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Ein pinkes Neonschild mit dem Albumtitel prangt über der Bar. Foto: Robin Jaede
Pop-up-Club im Grindelviertel

Trümmer in der Interzone

Eimsbüttels Clublandschaft ist dünn besiedelt. Vier Tage lang hat die Hamburger Band Trümmer in der Grindelallee in der letzten Aprilwoche Abhilfe geschaffen und die Bar „Interzone“ eröffnet. Zum Abschluss fand am Freitag das Konzert zur Albumveröffentlichung statt. Wir waren für euch dabei.

Von Robin Jaede

Bands lassen sich einiges einfallen, um neue Alben zu bewerben. Die Chemnitzer Kraftklub fahren mit einem ganzen Konvoi durch Deutschland, die Kölner Annenmaykantereit bringen sogar ein Zirkuszelt mit. Die Hamburger Band Trümmer entschied sich für einen Pop-up-Club im Grindelviertel. In den Räumen der Hamburger Kreativ GmbH, einem Unternehmen der Stadt, in der Grindelallee 117 fanden über vier Tage verschiedene Konzerte statt.

Willkommen in der Interzone

Eigentlich alles in der „Interzone“ ist an das neue Album der Hamburger-Schule-Band angelehnt. Das gleichnamige Werk ist benannt nach dem Buch des US-amerikanischen Schriftstellers William S. Burroughs. Auf elf Songs beschäftigt sich die Band mit Utopien und ebenjenen traumartigen Zwischenwelten, die Burroughs in seinen Kurzgeschichten beschreibt. Entsprechend surreal ist das Innere der Interzone Bar. Das Neonschild taucht den Raum in pinkes Schimmern, in der Mitte steht eine Palme, drum herum weiße Plastikgartenmöbel. Eine Welt um mal aus der wirklichen rauszukommen.

In der Interzone ticken die Uhren anscheinend anders. Der Konzertbeginn war für 21 Uhr angesetzt, die Vorband Lafote betritt die Bühne um 22:30 Uhr. Die Verspätung stört niemanden so wirklich. Man kennt sie von früheren Auftritten von Trümmer, die beiden Bands sind eng befreundet. Beide kommen aus Hamburg, bei beiden hört man es. Eine halbe Stunde zum Einheizen haben sie Zeit, dann ist Umbaupause für Trümmer.

Popkultur für Eimsbüttel

Im Keller der Interzone ist es inzwischen heiß und stickig, eine Lüftung gibt es nicht. Trümmer spielen die Songs ihres neuen Albums, dazu ein paar ältere. Sänger Paul Pötsch ist nach kurzer Zeit sichtbar verschwitzt. Das neue Werk der Hamburger dreht sich thematisch um zwei Kernelemente. Erfahrungen aus den unbestimmten Welten, die Realität und Fiktion verschwimmen lassen und den Hang zur Grandeur. Geschichten vom Rausch wechseln sich mit großen Metaphern ab. Wenn Pötsch beispielsweise in „Europa Mega Monster Rave“ die gesamte Welt einlädt, ist das auf den ersten Blick nur eine verrückte Geste, auf den zweiten aber ein ernst gemeintes Statement zur Fluchtsituation auf der Welt.

Trümmer in der Interzone

Sänger/Gitarrist Paul Pötsch, Bassist Tammo Kasper und Schlagzeuger Maximilian Fenski im Zwielicht der Interzone. Foto: Robin Jaede

Der Abend in der Interzone zeigt, wo es für Trümmer hingeht. Das Konzert war trotz des kurzen Vorlaufs nahezu sofort ausverkauft, mehrere Kamerateams filmen das Konzert. Trümmer haben die Hamburger Schule aus der Versenkung geholt und sind im Augenblick eine der interessantesten Hamburger Bands. Um so besser, dass sie Eimsbüttels Popkultur ein Bisschen Scheinwerferlicht bringen.

https://www.youtube.com/watch?v=4cZqMEamj8w

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