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Hamburg Eimsbuettel Ernaehrungsumstellung
INTERVIEW: CORINNA CHATEAUBOURG / FOTOS: BEN KNABE/WDR
Magazin #17

Mit Intervallfasten gesünder leben

16:8 oder 5:2 sind keine Rechenaufgaben, sondern zwei beliebte Formen des Intervallfastens. Die einen schwören darauf und verlieren damit Pfunde. Die anderen finden, dass sie nach dieser Ernährungsumstellung wacher, fitter und sogar gesünder sind. Was ist dran? Wir haben mit Dr. Eckart von Hirschhausen, Komiker, Autor und Moderator, gesprochen. Er hat mit Intervallfasten inzwischen zehn Kilo abgenommen. Aber is(s)t er auch gesünder?

Von Eimsbütteler Nachrichten

Wie gesund ist diese Ernährungsumstellung wirklich?

Wir haben mit Dr. Eckart von Hirschhausen, Komiker, Autor und Moderator, gesprochen. Er hat mit Intervallfasten inzwischen zehn Kilo abgenommen. Aber is(s)t er auch gesünder?

EIMSBÜTTELER NACHRICHTEN: Sie haben es geschafft, in wenigen Monaten mit Intervallfasten zehn Kilo zu verlieren. Wie genau funktioniert dieses Prinzip?

Dr. Eckart von Hirschhausen: Das Tolle beim Intervallfasten ist, dass es so herrlich einfach ist: Keine Kalorien zählen, sondern Stunden! Sie essen, was Sie wollen, und dann geben Sie dem Körper Zeit, zu verdauen und danach von Zufuhr auf Abfuhr umzustellen. Dafür gibt es verschiedene Rhythmen, da kann jeder das passende für sich finden.

Gibt es eine Form, die erfolgreicher ist in Hinsicht auf Gesundheit und Abnehmen? Welche haben Sie gemacht?

Ich finde es praktisch, an mehreren Tagen der Woche ab 18 Uhr nichts mehr zu essen und am nächsten Morgen den ersten Kaffee ohne Croissant zu essen – festes Frühstück erst ab zehn. Schwups, hast du 16 Stunden intervallgefastet. Nennt sich 16 zu 8. Die Methode 5 zu 2 heißt 2 Tage in der Woche gar nichts zu essen. Es klingt brutaler als es sich anfühlt. Der Körper gewöhnt sich nach einigen Wochen daran. Ich habe morgens gar keinen Hunger mehr, obwohl ich jahrelang immer gefrühstückt habe.

Wie kamen Sie auf Intervallfasten?

Für mein eigenes Magazin „Hirschhausen Gesund Leben“ war im ersten Heft ein Titelthema übers Abnehmen geplant, das war für mich wie eine kleine öffentliche Wette. Vorgenommen abzunehmen hatte ich mir – wie wahrscheinlich jeder zweite Deutsche – jedes Silvester die vergangenen zehn Jahre. Aber wenn es als Titelgeschichte eingeplant wird, dann muss man auch liefern! Ich hatte schon einen kleinen Rettungsring, gerade das Leben auf Tour bringt oft unregelmäßige Essenszeiten mit sich. Jetzt fühle ich mich im wahrsten Sinne erleichtert.

„Der Trick ist, sich nicht ständig alles zu verbieten.“

Eckhart von Hirschhausen

Was machen in Ihren Augen die meisten Leute beim Abnehmen falsch?

Der Trick ist, sich nicht ständig alles zu verbieten, denn dann reagieren wir wie kleine Kinder. In der Psychologie heißt das Reaktanz. Bedeutet konkret nichts anderes als: Gib einem Kind eine Auswahl von Buntstiften und sag ihm: Du darfst dir irgendeine Farbe nehmen – außer Gelb. Und das Kind wird nichts anderes haben wollen als den gelben Stift. Das gilt für jedes Alter, jede Farbe und leider auch für alle strengen Diäten.

Wie wichtig ist Sport neben der Ernährung?

Sitzen ist das neue Rauchen. Wir bewegen uns einfach viel zu wenig. Zehn Jahre unseres Lebens hängen am Lebensstil. Es gibt keine Tablette, keine Operation und erst recht keine Creme, die uns besser schützen kann als fünf ganz einfache Dinge des Alltags: nicht rauchen, bewegen, Gemüse – erwachsen werden und Kind bleiben.

„Sport“ klingt für viele schon unerreichbar. Es reicht, sich im Alltag jede Stunde mal fünf Minuten zu bewegen und vor die Tür zu gehen – am besten auch ohne Zigarette. Längere Telefonate führe ich inzwischen im Gehen. Einmal um den Block. Da kommt man schnell auf die 3000 Extra-Schritte und 15 Minuten Bewegung am Stück, die einen bereits vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützen. Deshalb heißen die Dinger ja auch „Mobil“-Telefone!

Dr. Eckart von Hirschhausen

(Jahrgang 1967) studierte Medizin und Wissenschaftsjournalismus in Berlin, London und Heidelberg. Seine Spezialität: medizinische Inhalte auf humorvolle Art und Weise zu vermitteln und gesundes Lachen mit nachhaltigen Botschaften zu verbinden. Seit über 20 Jahren ist er als Komiker, Autor und Moderator unterwegs.
Hamburg Eimsbuettel Intervallfasten Hirschhausen
Dr. Eckhart von Hirschhausen fastet in Intervallen. Foto: Ben Knabe / WDR


Intervallfasten ist gerade sehr beliebt – ist es auch gesund?

Ich schlafe besser und fühle mich einfach auch grundsätzlich fitter. Und vor allem habe ich wieder ein besseres Gefühl für meinen Körper entwickelt, zum Beispiel habe ich kaum noch Lust auf Süßkram, den ich früher tonnenweise in mich reingestopft habe. Ich verbiete es mir nicht, aber es kickt überhaupt nicht mehr.

„Ich schlafe besser und fühle mich einfach grundsätzlich fitter. Vor allem habe ich wieder ein besseres Gefühl für meinen Körper entwickelt.“ Eckhart von Hirschhausen

Warum ist es gesund, einige Zeit am Tag/in der Woche nicht zu essen?

Als ich mit der „Hirschhausen-Diät“ eher ungewollt einen echten Trend in Deutschland ausgelöst hatte, bekam ich sehr viele Fragen und habe mich für die Beantwortung in die aktuelle Forschung zu dem Thema reingekniet. Es gibt viele Hinweise – auch wenn logischerweise noch große Langzeitstudien fehlen. Intervallfasten hat ganz viele positive Gesundheitswirkungen: das Cholesterin und der Blutdruck sinken, durch die Umstellung auf die Fettverbrennung arbeitet das Hirn in den Essenspausen mit den Ketonkörpern als Energielieferanten viel besser und kreativer – und es gibt Anti-Aging-Effekte. So erlebe ich das auch. Ich bin besser drauf und fühle mich jünger als früher.

Darf man in der Essenszeit wirklich alles essen?

Grundsätzlich ja. Natürlich kann man die Wirkung noch verstärken, wenn man sich bei den Mahlzeiten an die Eckpfeiler der Vernunft hält: viel Gemüse, wenig Fleisch, wenig Zucker.

Wie lange dauert Intervallfasten? Ein paar Wochen? Ein paar Monate?

Da es keine Diät ist, sondern eine Ernährungsumstellung, kann man das ein Leben lang machen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Überblick: INTERVALLFASTEN

• Kalorienfreie Getränke wie Wasser oder ungesüßter Tee helfen, während der essensfreien Zeit Hungerlöcher zu überbrücken.
• Keine größeren Portionen essen, weiter normal essen.
• Achten Sie auf genügend Gemüse und Eiweißquellen zu jeder Mahlzeit, um satt zu werden und zu bleiben.
• Zwischen den Mahlzeiten keine Snacks zu sich nehmen!
• Bis Sie sich an den neuen Rhythmus gewöhnt haben körperliche Belastung während des Fastens vermeiden.
• Bei der 5:2-Diät wählen Sie die Wochentage zum Fasten aus, an denen Sie wenig Stress und genug Zeit für Ruhephasen haben.

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