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Die Baustelle an der Osterstraße soll Ende Oktober verschwinden. Foto: Nina Freier
Die Baustelle an der Osterstraße soll Ende Oktober verschwinden. Foto: Nina Freier
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Baustelle Osterstraße: Wer kommt für die Schäden auf? 

Die Baustellensituation in der Osterstraße geht vor allem den Gewerbetreibenden sehr nahe. Einige fordern Entschädigung für finanzielle Einbußen. Die Hamburger Energiewerke beziehen bei einem Kerngebietsausschuss Stellung.

Von Nina Freier

Seit Monaten stehen in der Osterstraße Baumaschinen, ein Labyrinth aus Absperrzäunen erschwert den Gewerbetreibenden vor Ort das Geschäft. Ende August beschäftigte die Baustellensituation auch den Kerngebietsausschuss im Eimbütteler Bezirksamt. Neben den Eimsbütteler Fraktionen waren auch die Hamburger Energiewerke und das Fachamt für Wirtschaftsförderung vor Ort.

Fehlende Stellungnahmen?

In der Sitzung, hoch oben im 12. Stock des Bezirksamts Eimsbüttel, bekamen Betroffene die Chance, selber zu Wort zu kommen. Viele Inhaber der anliegenden Läden berichteten von ausbleibender Kundschaft und versperrten Lieferzonen, heißt es in einer Pressemitteilung der Volt-Fraktion.

Dadurch habe sich ihre wirtschaftliche Lage ernom verschlechtert. Ihre Kritik richteten sie dabei direkt an die Verantwortlichen: Für die Stellungnahme waren die Hamburger Energiewerke und das bezirkliche Fachamt für Wirtschaftsförderung, Bauprüfung und Stadtraummanagement (WBZ) geladen. 

Das WBZ äußerte sich während der Ausschussitzung nicht. Der anwesende Vertreter hatte keinen aktiven Redebeitrag, Fragen wurden ihm nicht gestellt. Die Hamburger Energiewerke äußerten sich zu den Verzögerungen beim Baufortschritt, berichtet Nikolai Drews, Mitglied der Bezirksversammlung. Dabei hätten die Verantwortlichen auch darüber berichtet, welche Maßnahmen sie bis dahin ergriffen hätten, um mit den Gewerbetreibenden zu kommunizieren und ihnen entgegen zu kommen.

Eine Veranstaltung, die wenig, bis keine neuen Informationen gebracht habe, fassen Volt- und Linksfraktion auf Anfrage der Eimsbütteler Nachrichten den Abend im Eimsbütteler Bezirksamt zusammen.

Reaktion betroffener Gewerbeinhaberin 

Wie groß das Interesse an dem Thema ist, zeigte sich auf den Besucherplätzen: 14 Bürgerinnen und Bürger verfolgten die Sitzung. Auch Dr. Arezou Asafafsha, Inhaberin der Oreon Apotheke aus der Osterstraße war vor Ort. Zu Beginn meldete sie sich im Rahmen der offenen Fragerunde zu Wort und ging auf ausbleibende Unterstützung ein. Die Zustände der Baustelle seien nicht tragbar, es müsse etwas unternommen werden, damit die Menschen aus dem Einzelhandel die Last der Baustelle nicht alleine bewältigen müssten.

 “Ich bin aus der gestrigen Veranstaltung sehr enttäuscht und auch verärgert herausgegangen.”, berichtet die Inhaberin rückblickend auf Anfrage der Eimsbütteler Nachrichten. Viele Äußerungen des Abends wirkten laut Frau Asafafsha wie Begründungen und Rechtfertigungen gescheiterter Vorhaben. 

Maßnahmen für die Gewerbe kommen zu spät

Viele wichtige Angelegenheiten seien erst geklärt worden, als die Baustelle schon vollumfänglich errichtet wurde, kritisiert Frau Asafafsha. So zum Beispiel die Planung der Rettungswege und Feuerwehrzufahrten. “Bei einem Projekt mitten in einer stark frequentierten Einkaufsstraße erwarte ich, dass jeder zusätzliche Tag einer Sperrung ernst genommen wird, Baufelder so klein wie möglich gehalten werden und fertiggestellte oder vorübergehend nicht benötigte Flächen konsequent wieder freigegeben werden.”

Sie wolle nun die wirtschaftlichen Schäden, die in ihrem Geschäft durch die Baustelle entstanden seien, genau prüfen und anschließend entscheiden, welche rechtlichen Schritte sich daraus ergeben könnten.

Arezou Asafafshar, Inhaberin der Orion Apotheke, hat eine Petition gegen die Baustellenpolitik der Stadt Hamburg ins Leben gerufen. Foto: Alexis Milne
Arezou Asafafshar, Inhaberin der Orion Apotheke in der Osterstraße. Foto: Alexis Milne

Damit sich die Probleme nicht bei kommenden Bauprojekten wiederholen, hat Frau Asafafsha im Mai eine Petition ins Leben gerufen. Mit Unterstützung der Eimsbütteler möchte sie sich damit für eine faire Baustellenpolitik in Hamburg einsetzen. Die Petition richtet sich direkt an die Hamburger Bürgerschaft und fordert besseren Schutz für Gewerbe, Anwohner und Rettungswege.

Zukünftige Unterstützungsmaßnahmen

Sollte die Petition Erfolg haben, dürften ihre Forderungen bei künftigen Bauprojekten zum Tragen kommen. Für die von der aktuellen Baustelle betroffenen Gewerbetreibenden ist eine finanzielle Entschädigung dagegen nicht vorgesehen. “Eine Entschädigung seitens der Hamburger Energiewerke wird es nicht geben”, sagte Sören Horn, Co-Fraktionsvorsitzender der Volt Fraktion Eimsbüttel. Damit solle vermieden werden, einen Präzendenzfall für vergleichbare Situationen zu schaffen. 

Finanzielle Unterstüzung soll es dennoch geben: Sowohl für das Osterstraßenfest 2027, als auch für eine Aktion für die Wiedereröffnung der Osterstraße wollen die Hamburger Energiewerke mit einer fünfstelligen Summe unterstützen, bestätigte David Kappenberg, Pressesprecher der Hamburger Energiewerke.

Kommunikation vor Ort als Lösung

Bettina Schwarz, Pressesprecherin der Hamburger Energiewerke, bezog auf Anfrage der Eimbütteler Nachrichten Stellung zur aktuellen Baustellensituation. Jedes Leitungsbauprojekt sei einzigartig, eine “one fits all”-Lösung gäbe es nicht. Stattdessen versuche man, bei jedem Projekt auf eine gute Kommunikation zu setzen und die Anliegen der Menschen vor Ort zu berücksichtigen.

Wo nötig, würden zudem individuelle Lösungen gefunden. So seien etwa einem Beerdigungsinstitut aus der Osterstraße individuelle Zufahrtszeiten ermöglicht worden.


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