Anzeige
Aktualisiere Standort ...
Standort konnte nicht ermittelt werden. Aktiviere deine Standortfreigabe.
Standort wurde erfolgreich ermittelt.
Michael Eberle als Hamm in Samuel Becketts "Endspiel". Foto: Kalliope Universitätstheater e.V.
Michael Eberle als Hamm in Samuel Becketts "Endspiel". Foto: Kalliope Universitätstheater e.V.
Theater

Samuel Becketts „Endspiel“ auf der Uni-Bühne

Endzeitstimmung im Studententheater: In diesem Semester wird Samuel Becketts "Endspiel" vom Kalliope Theater an der Uni im Anna-Siemsen-Hörsaal gezeigt.

Von Vanessa Leitschuh

Es ist weder Tag, noch Nacht. Ein düsterer Raum, vier Personen. Mehr ist nicht geblieben. Samuel Becketts „Endspiel“ spielt in einem postapokalyptischen Szenario und wird in diesem Wintersemester von der studentischen Initiative der Uni Hamburg „Kalliope Universitätstheater e.V.“ aufgeführt.

Das Kalliope Theater

Seit 2014 bringt das Kalliope Theater in Eigenregie jedes Semester eine neue Theateraufführung auf die Hörsaal-Bühne. In ihrer sechsten Produktion steht der Einakter „Endspiel“ des Iren Samuel Beckett auf dem Spielplan. Die studentische Initiative, die passend nach der Muse der epischen Dichtung und der Wissenschaft benannt ist, hat insgesamt 56 Mitglieder. An dem aktuellen Stück wirken 17 Studenten mit.

Kalliope

Neue Herausforderungen für das Kalliope-Theater

Die Studenten vom Kalliope-Theater stellen nicht nur eigene Stücke auf die Beine, sie möchten nun auch Schüler mit Theaterliteratur in Berührung bringen. Eine Crowdfunding-Kampagne soll den Fortbestand des Projektes sichern.

Vier davon sind auf der Bühne zu sehen: Michael Eberle als der blinde und lahme Hamm, Julian Bohm als dessen Diener Clov, Sophie Koutrakos als Nagg und Henrietta Fleischmann als Nell – die beiden Eltern Hamms.

„Es ist zu Ende, es geht zu Ende.“

Schon am Anfang des Stücks beginnt das Spiel mit dem Ende. Immer wieder ist im Hintergrund wie ein Countdown das Ticken einer Uhr zu hören. Was sich außerhalb des Raums befindet, kann der Zuschauer nicht wissen, aber es ist zu ahnen: nichts.

„Die Natur gibt es nicht mehr“, erklärt Clov seinem Herren Hamm.

Hamm sitzt in einer Badewanne in der Mitte des Raums. Er scheucht seinen Diener Clov umher, während Hamms Eltern, Nagg und Nell, in Tonnen vor sich hinvegetieren. Clov ist als einziger der vier Figuren, nicht der Möglichkeit zu gehen beraubt. Der einzige, der sich unter Mühen, aber frei im Raum bewegen kann, ihn selbstständig verlassen könnte.

Henrietta Fleischmann als Hamms Mutter Nell auf der Bühne. Foto: Kalliope Universitätstheater e.V.
Henrietta Fleischmann als Hamms Mutter Nell. Foto: Kalliope Universitätstheater e.V.

„Tue dies, tue das und ich tu’s. Warum?“, fragt sich Clov. Warum er bleibt und Hamm weiter dient, weiß er selbst nicht. Sein „Ich verlasse dich“ zieht sich durch das Stück – zunächst als bloße Floskel, später als Drohung.

Das Ende bleibt offen

Am Ende wird die Drohung lauter. Bis schließlich auch Hamm ihn entlässt. „Wir entlassen uns gegenseitig“, erklärt er seiner rechten Hand und verstummt. Nagg und Nell liegen nur noch reglos in ihren Tonnen.

Clov schickt sich an zu gehen, er zögert. Das Licht geht aus und seine Entscheidung bleibt offen.

Weitere Aufführungen bis Ende Januar

Die Aufführung macht den Klassiker erfahrbar, die Schauspieler schaffen eine Atmosphäre, die dem Stück gerecht wird und werfen die Frage nach den Abhängigkeiten und dem Miteinander auf.

Weitere Aufführungen am 26. und 27. Januar um 20 Uhr finden im Anna-Siemsen-Hörsaal an der Uni Hamburg im Von-Melle-Park 8 statt.

Verwandter Inhalt

Die Hamburger Kammerspiele haben am Donnerstag die neue Spielzeit eröffnet. Die Inszenierung „Was man von hier aus sehen kann“ nach dem Roman von Mariana Leky machte den Auftakt. Ein Abend mit eigenwilligen Charakteren in einem Dorfidyll im Westerland und ein Okapi als Todesbote.

Am 28. April hat die rasante Komödie „Nein zum Geld!“ in den Hamburger Kammerspielen Premiere gefeiert. Der neue künstlerische Leiter des kleinen Privattheaters, Sewan Latchinian, inszenierte das Stück der Autorin Flavia Coste.

Das Stück „Die Nervensäge“ hat in den Hamburger Kammerspielen Premiere gefeiert. Heiter geht es zu, wenn ein Profikiller an einer Nervensäge verzweifelt. Herrlich überdreht gibt Sewan Latchinian, künftiger künstlerischer Leiter des kleinen Privattheaters, den Killer, der langsam, aber sicher die Contenance verliert.

Im Eppendorfer Weg hat ein Bistro eröffnet. Die Spezialität von “Zimt und Koriander” sind Mezzedes – griechische Tapas.

-
Neu im Stadtteilportal
PHOTO PORST

Tibarg 44
22459 Hamburg

Anzeige
Anzeige