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Die Musikalische Leitung des Pop-Up Spaßorchesters Julia Kossmann (li.) und die Organisatorin des Musik-Events vom Kreativhaus Arlette Andrae (re.)
Die musikalische Leitung des Pop-up-Spaßorchesters Julia Kossmann (links) und die Organisatorin des Musik-Events vom Kreativhaus Arlette Andrae. Foto: Angela Woyciechowski
Eimsbüttel zeigt Haltung

Mit „Spaßorchester“ gegen Rechtsextremismus

„Schön schräg“ lautet das Motto für das erste Pop-up-Spaßorchester. Das Kreativhaus veranstaltet dieses am 20. März abends auf dem Schulhof in der Telemannstraße im Rahmen der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“.

Von Angela Woyciechowski

„Meine Mutter ist 2023 im Alter von knapp 102 Jahren gestorben. Sie hat die Anfänge der AfD mitbekommen und sagte einmal, dass es genau so damals auch begonnen hat – und zwar schleichend”, sagt Arlette Andrae, Gründungsmitglied des Kreativhauses in Eimsbüttel. Um dem zunehmenden Rechtsextremismus etwas entgegenzusetzen, beteiligt sich das Kreativhaus an den Internationalen Wochen gegen Rassismus – und zwar mit einem Pop-up-Spaßorchester. 

Ob mit einem klassischen Instrument, einem Kochtopf oder der eigenen Stimme – jeder ist eingeladen, am Freitagabend am Musik-Spektakel teilzunehmen. Willkommen sind Badewannentenöre, Hausmusikerinnen, Chöre, Bands und Orchester. Neben dem Spaß geht es darum, ein Zeichen zu setzen – für Menschenwürde und gegen Rassismus und Rechtsextremismus. 

Ein breites Bündnis für die Vielfalt

Das steht bei den zweiwöchigen internationalen Aktionswochen im Vordergrund. In Eimsbüttel werden diese von dem Bündnis „Eimsbüttel zeigt Haltung” getragen. 

Es besteht aus einem breiten Eimsbütteler Netzwerk von Vereinen, Initiativen, Parteien und öffentlichen Organisationen. Über 40 Akteure aus Vereinen und Einrichtungen, Parteien und anderen Initiativen beteiligen sich zum fünften Mal in Folge. Auf dem Programm stehen Podiumsdiskussionen, Vorträge, Lesungen, kreative Workshops, Filmvorführungen und gemeinsame Kochevents sowie Demos zur Stärkung von Solidarität und Vielfalt. 

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Über die Aktionswochen

Das Bündnis begründet sein Engagement so: „Rassistische Angriffe nehmen in Deutschland erschreckend zu. Umso alarmierender ist es, dass laut einer aktuellen YouGov-Umfrage der Welt am Sonntag selbst viele Anhängerinnen und Anhänger demokratischer Parteien der Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz zustimmen, im Kontext von Migration gebe es ein ‘Problem’ im Stadtbild.” Aus diesem Grund sei es wichtig, eigene Vorurteile zu hinterfragen und Haltung zu zeigen, um gemeinsam für eine offene und solidarische Gesellschaft einzustehen, so das Bündnis. 

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus, die vom Bundesministerium für Inneres und Heimat gefördert werden, finden in ganz Hamburg statt, und zwar dezentral organisiert in mehreren Bezirken wie Wandsbek, Bergedorf, Altona, St. Pauli und Eimsbüttel. Die Auftaktveranstaltung in Eimsbüttel begann am Montag mit einer bunten und fröhlichen Fahrraddemo durch den Stadtteil Eimsbüttel, an der Jung und Alt teilnahmen. 

„Schön schräg“: Mit positiven Gefühlen gegen den Ernst der Lage

Arlette Andrae hat die Idee für das Pop-up-Spaßorchester entwickelt. Inspiriert wurde sie dabei von der „Guggenmusik” aus Süddeutschland. „Es gibt in Schwäbisch Gmünd, wo ich ursprünglich herstamme, ein großes Guggenmusik-Treffen, das klingt immer höllisch schräg, aber es geht einem dabei das Herz auf, und es macht gute Laune”, sagt sie. Und weiter: „Das Nicht-Perfekte macht es so unterhaltsam und lustig.” Sie hoffe, dass sie Menschen über positive Gefühle dazu bekomme, ihre Haltung zu überprüfen und vielleicht auch aufmerksamer zu werden. Dass man sich gegenseitig wohlwollend und mit Respekt in der Unterschiedlichkeit beachte, sei ihr wichtig. 

Spaß und Witz zu transportieren, ist auch eine Motivation von Julia Kossmann, musikalische Leiterin des Events. Obwohl es in der Sache ein ernstes Thema ist, fügt Arlette Andrae. „Ich denke, man muss wirklich laut sein, um gegen den zunehmenden Rassismus und die Ausgrenzung vorzugehen.”

Aber es gehe nicht nur um Lautstärke, entgegnet Kossmann, sondern auch darum, aufeinander zu hören. Und miteinander etwas zu machen, Vertrauen zu sich und den anderen aufzubauen, mit denen man Musik macht. 

Bunt, kreativ und schön schräg soll es werden beim ersten Pop-Up Spaßorchester. Grafik: Frederika Hoffmann
Bunt, kreativ und schön schräg soll es werden beim ersten Pop-up-Spaßorchester. Grafik: Frederika Hoffmann

Miteinander statt Nebeneinander: eine Jam-Session für alle

„Toleranz steht im Vordergrund: dass man sich nicht grämt, wenn der Nachbar falsche Töne von sich gibt, sondern jeder darf so sein, wie er ist und kann”, sagt Andrae. „Es soll klingen wie bei mir zuhause unterm Sofa”, sagt sie. Kossmann fügt an: „Oder wie eine große Folk-Jam-Session.” 

Natürlich habe sie ein wenig Nervenflattern vor dem Event, sagt Andrae, und stelle sich die Frage, ob überhaupt jemand komme. Kossmann zeigt sich hingegen entspannt: Sie lasse sich überraschen, wer komme und was passiere.

Niemand sollte Angst haben

„Wenn alle mit einem Lächeln gehen, freue ich mich, und auch wenn sich vielleicht spontan noch Menschen zusammenfinden, die weiter musizieren nach der Veranstaltung”, sagt Andrae hoffnungsvoll. 

„Ich hoffe, es wird ein gemeinschaftsstiftendes Erlebnis”, sagt Kossmann. „Ich habe ein Interesse daran, dass wir in einem Land leben, in dem keiner Angst haben muss. Wir lassen uns das Singen und Musizieren nicht nehmen”, sagt sie und stampft auf den Boden.

Das Event findet am 20. März von 18 bis 19:30 Uhr auf dem Schulhof der Telemannstraße 10 statt – dort, wo auch das Kreativhaus in einem Seitengebäude beheimatet ist. Es ist kostenfrei.


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