Keine Post mehr: Kioskbetreiber spricht von Übergriffen
Die Partnerfiliale der „Deutschen Post“ in der Schlüterstraße ist geschlossen. Der Inhaber berichtete von Auseinandersetzungen mit Post-Kunden.
Von Hanna AnthonisenDie Deutsche Post sucht eine neue Partnerfiliale in Rotherbaum. Bisher gab es einen Standort im Geschäft „Unser Markt“. Doch der Besitzer hat die Zusammenarbeit beendet. Es habe immer wieder Übergriffe durch Post-Kunden gegeben.
Zusammenarbeit beendet
Seit August letzten Jahres ist Mert Canbek der Besitzer von „Unser Markt” in der Schlüterstraße. Anfang des Monats hat er die Post-Partnerfiliale in seinem Geschäft aufgelöst. Bis dahin diente sie als Ersatz für die Postbank im Alten Fernmeldeamt.
Post-Partnerfiliale oder DHL-Paketshop
Für eine Post-Partnerfiliale muss das Geschäft mehr Fläche bereitstellen als für einen DHL-Paketshop. Bei beiden Geschäftsmodellen erhalten die Betreiber eine Provision für die Annahme und Ausgabe von Paketen. Post-Partnerfilialen nehmen darüber hinaus Briefe an und verkaufen Brief- und Paketprodukte. In manchen Post-Partnerfilialen können zudem bis Ende 2025 Bankdienstleistungen in Anspruch genommen werden.
Einer der Gründe, die Zusammenarbeit mit der Deutschen Post zu beenden, sei das Kundenverhalten, sagt Canbek. Wenn es bei der Paketzustellung zu Problemen gekommen sei, hätten seine Mitarbeiter die Schuld und den Frust abbekommen. Sie seien das Beschwerdemanagement vor Ort gewesen. Dabei sei es auch zu Beleidigungen gekommen.
Schließung auch eine finanzielle Entscheidung
Die daraus resultierende schlechte Stimmung schade dem Ruf seines Geschäfts, sagt Canbek. Negative Google-Bewertungen stünden fast ausschließlich im Zusammenhang mit Problemen mit der Post. Um seine Mitarbeiter zu schützen und die Stimmung im Geschäft zu verbessern, habe Canbek beschlossen, die Postfiliale aus seinem Angebot zu streichen.
Finanziell würde sich daraus für ihn kein Nachteil ergeben. Das Konzept, dass durch die Brief- und Paketannahme neue Kunden gewonnen werden, die den Umsatz steigern, sei in seinem Fall nicht aufgegangen. Zudem waren seinen Angaben nach zwei Vollzeitkräfte notwendig, um die Post-Partnerfiliale dauerhaft zu besetzen.
Übergriffe kein Einzelfall?
Seit einiger Zeit wird immer wieder auf die Situation von Paket- und Postzustellern aufmerksam gemacht. Gegenüber der Tagesschau berichtete die Deutsche Post von Rassismus und Anfeindungen, denen ihre Mitarbeiter ausgesetzt sind. Im Gespräch mit der WAZ äußerte Nikola Hagleitner, Vorstandsmitglied bei der Deutschen Post, ihre Erschütterung über die zunehmenden Aggressionen. Sie wünsche sich mehr Wertschätzung für die Arbeit der Zusteller.
Beleidigungen oder Übergriffe gegenüber Partnern und Inhabern von Paketshops seien bisher nicht bekannt, sagte Stefan Laetsch von der Pressestelle der DHL Group auf Anfrage der Eimsbütteler Nachrichten. Partner würden jedoch im Umgang mit schwierigen Kunden geschult.
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