Hilfe für Mensch und Tier: Die “Pfoten-Buddies” in Eimsbüttel
Die “Pfoten-Buddies” unterstützen Menschen bei der Versorgung ihrer Haustiere. Dabei entsteht oft mehr als nur praktische Hilfe im Alltag. Unterwegs mit einer Ehrenamtlichen des Projekts.
Von Ella Schinkel„Hier, Alma!“ Mona Fingerhut wirft der Hündin einen roten Ball zu. Die beiden gehen gemeinsam im Eimsbütteler Stadtpark spazieren, wie jeden Tag. Anders als man es auf den ersten Blick vermuten könnte, handelt es sich bei den beiden jedoch nicht um Hund und Frauchen. Mona Fingerhut engagiert sich ehrenamtlich bei den Pfoten-Buddies.
Unterstützung im Alltag
Das Projekt gehört zur ASB Zeitspender-Agentur Hamburg, einer Freiwilligenagentur in Trägerschaft vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und vermittelt zwischen Menschen, die Hilfe bei der Versorgung ihrer Haustiere benötigen, und Ehrenamtlichen aus der Nachbarschaft.
Bei den Pfoten-Buddies können sich Menschen melden, die auf Grund einer Erkrankung oder altersbedingten Einschränkungen Unterstützung für ihr Haustier benötigen, erklärt Marion Wessling. Sie ist Teil des Projektteams, das die Anfragen nach Unterstützung koordiniert und Ehrenamtliche vermittelt.
Engagement mit Herz
Die Ehrenamtlichen unterstützen bei der Versorgung der Tiere – je nach Bedarf vorübergehend, zum Beispiel während eines Krankenhausaufenthaltes, oder langfristig als feste Hilfe. Dabei gehe es nicht nur um Gassigänge oder Fütterung, sondern auch um Entlastung im Alltag und soziale Nähe, sagt Wessling.
Das Projekt ermögliche es vielen Menschen, länger mit ihren Tieren zusammenzuleben. Gleichzeitig entstünden oft kleine soziale Kontakte, wenn Ehrenamtliche regelmäßig in die Haushalte kommen. „Unsere Freiwilligen sind mit Herz und Enthusiasmus dabei“, sagt Wessling.
Unterwegs bei jedem Wetter
Eine von ihnen ist Mona Fingerhut. Seit Herbst 2025 engagiert sie sich bei den Pfoten-Buddies. Ein Jobwechsel habe ihr das Ehrenamt ermöglicht, erzählt sie.
Mehrmals die Woche kümmert sie sich um Hündin Alma. „Das ist für mich eine schöne Gelegenheit, bei jedem Wetter rauszugehen“, sagt sie. Gleichzeitig sei es ein gutes Gefühl, dazu beizutragen, dass Menschen ihre Haustiere behalten können, obwohl die Versorgung nicht mehr wie früher möglich sei.
Miteinander und füreinander
Im Moment kann sie dieses Engagement gut in ihren Alltag einbauen, sagt Fingerhut. Sie verstehe das als ihren Beitrag zum gesellschaftlichen Miteinander. Gleichzeitig wünsche sie sich, dass solche Unterstützung grundsätzlich selbstverständlicher werde. „Gerade in so einer anonymen Großstadt wie Hamburg finde ich es super, wenn sich Menschen gegenseitig helfen“, sagt sie. Im besten Fall, so ihre Hoffnung, funktioniere dieses Prinzip für alle: Man hilft, solange man kann, und später bekommt man ebenso Hilfe, etwa wenn die eigenen Eltern darauf angewiesen sind.
Ein neues Zuhause für Alma
Seit einigen Wochen begleitet Fingerhut die Hündin Alma, deren Herrchen schwer erkrankt ist und die täglichen Spaziergänge nicht mehr bewältigen kann. Die Zeit mit der 15-jährigen Hündin genieße sie sehr. „Von Anfang an hat es zwischen uns gut gepasst“, sagt sie.
Probleme mit einem Hund habe sie bislang nicht gehabt. Im Gegenteil: Meist falle es ihr schwer, die Tiere wieder gehen zu lassen. „Ich überlege jedes Mal, ob ich sie einfach behalten könnte“, sagt sie. Ein eigenes Haustier passe derzeit aber nicht in ihr Leben.
Für Alma geht es in Zukunft wohl auch ohne die Hilfe der Pfoten-Buddies weiter: Die Hündin hat inzwischen ein neues Zuhause gefunden.
lokal. unabhängig. unbestechlich.
Eimsbüttel+

Mit Eimsbüttel+ hast du Zugriff auf alle Plus-Inhalte der Eimsbütteler Nachrichten. Zudem erhältst du exklusive Angebote, Deals und Rabatte von unseren Partnern.
