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fullscreen Neues Leben in der Villa Mutzenbecher
Die um 1900 erbaute Villa Mutzenbecher im Niendorfer Gehege wird in den nächsten drei Jahren saniert. Foto: Carolin Martz

Niendorfer Gehege

Neues Leben in der Villa Mutzenbecher

Gemeinsam mit Hamburger Schülern, Auszubildenden und Studenten wird die denkmalgeschützte Villa Mutzenbecher im Niendorfer Gehege in den nächsten drei Jahren saniert. Bei dem innovativen Projekt soll ein außerschulischer Lernraum für Schülerinnen und Schüler der umliegenden Schulen entstehen.

schedule Lesezeit ca. 3 min.

Die Zeit hat die Villa Mutzenbecher gezeichnet – von seiner Imposanz hat das 1910 erbaute Gebäude jedoch nichts eingebüßt. Zuletzt zog sie die Aufmerksamkeit als Drehort des “Tatortreinigers” auf sich. Bjarne Mädel war 2013 im Rahmen der NDR-Produktion durch die größtenteils leeren Hallen des Anwesens gefegt. Nun soll der Villa neues Leben eingehaucht werden.

Eigentlich wollte die Stadt das Gebäude schon längst abreißen. Der letzte Mieter lebt jedoch bis heute noch in der Villa und sicherte damit ihren Erhalt. Nun wurde das Gebäude dem gemeinnützigen Verein “WERTE erleben e. V.” für 30 Jahre mietfrei überlassen. Geplant ist die denkmalgerechte Sanierung des gesamten Gebäudes in den nächsten drei Jahren.

Verein rettet das Denkmal

Im Dezember 2016 schloss der Verein mit der Hansestadt Hamburg den Mietvertrag. “Nach drei Jahren zäher Verhandlungen kam es nun zum Vertragsschluss”, freut sich Gerd Knop, Vorstandsvorsitzender von WERTE erleben e. V. “Bis Ende März 2013 werden wir die Baugenehmigung für die Umbauarbeiten beantragen – einen positiven Vorbescheid gibt es bereits”, freut sich Knop. Die Kosten für die komplette Sanierung seien mit 1,7 Millionen großzügig veranschlagt. Das Projekt habe sich bereits über viele Spendengelder freuen dürfen, so Knop.

Bis Juni 2017 rechne man mit der Bewilligung der Baugenehmigung. Baustart soll noch im Oktober diesen Jahres sein. „Aus Sicht des Denkmalschutzes hat Eimsbüttel mit dem Erhalt der Villa Mutzenbecher einen Volltreffer gelandet“, lobt Stefanie Könnecke, Sprecherin für Kulturpolitik. Die gesamten Sanierungsarbeiten sollen bis 2020 fertiggestellt sein.

Innovative Projektarbeit

Der Umbau soll kein gewöhnliches Bauvorhaben werden. Die Arbeiten an der Villa sollen dazu dienen, “Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie Geflüchteten die Chance zu eröffnen, in Ausbildung beziehungsweise Arbeit zu kommen”. Das Konzept von WERTE erleben e. V. umfasst die Einbeziehung von Schülern und Berufsschülern sowie Studenten der HafenCity Universität in den Prozess.

Architekturstudenten der Hafencity Universität unter Leitung von Prof. Zipelius haben bereits in Abstimmung mit dem Hamburger Amt für Denkmalschutz den Bauzustand analysiert. Im weiteren Verlauf sollen sie in enger Kooperation mit den Fachberufsschulen Entwürfe für die Sanierung im Bereich der unterschiedlichen Gewerke erarbeiten und auch an der praktischen Arbeit beteiligt werden.

Weiterhin sollen auch Schüler und Schülerinnen der 9. und 10. Klassen der Stadtteilschule Niendorf einbezogen werden. Unter ihnen sind auch einige minderjährige Flüchtlingskinder. Die Kinder sollen die Möglichkeit haben, in die Berufe der Handwerker hereinzuschauen und sich für deren Tätigkeit begeistern.

Erfolge wecken Begeisterung

Ähnliche Projekte in der Vergangenheit hätten dabei bereits gute Erfolge erzielt, so Alexandra Meier von der Schultz Gruppe. Das Familienunternehmen koordiniere Dienstleistungen verschiedenster Gewerke seit 1902 und sei immer auf der Suche nach talentierten Heranwachsenden. “Das schöne an handwerklichen Berufen ist, dass man bereits nach kurzer Zeit Erfolge sieht, die man sprichwörtlich anfassen kann. Genau das ist es, was die Jugendlichen motiviert, eine Ausbildung in einem handwerklichen Beruf anzufangen”, erklärt sie.

Auch vor dem Kontext der Jugendarbeitslosigkeit sei das Projekt ein Vorreiter, so der Verein WERTE erleben e. V. Es gebe zahlreiche Gebäude in der EU, welche ebenso erhaltenswert seien wie die Villa Mutzenberger. In Zukunft sollen auch hier ähnliche Projekte durchgeführt werden wie im Niendorfer Gehege – zumal die EU für „innovative Bildungskonzepte“ in den nächsten Jahren Milliarden Euro investieren wolle, so der Verein.

Nach der Schule in die Villa Mutzenbecher

Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten stellen sich die Initiatoren des Projekts eine Nutzung als außerschulischen Lernort vor. Laut WERTE erleben e. V. eigne sich die Villa aufgrund ihrer Lage, ihrer Beschaffenheit und nicht zuletzt ihrer Historie als Ort der Bildung und der Begegnung. Umliegende Schulen, das Forum Kollau e. V. und der Kita-Träger Waldforscher GmbH werden das historische Gebäude langfristig nutzen.

Den Beteiligten sei es gelungen, eine Nutzungform zu finden “die das Niendorfer Gehege als Wald nicht beeinträchtigt”, so Dietmar Kuhlmann, Sprecher für Umwelt, Bildung und Schulpolitik. “Das Konzept, einen außerschulischen Lernort im Niendorfer Gehege zu etablieren, hat uns überzeugt“, freut sich Kuhlmann.

 

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