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Straßenschild Matthesonstraße. Foto: Robin Eberhardt

Geschichte

Straßennamen in Eimsbüttel: Matthesonstraße

Osterstraße, Hoheluftchaussee, Gärtnerstraße: lebendige Einkaufsstraßen in Eimsbüttel und all die kleineren und kleinen Wohnstraßen – woher haben sie ihre Namen? Die Eimsbütteler Nachrichten klären in lockerer Folge auf…

schedule Lesezeit ca. 2 min.

Die Matthesonstraße ist eine kleine Seitenstraße zwischen der Lappenbergsallee und der Rellinger Straße. In der charmanten Straße gibt es wenig Durchgangsverkehr und schöne, mehrgeschossige Wohngebäude mit einigen gepflegten Vorgärten.

Sohn eines Kaufmanns

Die Matthesonstraße ist nach Johann Mattheson, einem Opernsänger, Komponisten, Musikschriftsteller und Mäzen, benannt. Der Sohn eines reichen Kaufmanns wurde am 28. September 1681 in Hamburg geboren.

Ein Blick in die Matthesonstraße. Foto: Robin Eberhardt
Ein Blick in die Matthesonstraße. Foto: Robin Eberhardt

Der junge Mattheson lernte mehrere Fremdsprachen (Englisch, Französisch, Italienisch und Latein) und erhielt eine umfassende Ausbildung auf musikalischem Gebiet. Zudem wurde er in Gesang, Violine, Orgel und Cembalo unterrichtet.

Mit Händel befreundet

Schon mit neun Jahren begleitete er sich beim Singen mit der Harfe. Im Alter von 18 Jahren komponierte er seine erste Oper, leitete ihre Aufführung und sang dabei die Hauptrolle.

Jugendstilfassaden dominieren die Matthesonstraße. Foto: Robin Eberhardt
Jugendstilfassaden dominieren die Matthesonstraße. Foto: Robin Eberhardt

Mattheson lernte 1703 Georg Friedrich Händel kennen und zwischen den beiden entwickelte sich eine langjährige aber nicht unproblematische Freundschaft. Mattheson fühlte sich zeitlebens von Händel zu gering geschätzt.

Einflussreicher Herausgeber

Im Jahr 1704 wurde Mattheson zuerst Hofmeister, dann auch Sekretär und Korrespondent des englischen Gesandten in Hamburg. Das sicherte ihm sowohl ein sicheres Auskommen als auch einen gehobenen sozialen Status in der Hansestadt. Diese Anstellung behielt er bis ins hohe Alter. Ein Jahr später beendete er seine Tätigkeit als Opernsänger.

Zwischen dem 31. Mai 1713 und dem 26. Mai 1714 war Mattheson der Herausgeber der Zeitschrift “Der Vernünfftler” – die erste “Moralische Wochenschrift” in deutscher Sprache. Die bezog sich auf Hamburgs Verhältnisse und es wurden meist ins Deutsche übersetzte Texte aus den beiden englischen Zeitschriften Tatler und Spectator veröffentlicht.

Die Fassaden sind in verschiedenen Farben gehalten. Foto: Robin Eberhardt
Die Fassaden sind in verschiedenen Farben gehalten. Foto: Robin Eberhardt

Trotz der kurzen Erscheinungsdauer von nur einem Jahr hatte sie, nach Ansicht des deutschen Sprachwissenschaftlers Peter Polenz, großen Einfluss auf “die gesamte Entwicklung der deutschen Literatursprache”.

Musikdirektor am Hamburger Dom

Im folgenden Jahr wurde er Vikar und 1718 Musikdirektor am Hamburger Dom, auch als Alter Mariandom bekannt und 1805 abgerissen. Diese Stelle hatte er bis 1728 inne, dann musste er sie aufgeben, weil es zu einem Streit mit den Sängern der Oratorien kam, die daraufhin seine Proben boykottierten. Außerdem wurde seine Schwerhörigkeit immer schlimmer, später ertaubte er ganz.

Danach verfasste er musiktheoretische Schriften und gab verschiedene Zeitschriften, wie zum Beispiel die erste deutsche Musikzeitschrift “Der musikalische Patriot”, heraus. Zudem übersetzte er musikalische Fachliteratur und Romane aus dem Lateinischen, Italienischen, Französischen und Englischen.

Grabmal im Michel

Im Jahr 1761 gab Mattheson zwei Jahre nach Händels Tod die erste deutsche Übersetzung der Händelbiografie “Memoirs of the Life of the Late George Frederic Handel” von John Mainwaring heraus. Das war die erste Biografie eines Komponisten in Buchform.

Die Balkonverzierung sind mit Liebe ausgestaltet. Foto: Robin Eberhardt
Die Balkonverzierung sind mit Liebe ausgestaltet. Foto: Robin Eberhardt

Johann Mattheson war seit 1709 mit der englischen Pastorentochter Catharina Jennings verheiratet, die beiden hatten keine Kinder. Im Alter von 82 Jahren starb Mattheson am 17. April 1764 in Hamburg. Er wurde im Gruftgewölbe der Hauptkirche Sankt Michaelis beigesetzt und bei seiner Beerdigung wurde ein von ihm selbst verfasstes Oratorium gespielt.

Das Grabmal ist heute noch im Michel zu besichtigen, dieses “ewige Grabmal” verdankt der Komponist dem Vermächtnis von 44.000 Mark für den Bau einer neuen Orgel in der bedeutendsten Barockkirche Norddeutschlands.

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