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Uni HH. Foto: Anja von Bihl

Sonntagsfrage der Uni Hamburg: „SPD klare Wahlsiegerin“

Die Universität Hamburg hat am 10. Februar die Ergebnisse der jährlichen Bürgerumfrage der Sozialwissenschaften veröffentlicht. Die sogenannte „BUS-Studie“ hat den Bürgern, passend zur Wahl, die Sonntagsfrage gestellt und in diesem Jahr einen besonderen Schwerpunkt auf das Potenzial der AfD gelegt.

Von Lena Schnüpke

Die Bürgerumfrage der Universität zum Thema „Wenn an diesem Sonntag gewählt würde, wem würden Sie ihre Stimme geben?“ wird per Telefon durchgeführt und ist repräsentativ für die wahlberechtigten Hamburgerinnen und Hamburger. Im Gegensatz zu anderen Sonntagsfragen ist die Umfrage der Hamburger Universität keine Punktbetrachtung (Befragung zu einem bestimmten Zeitpunkt), sondern wurde über drei Monate hinweg durchgeführt. So konnte auch die Zeit der heißen Wahlkampfphase vor Weihnachten mit der Straßenwahlkampfphase verglichen werden.

Das Ergebnis der Studie: Die SPD gewinnt klar mit 44,6%. Die AfD liegt mit 2,9% sogar noch vor der FDP, die demnach nicht in die Hamburger Bürgerschaft einziehen würde.

ParteiPrognose
CDU22,6%
SPD44,6
Grüne 14,9%
Linke 9,1%
FDP 2,8%
AfD 2,9%
Andere 3,2%

Tabelle: Wahlabsicht ab Januar 2015

Vergleicht man die Studie mit einer aktuellen Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF, so legt die SPD noch einmal zu, auf 47%. Sowohl die FDP als auch die AfD würden in die Bürgerschaft einziehen. Der Verlierer wäre der Umfrage zufolge die CDU, die nur noch 17% der Stimmen auf sich versammeln kann.

Auch bei der Frage, welchen Parteien die Bürger längerfristig zugeneigt sind, liegt die SPD laut der BUS-Studie mit einem Viertel der Stimmen vorne. Die FDP und die AfD haben knapp unter 2% erhalten, was für die FDP, laut Studie, ein „dramatisches Ergebnis“ ist. Bei der AfD sei es allerdings normal, da die Befragten sich der Partei (noch) nicht offen zuwenden wollen. Hier tritt das Problem der „sozialen Erwünschtheit“ auf: Die Befragten geben die Antwort, die ihrer Meinung nach vom sozialen Umfeld (und dem Interviewer) gewünscht wird.

Um das Problem der sozialen Erwünschtheit bei der Ermittlung des Wählerpotenzials der AfD zu umgehen, haben die Interviewer die Teilnehmenden zu Themen befragt, die die AfD besonders heraushebt: Die Stabilität des Euro, die Euro-Rettungspolitik und Flüchtlingsunterkünfte in der eigenen Nachbarschaft.
Zeigen die Befragten großes Misstrauen dem Euro und der Rettungspolitik gegenüber und lehnen Flüchtlingsunterkünfte in der eigenen Nachbarschaft ab, sind sie potenzielle Wähler der AfD.

Der Studie zufolge könnte das Ergebnis der AfD bei der Bürgerschaftswahl sogar im zweistelligen Bereich liegen. Denn das fremdenfeindliche „Wutpotenzial“ in Hamburg ist groß. In einer offenen Umfrage zeigen sich die Hamburger gegenüber der Zuwanderung in ihrer Stadt sehr aufgeschlossen. Wird die Umfrage jedoch indirekt ausgeführt, sodass die soziale Erwünschtheit nicht zum Tragen kommt, zeigt sich, dass rund 20% ein xenophobes Potenzial besitzen. Außerdem werden die Positionen der Befragten extremer, sowohl auf der Pro-Zuwanderungsseite als auch bei den Gegnern.

Die Ergebnisse der BUS-Studie findet ihr online auf der Seite der Uni Hamburg.

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