Hamburg stimmt ab: Alles Wichtige zur Olympia-Wahl
Wie läuft die Wahl ab? Wie geht es bei einem Ja weiter? Und was würde auf Eimsbüttel zukommen? Hier sind die Fragen und Antworten zur kommenden Olympia-Wahl.
Von Jasper KarinIn einem Monat werden die Wahlbriefe in den Hamburger Haushalten eintrudeln – und es entscheidet sich: Olympia in Hamburg – ja oder nein? Hier sind die wichtigsten Infos zur Wahl und was in Hamburg und Eimsbüttel geplant ist.
Wie läuft die Wahl ab?
Am 31. Mai ist Stichtag – dann wird per Referendum entschieden, ob sich Hamburg für die Olympischen Spiele und die Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 bewirbt. Die Wahlbriefe werden ab dem 24. April an alle Wahlberechtigten geschickt. Es ist möglich, am Wahltag in ein beliebiges Wahllokal zu gehen. Wer mindestens 16 Jahre alt ist und seit mehr als drei Monaten in Hamburg wohnt, darf wählen.
Wie geht es bei einem Ja weiter?
Wenn mehr Leute mit Ja als mit Nein stimmen und diese Ja-Stimmen mindestens ein Fünftel der Wahlberechtigten ausmachen, ist das Referendum erfolgreich.
Der Deutsche Olympische Sportbund entscheidet am 26. September, welche Stadt der deutsche Olympia-Kandidat wird. Neben Hamburg gibt es noch Olympia-Initiativen in München, Berlin und dem Gebiet Rhein-Ruhr. Dort steht allerdings auch noch ein Referendum aus und in Berlin muss das Abgeordnetenhaus der Bewerbung zustimmen.
Wie sieht das Hamburger Olympia Konzept aus?
Hamburg wirbt mit der „Olympiade der kurzen Wege“ – 85 Prozent der geplanten Sportstätten sollen in einem Radius von circa sieben Kilometern stehen. Das sollen die vier größten Sportzentren sein:
- Olympiapark: Hamburg plant, in der Nähe des Volksparks eine Mehrzweckarena zu bauen. Diese soll als Austragungsort der Leichtathletik-Wettkämpfe dienen. Das Volksparkstadion soll in eine temporäre Schwimmarena verwandelt werden. In der Barclays Arena sind das Basketball-Finale sowie Kunstturnen und Trampolin geplant.
- Heiligengeistfeld: Dort treten Sportlerinnen und Sportler in den Disziplinen Beachvolleyball, Skateboard und BMX-Freestyle an. Im Millerntorstadion sind Hockeyspiele geplant.
- Alster: Auf der Binnenalster sollen auf Plateaus Basketball-Spiele, das Bogenschießen-Finale und Padel-Partien stattfinden. Die Außenalster ist für das Freiwasserschwimmen und Stand-Up-Paddling gedacht.
- Messe Hamburg: Hier sollen Badminton-Partien, die Vorrunden im Basketball und Boxen sowie die Wettkämpfe im Fechten, Gewichtheben, Judo, in der Rhythmischen Sportgymnastik, im Ringen, Taekwondo und Tischtennis ausgetragen werden.
Das Olympische Dorf soll in der geplanten Science City in Bahrenfeld entstehen. Nach den Olympischen Spielen sollen die Unterkünfte als Wohnungen genutzt werden. Außerdem ist ein „grünes Band“ geplant. Es soll mehr Grünflächen von Stellingen bis zur Dove-Elbe schaffen. Detaillierte Infos gibt es online.
Was würde Olympia für Eimsbüttel bedeuten?
In Eimsbüttel soll der Sportpark Eimsbüttel an der Hagenbeckstraße genutzt werden. Wenn dieser fertig renoviert ist, soll dort das Radrennen auf einer 250-Meter-Holzbahn stattfinden. Auf den Rasenplätzen südlich der Rennbahn ist das BMX-Racing geplant.
Ein weiterer Austragungsort soll das Tennisstadion am Rothenbaum werden. Hier soll neben Tennis auch das Box-Finale stattfinden. Zusätzlich sollen für kurze Zeit zwei kleine Stadien neben dem Center Court errichtet werden.
Darüber hinaus sind Public-Viewing-Zonen vorstellbar. Die Stadt Hamburg wirbt damit, dass bei einer Olympia-Ausrichtung Geld in den Breitensport fließt und Sportgeräte nach Olympia an lokale Vereine abgegeben werden. Darauf könnte auch Eimsbüttel hoffen.
Was würde Olympia kosten?
Sollten die Olympischen Spiele in Hamburg ausgerichtet werden, würde das insgesamt 4,8 Millirarden Euro kosten. Das hat der Senat mit Finanzgutachtern und Experten ausgerechnet. Demgegenüber rechnet die Stadt mit Einnahmen von 4,9 Milliarden Euro – also einem Gewinn von rund 100 Millionen Euro. Das Geld würde größtenteils durch TV-Verträge, Sponsoren und Ticketverkäufe generiert.
Die Stadt Hamburg will außerdem rund 1,3 Milliarden Euro in langfristige Projekte investieren. Zum Beispiel soll der öffentliche Nahverkehr ausgebaut werden. Auch Sportanlagen sollen modernisiert, neue Grünflächen geschaffen und die Stadt barrierefreier gemacht werden.
In den Berechnungen fehlt bisher, wie teuer das Sicherheitskonzept sein wird. Außerdem hat auch der Bund noch keine feste Summe zugesagt. Wie viel dieser dazugibt, werde von der entsprechenden Haushaltslage abhängig gemacht.
Sollte Hamburg Ja zu einem Olympia-Sommer in der Hansestadt sagen? Oder wäre es doch zu teuer und zu umweltschädlich? Am Gymnasium Corveystraße wurde darüber debattiert.
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