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Baken, wohin das Auge reicht: Der XS-Boulevard Osterstraße Ende 2016. Foto: Harald H. Haase
Kolumne - vogelfrei

Osterstraße: nichts für Osterhasen

Harald H. Haase auf Streifzug auf der Champs-Élysées Eimsbüttels. Für den Kolumnisten war die Begegnung mit der Osterstraße Liebe auf den ersten Blick. Doch dann kamen die Bagger. Hält die Liebe trotz Schönheits-OP an?

Von Harald H. Haase

Kuckuck, Eimsbüttel!

Düsseldorf hat seine Kö. Berlin seinen Kudamm. Paris die Champs-Élysées. Und Eimsbüttel? Ganz genau: die Osterstraße. Ist doch doppelt naheliegend: Zum einen führt die Osterstraße mitten durchs Viertel wie die genannten Boulevards. Zum anderen kann sie es doch locker mit den Prachtstraßen in anderen Städten aufnehmen. Oder? Mit ihren Cafés, Konditoreien, Kommunikationsläden – und Karstadt. Eine unheimliche Angebotsvielfalt direkt vor der Haustür. Da ist für jedes Geschmäckle was dabei.

Wer einen schnittigen Haarschnitt braucht, weiß gar nicht, welchen der Barbiere er zwischen Methfesselstraße und Isebekkanal erwählen soll. Die Friseurdichte auf der Osterstraße ist höher als die Haardichte eines 20-Jährigen. Wer einen neuen Handyvertrag benötigt, ist in der Osterstraße gut beraten. Von H+ bis LTE ist alles OK. Und erst recht fündig wird, wer den Durchblick verloren hat, und auf der Suche nach einer neuen Brille ist. Hier gibt es mehr Gestelle als man sich vorstellen kann.

Boulevard XS

Doch die Osterstraße hatte einen Makel. Sie wollte Boulevard sein. Und war doch höchstens ein Boulevard XS, so sehr sie sich auch streckte und reckte. Ein Kuddelmuddel aus Autos, Rädern und Fußgängern. Ein Mischmasch aus Parkchaos, schmalen Bürgersteigen, ohne Angebot zu verweilen. Kein Flanieren, kein Repräsentieren, kein Charme und keine Melone. Das erkannten auch Politik und Behörden und verordneten ihr eine grundlegende Schönheits-OP. Am offenen Gesicht sozusagen. Man spricht von sieben Millionen Euro OP-Kosten. Und alle dürfen und müssen zusehen. Betrieb und Verkehr gehen und gingen weiter. Trotz Dauerbaustelle. Langsam, so sagen viele, die mit ihren vollen Einkaufstüten zwischen den Bakengängen entlangwandern, ist es auch genug.

Der erste Bauabschnitt ist Geschichte, der Blick frei auf ausladende Gehsteige, großzügige Baumumrandungen und auf Radwege am Straßenrand. Jetzt weiß jeder Radler, wo er sein Fahrrad anschließen kann. Und jeder Fußgänger weiß, dass er beim Gehen so schnell niemandem mehr auf die Füße tritt. Wenn erstmal die letzten Baken zwischen Heuß- und Schulweg verschwunden sind, man in einem Rutsch von Westen nach Osten und zurück flutscht, dann, ja dann erkennt vielleicht auch der Letzte, dass aus dem mäßigen XS-Boulevard ein adretter XL-Boulevard gewachsen ist. Dass niemand mehr nach Düsseldorf, Berlin oder Paris fahren will und muss.

Ein Glühwein auf die Osterstraße

Unabhängig davon schlägt das Herz der Osterstraße in dieser Adventszeit am Fanny-Mendelssohn-Platz. Ho, ho! Es weihnachtet sehr auf dem Weihnachtsmarkt. Der Punschbecher kreist in froher Runde. Sehr zum Wohle! Und das ausgerechnet in der Osterstraße. Ist aber kein Problem, hat die Osterstraße doch rein gar nichts mit dem christlichen Auferstehungsfest zu tun. Sie heißt sehr wahrscheinlich so, weil sie nach Osten führt. Dorthin, wo früher der Isebekkanal nicht kanalisiert und noch ein Sumpfgebiet war. Versumpfen Sie nicht!

Schönen Tag noch. Ich hab jetzt frei.

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