto „aktiv und selbstbestimmt Leben – auch im hohen Alter“ ist im letzten Jahr das Pilotprojekt „Hamburger Hausbesuch“ gestartet. Ende März hat die Gesundheitsbehörde eine erste Bilanz gezogen.

Von Anna Korf

Im September des letzten Jahres hat das Pilotprojekt Hamburger Hausbesuch in Eimsbüttel und Harburg begonnen. Insgesamt 1.130 Senioren, die von September bis Dezember ihren 80. Geburtstag feierten, wurden per Brief über kostenlose und freiwillige Hausbesuche informiert. Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz hat jetzt eine erste Bilanz gezogen.

Positive Bilanz

33 Prozent der Senioren haben das Angebot wahrgenommen, heißt es in einer Pressemitteilung der Behörde. 718 der insgesamt 1.130 Senioren lehnten den Hausbesuch ab. Die Gründe hierfür seien unterschiedlich. Viele sähen für sich keinen Bedarf, schätzen sich als gesund genug ein oder fühlten sich bereits gut versorgt, so der Senat.

Hausbesuche gegen Vereinsamung im Alter

Das Pilotprojekt "Hamburger Hausbesuche für Senioren" hat offiziell begonnen. Eimsbütteler im hohen Alter sollen unterstützt werden, sodass sie möglichst lange aktiv und selbstbestimmt leben können.

Dennoch wertet die Behörde die Annahmequote als positiv. Im Vorfeld ging man davon aus, dass 25 Prozent das Angebot annehmen würden. „Es freut mich, dass das Angebot positiv bewertet und gut angenommen wird. Die Resonanz liegt über den Rückmeldungen aus Projekten anderer Städte“, so Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks. Auf Grundlage der positiven Rückmeldungen plane die Gesundheitsbehörde, das Angebot im Laufe des Jahres auf alle Bezirke auszuweiten, ließ der Senat verkünden.

Individuelle Hausbesuche

Die Fachstelle Hamburger Hausbesuche für Seniorinnen und Senioren im Albertinen-Haus organisiert die Treffen. Fachkräfte besuchen Senioren zuhause, im Bezirksamt oder im Pflegeheim. Dabei sind die Besuche den individuellen Bedürfnissen und Wünschen der Senioren angepasst. Das Gespräch kann auf Wunsch jederzeit beendet werden. Außerdem ist es möglich, dass eine Vertrauensperson anwesend ist. Vor den Besuchen werden die Berater persönlich angekündigt. Zudem tragen sie Ausweise bei sich, um Betrug vorzubeugen.

Die besprochenen Themen richten sich nach den Wünschen der Senioren. So können unter anderem der Gesundheitszustand, Mobilität, soziale Kontakte oder der Pflegebedarf besprochen werden. Auf Wunsch beraten die Fachkräfte über weitere Angebote sowie Dienstleistungen im Stadtteil und stellen den Kontakt her. Auch wer bereits über 80 Jahre alt ist, kann das Angebot wahrnehmen. Hierfür muss lediglich ein Termin mit der Fachstelle Hamburger Hausbesuche für Seniorinnen und Senioren ausgemacht werden.

Geschultes Personal

Insgesamt 59 Fachkräfte haben von September bis Dezember 2018 Senioren besucht. Im Vorfeld wurden sie bei einer Fortbildung geschult und weisen darüber hinaus Bezüge zum Gesundheits-und Sozialwesen auf. Die Schulungen wurden von dem Kooperationspartner Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung erarbeitet und durchgeführt. Dabei arbeitete das Institut mit den Bezirksämtern zusammen. Die Ämter sind auch während der Laufzeit Ansprechpartner.

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