Sozialer Wohnungsbau stockt – Eimsbüttels Bilanz für 2025
In Eimsbüttel wurden 2025 weniger Sozialwohnungen genehmigt als im Vorjahr, dafür mehr fertig gebaut. Letztes Jahr war es umgekehrt. Die Eimsbütteler Bilanz für 2025 offenbart Schwankungen im sozialen Wohnungsbau.
Von Jasper KarinIn Eimsbüttel gab es im Januar 2026 knapp 5.800 Sozialwohnungen. Diese Wohnungen fördert die Stadt Hamburg für Menschen mit geringem Einkommen. In einer Anfrage hat sich die Eimsbütteler Linksfraktion erkundigt, wie viele 2025 neu dazugekommen sind.
Die Antwort der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Wohnungen zeigt: 2025 wurde der Bau von 98 Sozialwohnungen genehmigt. Im Vergleich zu den letzten Jahren ist das Mittelmaß. 2024 wurden 244 Sozialwohnungen genehmigt, in den Jahren davor mal über 100 und mal keine einzige. Schwankungen sind bei diesem Wert nicht neu.
Trotz neuer Wohnungen bleibt ein Minus
Im letzten Jahr sind 267 Sozialwohnungen fertiggebaut worden – 2024 waren es nur 90. Doch verloren 2025 auch einige Sozialwohnungen ihren Förderstatus. Das passiert meistens nach 20 bis 40 Jahren. So fielen in Eimsbüttel 2025 insgesamt 295 Sozialwohnungen aus der Bindung. Insgesamt ergibt sich dadurch ein Minus von 28 Sozialwohnungen.
Für Mikey Kleinert, Vorsitzender der Eimsbütteler Linksfraktion, geht das so nicht weiter. „Die Stadt muss jetzt endlich selbst die Hände dreckig machen“, fordert er. Konkret solle sich Hamburg weniger auf private Bauunternehmer verlassen und den sozialen Wohnungsbau selbst übernehmen.
Ein verfehlter „Drittelmix“
Doch Kleinert stört noch etwas anderes: Der sogenannte „Drittelmix“ wurde verfehlt. Er sieht vor, dass Neubauten ab 30 Wohnungen gedrittelt sind in geförderte Wohnungen, frei finanzierte Mietwohnungen und Eigentumswohnungen. Ziel ist es, den Wohnungsblock sozial „durchzumischen“.
In Eimsbüttel gab es im letzten Jahr Baugenehmigungen für 1.053 Wohnungen. Nicht mal zehn Prozent davon waren Sozialwohnungen. Der „Drittelmix“ ist in Hamburg zwar nicht bei allen Wohnungsbauprojekten verpflichtend, aber dennoch finde Kleinert, dass am Bedarf vorbei gebaut werde.
Keine Sozialwohnung im dritten Förderweg
Die Zahlen zeigen auch: Die neu genehmigten Sozialwohnungen sind ungleichmäßig auf die drei Förderwege verteilt. Diese orientieren sich an den Einkommen der künftigen Mieter und bestimmen, wie stark die Wohnungen bezuschusst werden.
Die drei Förderwege
Förderweg 1: Das Jahreseinkommen der Mieterinnen und Mieter darf eine festgelegte Grenze nicht überschreiten: Für Alleinstehende liegt die Grenze bei 19.200 Euro netto im Jahr, für einen Zweipersonenhaushalt bei 28.800 Euro netto im Jahr. Das betrifft hamburgweit 36 Prozent aller Haushalte. Die Miete dieser Wohnungen darf maximal 7,25 Euro pro Quadratmeter betragen.
Förderweg 2: Hier liegt die Einkommensgrenze für Alleinstehende bei 24.000 Euro netto im Jahr, für Zweipersonenhaushalte bei 36.000 Euro netto im Jahr. Dies trifft in Hamburg auf etwa die Hälfte aller Haushalte zu. Die Miete dieser Wohnungen darf 9,35 Euro pro Quadratmeter nicht übersteigen.
Förderweg 3: Dieser Förderweg wurde im April 2024 eingeführt. Er richtet sich an Personen, deren Einkommen bis zu 140 Prozent über der Einkommensgrenze liegt. Das sind 65 Prozent aller Hamburger Haushalte. Die Miete darf 12,25 Euro pro Quadratmeter nicht übersteigen.
Im vergangenen Jahr waren 54 neu genehmigte Sozialwohnungen im ersten Förderweg und 44 im zweiten. Im dritten Förderweg gab es keine einzige Sozialwohnung.
Neue Sozialwohnungen für 2026 noch unklar
Im Moment gibt es noch keine Angaben, wie viele neue Sozialwohnungen 2026 in Eimsbüttel entstehen. Was bekannt ist: Am Sportplatzring des Quartiers „Neue Mitte Stellingen“ sollen circa 60 Sozialwohnungen dazukommen. Der Baubeginn ist für Mitte 2027 vorgesehen.
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