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Leben neben der Großbaustelle. Foto: Roman Kulon

Leben neben der Uni-Großbaustelle

Die Klima- und Geowissenschaften sowie die Mathematik, Informatik und Naturwissenschaft (MIN-Campus) der Uni Hamburg bekommen ein neues Zuhause. Im Schatten der großen Pläne am Geomatikum liegt das Schröderstift. Wie fühlen sich die Bewohner in der Nähe der Großbaustelle? Wir haben nachgefragt.

Von Annika Demgen
Tobias Röcken lebt seit den 1980ern im Schröderstift. Foto: Annika Demgen
Tobias Röcken lebt seit den 1980ern im Schröderstift. Foto: Annika Demgen

Tobias Röcken ist im Vorstand der Mieterselbstverwaltung Schröderstift. Er und rund 100 Bewohner leben in der Dreiflügelanlage, deren Grundsteine 1852 gelegt wurden – direkt neben der Großbaustelle für das geplante Uni-Gebäude. Seit 1981 verwalten die Mieter ihr Leben auf dem Gelände selbst. Das bedeutet Baumpflege, Sanieren und Entscheiden, wer einziehen darf und wer nicht – alles gemeinschaftlich, aber nicht immer im Konsens.

Die Menschen im Schröderstift leben jedoch nur halbwegs auf ihrem eigenen Grund und Boden. Das Gebiet ist in Absprache mit dem ehemaligen Besitzer, Johann Heinrich Schröder’s mildtätiger Stiftung, von der Stadt Hamburg gepachtet. Und ein beträchtlicher Teil ist „Uni-Erweiterungsgelände“. Es gehört der Stadt und soll 2015 seiner Bestimmung zugeführt werden. Die Menschen im Schröderstift verstehen das. Die Uni braucht mehr Platz, es gibt mehr Studenten – neue Gebäude müssen her.

Drei Bauphasen

Der Bürgerdialog mit den zuständigen Ämtern sei sehr sachlich verlaufen, meint Tobias Röcken. Niemand sei laut geworden, alle waren daran interessiert zu einem sinnvollen Ergebnis zu kommen. Den Anwohnern, nicht nur den Schröderstiftlern, ging es vor allem um die Bäume und die Roncalli-Wiese. Ein Entwurf wurde erarbeitet, der letztlich jedoch nicht genommen wurde. Trotzdem ist Röcken nicht enttäuscht. Man habe den besten Kompromiss gefunden und „außerdem gehört das Gelände ja der Stadt“.

Seit Ende 2013 stehen Bagger im Vorgarten des historischen Gebäudes. Es ist erst der Anfang. Die Bauarbeiten werden Jahre dauern und umfassen insgesamt drei Bauphasen. Zuerst wird ein neues Gebäude für die Klima- und die Geowissenschaften errichtet. Kostenpunkt: 177 Millionen Euro. Dann ziehen der MIN-Campus und die Informatik in zwei neue Gebäude und schließlich wird das renovierungsbedürftige Geomatikum saniert. Am Ende steht eine Rechnung von mehr als 300 Millionen Euro – Stand heute.

Zitternde Wände in der Nacht

„Damit müssen wir nun leben“, sagt Röcken, auch wenn für seinen Geschmack die Baustellenzäune, Bagger und Kabeltrommeln etwas näher an das Grundstück des Schröderstifts herangerückt sind, als abgesprochen war. Er lebt seit 1988 am Schlump. Die Roncalli-Wiese, auf der früher der gleichnamige Zirkus gastierte und zahlreiche Veranstaltungen stattfanden, ist verschwunden, der Teich des Parks zugeschüttet.  Er freut sich darüber, dass die alte Blutbuche, die zunächst dem Neubau weichen sollte, bestehen bleibt – ein Erfolg für die Anwohner.

Ärgerlich wird Röcken nur, wenn nachts durch Sielarbeiten das ganze Schröderstift wackelt und er auf die nächtliche Ruhestörung nicht vorbereitet wurde. „Alles hat so stark vibriert, dass man es in den Beinen gespürt hat“, berichtet er. Die Behörde für Wissenschaft und Forschung bemüht sich ihrer Pressestelle zufolge um Aufklärung. Im kommenden Jahr, wenn der Bau so richtig losgeht, wird es weitere Informationsveranstaltungen geben, um die Anwohner über die Arbeiten detailliert zu informieren. Man strebt eine gute Kommunikation mit der Nachbarschaft an.

Tobias Röcken meint: „Nun ist der Drops gelutscht.“

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Aktuelle Infos zur Baustelle: uni-baut-zukunft.hamburg.de

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