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Knapp 1.700 Menschen wurden 1942 an die Sammelstelle vor der Volksschule geführt und anschließend deportiert. Foto: Holger Artus
Knapp 1.700 Menschen wurden am 15. und 19. Juli 1942 an die Sammelstelle vor der Volksschule geführt und anschließend deportiert. Foto: Holger Artus
Gedenkkultur

NS-Deportationen: Von Eimsbüttel ins Lager Theresienstadt

Von Eimsbüttel aus wurden hunderte von Juden ins Ghetto und Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Unweit des ehemaligen Sammelpunkts an der ehemaligen Volksschule Schanzenstraße wird heute Abend in einer Kundgebung an sie erinnert.

Von Sahra Vittinghoff

Hermann Vogel wohnte in der Vereinsstraße, Abraham Krohn in der Margaretenstraße und die Familie Meiberg im Kleinen Schäferkamp. Schon hier waren sie teilweise ungewollt in sogenannten Judenhäusern untergebracht worden. Bleiben konnten sie trotzdem nicht. Sie alle mussten sich 1942 auf dem Schulhof der ehemaligen Volksschule Schanzenstraße/Altonaer Straße einfinden. Von dort wurden sie über den Hannoverschen Bahnhof (heute HafenCity) nach Theresienstadt gebracht. Sie gehören damit zu den 1.692 Juden, die am 15. und 19. Juli 1942 von den Nationalsozialisten in das Ghetto deportiert wurden. Für die meisten endete die Reise mit dem Tod.

Für alle sichtbar

Zwischen 1941 und 1945 transportierten die Nationalsozialisten aus Hamburg und Norddeutschland über 6.000 Juden in Ghettos oder Vernichtungslager. Beteiligt waren daran unter anderem die Polizei, die Finanzbehörde, das Wohnungs- sowie Ernährungsamt und die Sonderdienststelle des Arbeitsamtes.

Die Volksschule Schanzenstraße diente während dieser Zeit als Sammelstelle für die Juden aus der Nachbarschaft. In Begleitung der Polizei mussten sie von ihren Behausungen zum Schulhof gehen und waren damit für alle sichtbar.

Aufruf gegen Diskriminierung

Zum Jahrestag der Deportationen ruft eine Initiative aus Vereinen, Unternehmen, Einrichtungen und Einzelpersonen aus Eimsbüttel und dem Schanzenviertel zur Erinnerung an die Geschehnisse auf. In einer Kundgebung am Montag, den 15. Juli um 18 Uhr, richtet sie sich gegen jegliche Art von Diskriminierung, allen voran Rassismus und Antisemitismus.

„Wir stellen uns gegen jegliche Form der Diskriminierung und Hetze gegen Menschen aufgrund von Religion, demokratische Überzeugung, Herkunft, körperlichen Merkmalen, Geschlechteridentitäten oder ihrer sexuellen Orientierung“, hieß es in einer Mitteilung der Nachbarschafts-Initiative.

Neue Gedenktafel

Auf der Kundgebung werden unter anderem Astrid Barth (Vertreterin der Nachbarschafts-Initiative und evangelischen Kirchengemeinde Eimsbüttel), Galina Jarkova (Liberale Jüdische Gemeinde Hamburg) und Oliver von Wrochem (Leiter KZ-Gedenkstätte Neuengamme) sprechen. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr am Bahnhof Sternschanze.

Dichter Arie Goral, Gedenktafel Paul Abraham. Fotos: Thea-Siedler-Prinz; Archiv: Michael K. Nathan, Hamburg/Sahra Vittinghoff

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Damit die Verbrechen der Nationalsozialisten nicht in Vergessenheit geraten, wird nach der Kundgebung eine Gedenktafel an den Bahnhof Sternschanze der Öffentlichkeit übergeben.

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