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Symbolfoto. Am Samstag zieht das Bündnis durch Rotherbaum und Harvestehude.
Symbolfoto: Catharina Rudschies
Protest

„Wer hat, der gibt“: Linke Demo zieht durch Eimsbüttel

„Die Reichen müssen für die Krise bezahlen“: Mit dieser Forderung zieht am Samstag das Bündnis „Wer hat, der gibt“ durch Rotherbaum und Harvestehude. Unter den erwarteten 2.000 Teilnehmern rechnet die Polizei mit bis zu 300 Personen aus dem linksextremen Spektrum.

Von Alana Tongers

„Die Zeiten von Wer hat, dem wird gegeben sind vorbei“, kündigt eine Stimme im Trailer an. Geht es nach den Veranstaltern der für Samstag angekündigten Demonstration heißt es künftig: „Wer hat, der gibt“. Unter diesem Titel will der linke Zusammenschluss für eine Umverteilung von Vermögen demonstrieren.

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Demozug durch „Reichenviertel“

Die Demo startet um 18 Uhr am Bahnhof Dammtor und will in den „Reichenvierteln“ Rotherbaum und Harvestehude auf sich aufmerksam machen: „An diesen Orten des offensichtlichen Reichtums und Überflusses wird umso mehr deutlich, wie tief gespalten unsere Gesellschaft ist“, heißt es von den Veranstaltern zur Wahl der Route.

Sie sollte ursprünglich über den Mittelweg zur fördern&wohnen-Unterkunft an den Sophienterrassen führen. Das hat die Polizei kurzfristig gestoppt. „Die Straßen dort sind zu eng“, teilte Pressesprecher Holger Vehren mit.

Stattdessen soll die Demo nun vom Mittelweg über die Hallerstraße, die Hochallee, die Oberstraße zurück zum Mittelweg bis an den Harvestehuder Weg führen. Dort ist von 21 bis 23 Uhr die Abschlusskundgebung angemeldet.

Block für Millionäre

Anlass für die Demonstration sind für die Veranstalter die Auswirkungen der Corona-Krise, die besonders den armen Teil der Bevölkerung träfen. Deswegen fordert das Bündnis: „Die Reichen müssen für die Krise bezahlen!“

Unter anderem will der Zusammenschluss eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer und mehr Bezahlung für systemrelevante Berufe. „Wir werden in den kommenden Verteilungskämpfen zusammenhalten und da abkassieren, wo der Reichtum überquillt“, heißt es auf der Website des Bündnisses.

Die Demo richte sich nicht gegen Millionäre, sondern fordere sie auf, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Sie werden deswegen auf der Website eingeladen, an der Demonstration teilzunehmen – in einem eigens eingerichteten Millionärs-Block. „Bisher hat sich noch keiner angemeldet“, so ein Pressesprecher von „Wer hat, der gibt“. Aber es sei ja noch Zeit.

Auf der Website können sich Millionäre für den Millionärs-Block anmelden – und dafür so einige Fragen beantworten. Quelle: werhatdergibt.org

Polizei rechnet mit Ausschreitungen

Die Polizei rechnet am Samstag mit 1.500 bis 2.000 Teilnehmern. „Darunter erwarten wir 200 bis 300 Personen, die dem linksextremen Spektrum zugeordnet werden können“, so Pressesprecher Holger Vehren. Aus ihren Blöcken könne es zu Provokationen gegen Polizisten und zu Straftaten kommen. Dazu gehöre die Sachbeschädigung an „Reizobjekten“, wie zum Beispiel Maklerbüros und Autos. Auch der Einsatz von Pyrotechnik werde erwartet.

Hinter „Wer hat, der gibt“ steckt ein Bündnis aus verschiedenen linken Gruppen und Einzelpersonen. Neben „Ende Gelände“ sind unter anderem die „Interventionistische Linke“, „Schwarz-Roter 1. Mai HH“ und „Antifa Hoheluft“ mit dabei, die die Polizei als linksextremistisch einstuft. „Die Polizei wird mit dementsprechend starken Kräften vor Ort sein“, so Vehren.

Widersprüche innerhalb des Bündnisses

Dass innerhalb des großen Spektrums des Bündnisses durchaus verschiedene Ziele verfolgt werden, zeigt ein Online-Beitrag von „Schwarz-Roter 1. Mai HH“: Unter dem Titel „Wer hat, dem wird genommen“ ruft die Gruppe dazu auf, sich ihrem anarchistischen Demoblock „dort wo die schwarzen Fahnen wehen“ anzuschließen.

In dem Post widerspricht „Schwarz-Roter 1. Mai HH“ einigen Forderungen von „Wer hat, der gibt“. So ändere die Besteuerung von Reichen ihrer Meinung nach nichts an dem grundsätzlichen Problem: der Herrschaft von Menschen über Menschen.

Der 19. September ist ein bundesweiter Aktionstag von „Wer hat, der gibt“. Zeitgleich zur Demo in Hamburg gehen auch Menschen in Berlin, Hannover und Kaiserslautern auf die Straße.

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