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Passt der Beifahrer auf, erübrigt sich die Parkplatzsuche - so läuft der "Haase" an der Osterstraße. Foto: Amelie Nerger
Hund und Haase auf Parkplatzsuche. Foto: Amelie Nerger
Kolumne - vogelfrei

Haste mal ´nen Parktplatz bei Osterstraße?

Die Parkplatzsuche in Eimsbüttel ist schwieriger als die Partnersuche. Unserem Kolumnisten Harald H. Haase ist bei seiner Shoppingtour an der Osterstraße ganz schwindlig geworden. Auch die vermeintliche Rettungsinsel erwies sich als Fata Morgana.

Von Harald H. Haase

Kuckuck Eimsbüttel!

Da wird man plötzlich und unerwartet vom Kaufrausch heimgesucht und muss unbedingt auf große Shoppingtour gehen. Am besten in der Osterstraße, ist ja gleich ums Eck und die Eimsbütteler Einzelhändler sollen auch nicht nur von der Hand in den Mund leben. Die Kröten zusammengerafft und ab dafür. Schnell runter in die Tiefgarage, rein ins Auto und mit Drive die siebenhundert Meter vom Steenwisch zum Eimsbütteler Boulevard runter. Die Sitzheizung tut gut. Doch dann das Desaster: Es gibt keinen Parkplatz. Nicht für den ausladenden SUV, nicht mal für ´nen smarten Smart. Runde folgt auf Runde. Zur Erheiterung liefert das Autoradio Grönemeyers „Mambo“. („Ich komm´ zu spät zu dir mein Schatz, ich finde keinen Parkplatz“) Hier geht´s nicht um den einen Schatz, hier geht es um Essentielles, den Einkaufsschatz, der endlich gehoben werden soll. Aber wie, bitte schön, mit hinderlichem Auto unterm Hintern? Ein Drive-Through-Kaufhaus wäre die Lösung.

vogelfrei parken:

Vogelfrei parken an der Osterstraße

Ein Problem, das jeder Eimsbütteler kennt: Die leidige Parkplatzsuche. Foto: Matthias Berger
Platzsparendes Gefährt: Wenn jetzt Sommer wär... dann wäre auch die Parkplatzsuche Schnee von gestern. Foto: Anja von Bihl
Auch auf dem Radweg wird zuweilen geparkt. Foto: Anja von Bihl
Smart ist hier höchstens das Auto - Wer auf der Verkehrsinsel parkt, wird abgeschleppt. Foto: Karoline Gebhardt

Runde um Runde

Die Situation eskaliert: Eine halbe Stunde ist rum. Immer wieder die freundlichst formulierte Frage aus dem runtergelassenen Fenster: Fahren sie weg? Immer wieder die gleiche Antwort: Nein. Bei der zehnten Runde fragt man sich schon vorweg, ob der blaue Golf aus Bielefeld wohl noch da steht und einen Platz blockiert. Tut er. Der Unmut steigt wie auch die Ungeduld. Ein Schuldiger muss her. Das Bezirksamt. Mit dem Umbau der Osterstraße gingen viele Parkplätze flöten. Wie konnten die nur? Die wussten doch genau, dass es knapp ist mit Parkraum? Vollpfosten! Eine Dreiviertelstunde ist rum. Die Aktion abblasen und wieder zurück in die Tiefgarage? Da kommt die rettende Idee: Die breite Verkehrsinsel in der Straßenmitte ist wie geschaffen für einen exklusiven Parkplatz. Wird schon keiner meckern. Stehen ja auch andere drauf. Nicht so angestellt. Auto abgestellt. Wie vorgestellt ins Einkaufsvergnügen.

Die Parkplatznot an der Osterstraße erwischt auch Anwohner der Parallel- und Nebenstraße kalt. Nicht nur im Winter. Mussten sie früher eine Stunde einen Parkplatz suchen, wenn sie nachmittags nach Hause kamen, sind es jetzt schon mal anderthalb oder zwei Stunden. Vereinzelte Erzählungen berichten, dass Anwohner im Auto übernachtet haben. Auto statt Zeltplatz. Alle haben die Wut. Doch ob sich was ändern wird? Stellplätze sind rar und teuer. Der Ball liegt bei den Behörden. Ist ein Parkhaus unter einem Fußballplatz an der Tornquiststraße die Lösung? Kann das Karstadt-Parkhaus die Automassen schlucken? Sollen Neubauten wieder zwingend eine Tiefgarage haben?

Kein Platz zum Ausladen? Jetzt schon. Foto: Karoline Gebhardt
Kein Platz zum Ausladen? Jetzt schon. Foto: Karoline Gebhardt

Laster Auto?

Der Personenkraftwagen: Bereifte Freiheit für freie Bürger im wilden Westen Hamburgs. Das Auto ist der Eimsbütteler Laster. Aber: Nicht jedes Auto macht automatisch glücklich. Schon gar nicht, wenn es grad nicht gebraucht wird. Immer wieder die Frage: Wohin mit meinem Auto? Die Frage könnte auch lauten: Warum eigentlich ein Auto? Kommt man in Eimsbüttel und Hamburg nicht auch mit Bus und Bahn gut hin und weg? Oder mit den Füßen oder dem Fahrrad? Und wenn es nicht ohne Motor geht, gibt´s immer noch Carsharing-Angebote.

Die breite Verkehrsinsel bringt dem genervten Parkplatzsuchenden kein Glück. Vollbepackt kehrt er zu seinem Auto zurück – und findet kein Auto. Das kann er sich jetzt woanders abholen und auslösen. Ein teures Shopping-Vergnügen.

Schönen Tag noch. Ich habe jetzt frei.

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Harald H. Haase findet in letzter Zeit oft nicht mal mit dem Fahrrad einen Parkplatz an der Osterstraße. Foto: Andreas Schröder

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