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Hamburg Eimsbuettel Eva Kaczor Psychedelic Breath
TEXT: CATHARINA RUDSCHIES / FOTOS: TINA GROH
Magazin #17

Im Sauerstoffrausch

Die Atemtechnik „Psychedelic Breath” soll Heilungskräfte anregen und Menschen auf eine andere Bewusstseinsebene bringen. Unsere Autorin hat ausprobiert, wie es sich anfühlt, wenn der ganze Körper summt.

Von Catharina Rudschies

„Tief einatmen. Erst in den Bauch, dann in die seitlichen Rippen und zum Schluss in die Brust und das Herz.” Ich nehme einen tiefen Atemzug und versuche, die Luft in die verschiedenen Körperregionen fließen zu lassen. Leichte elektronische Beats vermischt mit indigenen Klängen füllen den Raum. Ganz automatisch versuche ich meine Atmung an den Rhythmus der Musik anzupassen.

Ich sitze mit circa 15 anderen Teilnehmern im „Psychedelic Breath Workshop” im Meridian Spa & Fitness in Eimsbüttel. Eva Kaczor, gelernte Diplom-Psychologin, Gründerin, Yoga-Trainerin und Coach, hat „Psychedelic Breath” selbst entwickelt und leitet die Stunde. Das Programm verbindet unterschiedliche Atemübungen mit einem speziell dafür kreierten elektronischen DJ-Set.

Mit Sauerstoff in die Ekstase

Vor dem Workshop ist meine Skepsis groß. Über „Psychedelic Breath” lese ich, dass es die Anwender auf eine andere Ebene des Bewusstseins hebt. Die Atemtechnik soll einen in die Tiefen seines Körpers leiten, wo man seine eigenen Heilungskräfte findet. Sogar von einem Zustand der Ekstase ist die Rede. Ich kann das alles nicht glauben und frage mich, ob da wohl auch andere Substanzen eine Rolle spielen. Ich bin gespannt, was mich erwartet.

Hamburg Eimsbuettel Eva Kaczor Atemtechnik "Psychedelic Breath"
Eva Kaczor ist die Entwicklerin von „Psychedelic Breath“.

Eva Kaczor leitet uns an, schneller zu atmen. Ein, aus, ein, aus, ein, aus… Ich sauge die Luft in meine Lungen und stoße sie kraftvoll wieder heraus. Mir wird heiß, ein wenig schwindelig im Kopf. Mein ganzer Körper vibriert im Einklang mit den Bässen der Musik. Ich befinde mich in einem Sauerstoffrausch. Später erfahre ich, warum das so ist: Durch das schnelle Ein- und Ausatmen sinkt die Konzentration von Kohlenstoffdioxid in meinem Blut und so reite ich auf einer Wolke aus Sauerstoff, die meinen Kopf etwas benebelt.

„Die richtige Atmung lässt Glückshormone ansteigen.“

Eva Kaczor

„Die Übung simuliert eine Art kontrolliertes Hyperventilieren”, erklärt Eva Kaczor, die sich lange Zeit mit den neurochemischen Prozessen beschäftigt hat, die durch Atemtechniken in unserem Körper angestoßen werden. „Die richtige Atmung lässt bei uns Glückshormone wie Serotonin, Dopamin und Oxytocin ansteigen. Gleichzeitig sinken Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol”, sagt sie. Zum einen hilft das beim Spannungsabbau. Zum anderen kann gerade Cortisol Entzündungen im Körper fördern.

„Psychedelic Breath“ senkt den Blutdruck und die Herzfrequenz

Atemtechniken wie die des „Psychedelic Breath” sind nichts Neues. Seit tausenden von Jahren werden sie schon in der indischen Lehre des Yoga praktiziert. Gewissen Übungen schreibt man eine reinigende und beruhigende Wirkung zu, weil sie Teile unseres Nervensystems aktivieren, die den Blutdruck und die Herzfrequenz senken. Andere sollen regelrechte Energieschübe geben und die Konzentration steigern.

Als langjährige Yogalehrerin kennt Kaczor die verschiedenen Praktiken und ihre Wirkung. „Ich habe die Übungen für Psychedelic Breath einfach so angepasst, wie sie mir gut taten”, erklärt sie. Die Effekte seien aber die gleichen.

Kaczor: Atemübungen helfen Körper und Geist

Für Kaczor sind Atemtechniken mehr als nur ein Weg zu Entspannung und körperlichem Wohlergehen. „Bei Atemübungen trete ich auch in Kontakt mit meinem seelischen, emotionalen und spirituellen Körper”, so die Trainerin. Wer achtsam sei und auf sich, seinen Körper und sein Herz höre, der wisse auch, welchen Weg er in seinem Leben nehmen müsse, ist sie überzeugt. Atemübungen könnten somit auch helfen, mentale und emotionale Blockaden zu lösen.

Während ich angestrengt versuche, den Anweisungen Kaczors zu folgen, meinen Atem langsamer und schneller werden zu lassen und die Atempausen richtig einzuhalten, versinke ich in eine Art Meditation. Es ist die Konzentration und der Sauerstoffrausch, die mir das Gefühl geben, dass mein Kopf leer wird und ich in meinem Atem und dem Takt der Musik versinke. Und dann leitet Kaczor uns mit Fragen in unser Ich. „Welches Wesen hat dich einmal verletzt?”, „Welche Frage treibt dich gerade um?”, „Wer willst du sein?”. Gefühle kommen in mir hoch, werden durch die Fragen Eva Kaczors getriggert. Doch ein klares Bild erfasse ich davon nicht. Ich bin zu beschäftigt, auf meinen Atem zu achten.

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