Würfeln bei Oxfam
Bei Oxfam in der Hoheluftchaussee ist jeden zweiten Freitag „Fensterverkauf.“ Die Kunden können die Sachen ersteigern, die zwei Wochen lang im Schaufenster zu sehen waren. Alle diese Dinge waren zuvor gespendet worden und der Erlös geht an Hilfsprojekte.
Von Anja von BihlDieses Mal sind es Dirndlkleider, Bierseidel, ein kleines Gemälde, das eine Sennhütte zeigt, und viele andere Gegenstände zum Thema „Bayern“. Eigentlich ist es aber keine richtige Versteigerung. Denn der Preis geht nicht in die Höhe, sondern wenn sich zwei oder mehrere Kunden für einen Gegenstand interessieren, wird gewürfelt: Wer die höchste Zahl hat, bekommt den Zuschlag.
An diesem Tag haben sich eine ganze Reihe Menschen eingefunden. Einige hatten schon während der Woche gefragt, ob sie nicht dies oder das aus dem Schaufenster kaufen könnten. Aber da gilt die eiserne Regel: Am Freitag um 13 Uhr wird eine Glocke geläutet und es geht los.
Was ist Oxfam?
Die unabhängige Entwicklungssorganisation nimmt Spenden entgegen, um damit gegen Hunger und Armut in der Welt zu helfen. Ehrenamtliche Mitglieder sortieren und verkaufen in fast fünfzig Shops deutschlandweit Kleidung, Bücher, Haushaltsgegenstände, Spielzeug, CDs und DVDs und manches andere, was nicht mehr gebraucht wird und zu schade zum Wegwerfen ist.
Oxfam wurde bereits 1942 in Großbritannien gegründet – der Name setzt sich zusammen aus „Oxford“ und „Famine Relief – Hungerhilfe“. Seit 1985 gibt es das Nothilfe- und Entwicklungsprogramm auch in Deutschland. Weltweit werden unter dem Motto „Für eine gerechte Welt ohne Armut“ vielfältige Projekte wie der Kampf gegen Ebola oder Fluthilfe in Asien unterstützt.
Geschenke mit „Mäh“wert
Zudem beteiligt sich die Organisation an politischen Kampagnen, beispielsweise zu den Themen Landwirtschaft, Klima und Nahrungsmittel. Auch Sachgeschenke wie Schulbücher, Medikamente oder Trinkwasser kann man im Oxfam Shop finanzieren, um notleidende Familien in armen Ländern zu unterstützen. Und etwas Besonders: Für wenig Geld kann man eine Ziege, Hühner, ein Kalb oder einen Esel für sie spenden, ein Schritt in Richtung Selbstversorgung.

Zurück in den Laden an der Hoheluftchaussee, wo das Gedränge vor dem Verkaufstresen sich mittlerweile verlaufen hat. „Elf Leute haben mitgewürfelt und ich hab gewonnen,“ freut sich eine Kundin und drückt ein rosa Dirndlkleid an sich. „Meine Tochter hat sich das ja so gewünscht!“

