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24 Stunden Alarmbereitschaft

Die Jugendfeuerwehr Eimsbüttel hat am Wochenende 24 Stunden lang für den Ernstfall geprobt. Den Auftakt machten die Jugendlichen im Alter zwischen 10 und 17 Jahren in der Redaktion der Eimsbütteler Nachrichten.

Von Ada von der Decken
Die Jugendfeuerwehr erreicht den ersten Einsatzort: die Eimsbütteler-Nachrichten-Redaktion
Die Jugendfeuerwehr erreicht den ersten Einsatzort: die Eimsbütteler-Nachrichten-Redaktion

Ich bin eine gehbehinderte Frau, der dichte Rauch, der die Redaktion der Eimsbütteler Nachrichten durchdringt, hat mich ohnmächtig werden lassen. In diese Rolle bin ich zumindest an diesem Samstagnachmittag für eine Übung der Jugendfeuerwehr Eimsbüttel geschlüpft. Ich liege mucksmäuschenstill im letzten Winkel unserer Redaktion. Auf dem Herd steht ein Kochtopf, daneben blinken zwei rote Lampen. Hier wird ein Küchenbrand simuliert – eine Standardsituation.

Rund einmal in der Woche rückt die Freiwillige Feuerwehr Eimsbüttel aus, weil jemand sein Essen auf dem Herd vergessen hat. Für die Nachwuchsfeuerwehrleute also eine wichtige Übung. Ich höre, wie die Manschetten der Feuerwehrschläuche über den Betonboden gezogen werden. Sie scheinen schwer zu sein, die jungen Helfer sind schon richtig außer Atem geraten. Eine helle Stimme fragt: „Hallo, ist da jemand?“ Ich gebe keinen Laut von mir, das können Bewusstlose schließlich nicht.

Heute geht es nicht um Schnelligkeit

Aus dem Funkgerät scheppert die Frage, ob die Truppe das Opfer schon gefunden habe: „Negativ“, die professionelle Antwort. Die Einsatzkräfte kümmern sich jetzt um das Feuer. Um Schnelligkeit geht es heute nicht, sondern darum, alles richtig zu machen. Jetzt richten die Kids die C-Rohre auf den Herd. „So, Feuer ist gelöscht“, erklärt eine etwas zittrig klingende Stimme. Ob er die blinkende Lampe jetzt ausknipsen dürfe, versichert sich der Junge über Funk. Die Einsatztruppe bewegt sich mit langsamen Schritten weiter durch den dichten Rauch. Ich werde gefunden! Auf Knien ziehen sie mich unter dem Rauch hindurch langsam und vorsichtig hinaus.

Meine Retter Jannik und Florian. Foto: Ada von der Decken
Meine Retter Jannik und Florian. Foto: Ada von der Decken

Unter meinen Rettern ist der 10-jährige Jannik, der erst seit fünf Monaten bei der Feuerwehr ist und für den es heute in der Arminiusstraße 3 der erste Einsatz in einem Haus war. Der 15-jährige Florian hingegen, der heute als Truppführer des Angriffstrupps im Einsatz ist, kann schon auf mehr Erfahrung zurückschauen. Erleichtert, dass die Aufgabe unfallfrei gelöst ist, scheinen beide zu sein.

Draußen wartet eine Trage auf mich. „Wo ist noch mal der Hebel, um die Höhe zu verstellen?“, fragt ein Mädchen im Teenageralter. Im Ernstfall bliebe dafür natürlich keine Zeit mehr. Mich treffen besorgte Blicke von Nachbarn und Passanten – offenbar haben nicht alle mitbekommen, dass es sich hier um eine Übung handelt. Ich bemühe mich, so unversehrt wie möglich auszusehen –so wie das eben möglich ist, wenn man mit Gurten an einer Trage festgezurrt wurde. Den Ernstfall möchte ich ungern erleben. Die Helfer hieven mich in den Rettungswagen des Roten Kreuzes. Dann ist die Übung vorbei und mir wird erklärt, dass ich nun wieder gesund sei. Zum Glück!

Berufsfeuerwehr erschnuppern

Marc Neumann hat die Übung bis vor einigen Jahren selbst mitgemacht, heute gehört er zum Organisationsteam. „Für die Jugendlichen ist das wie Weihnachten“, sagt der 22-Jährige. Die Kinder bekommen einen Eindruck davon, wie anspruchsvoll eine Schicht für einen Berufsfeuerwehrmann ist.

Die Übung in der Eimsbütteler-Nachrichten-Redaktion ist die erste Herausforderung für die rund 20 Jugendlichen von den Wehren aus Eimsbüttel und Ziesendorf bei Rostock. Bis Sonntagmittag werden die Jungen und Mädchen im Alter zwischen 10 und 17 Jahren kaum zur Ruhe kommen: Sicherung eines Hubschrauberlandeplatzes, Rettung eines Ruderers auf der Isebek und ein Unfall im Chemie-Unterricht. Auf die kleinen Helfer kommt noch einiges zu.

Fotos: Ada von der Decken

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