Uni Hamburg bleibt „exzellent“
Die Universität Hamburg behält ihren Exzellenzstatus. Uni-Präsident Heekeren ruft zum Feiern auf – spricht aber auch von finanziellen Problemen.
Von Jasper KarinEs gibt stehenden Applaus, der Party-Hit „I Gotta Feeling“ schallt durch das Audimax und auf der Bühne zündet Uni-Präsident Hauke Heekeren eine Konfettikanone – Akademiker in Feierlaune. In der Live-Schalte kam just das Ergebnis aus Bonn: Die Universität Hamburg bleibt weitere sieben Jahre eine Exzellenzuniversität.
„Wir sind der größte Player in der Wissenschaft in Norddeutschland“, sagt Heekeren stolz. Auch Bürgermeister Peter Tschentscher gratuliert per Video. Man habe die Uni Hamburg „von innen heraus erneuert und als Flaggschiff der Hamburger Wissenschaftslandschaft auf einen guten Kurs gebracht.“
Ein Titel und bis zu 15 Millionen Euro pro Jahr
Nur neun Universitäten in Deutschland können sich mit dem Prädikat „exzellent“ schmücken. Diesen Status vergibt die Deutsche Forschungsgesellschaft zusammen mit dem Wissenschaftsrat und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung alle sieben Jahre. Die ausgezeichnete Universität bekommt dafür um die 10 bis 15 Millionen Euro pro Jahr.
Die Voraussetzung für den Exzellenztitel sind mindestens zwei Exzellenzcluster – also führende Forschungsprojekte einer Universität, die finanziell gefördert werden. Davon hat die Universität Hamburg gleich vier: in der Astrophysik, Klimaforschung, Photonenwissenschaft sowie in der Erforschung von Schriftartefakten. „Ich habe zwar fest damit gerechnet, dass es klappt, bin jetzt aber doch aufgeregt“, sagt Heekeren nach der Bekanntgabe auf der Bühne.

Sieben Jahre „exzellent“
Die Uni Hamburg wurde bereits 2019 mit dem Exzellenz-Titel ausgezeichnet. Mit dem Zuschuss von insgesamt 77 Millionen Euro förderte die Universität Hamburg beispielsweise Forschungsprojekte, stellte Professorinnen und Professoren ein und schuf den Studiengang „Liberal Arts and Sciences“.
Außerdem wurden neue Zentren für Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Transfer geschaffen. Auch für die nächsten Jahre nehme man sich viel vor. „Wir müssen weiter hart arbeiten, um dranzubleiben“, sagt Heekeren. Schließlich sei die Konkurrenz groß.
Trotzdem gibt es große Lücken
Wie das Hamburger Abendblatt berichtete, habe die Universität Hamburg ein „strukturelles Defizit“ in allen Bereichen. Die Folge: Professorinnen und Professoren wurden entlassen, Vorlesungen und Seminare entfielen und Bibliotheken reduzierten die Öffnungszeiten. Laut Heekeren seien alle Hochschulen Deutschlands in einer schwierigen finanziellen Situation.
Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal ist sich sicher: „Es wird nicht ohne strukturelle Anpassungen gehen.“ Diese sollen nun erarbeiten werden. Das Fördergeld darf jedoch nicht verwendet werden, um Löcher im Uni-Haushalt zu stopfen. „Es wird nicht so schnell viel besser werden“, kündigte Blumenthal an.
Protestaktion „Gegen die Kürzungen“
Vor dem Audimax im Von-Melle-Park protestierten währendessen Studentinnen und Studenten der „AG Ausfinanzierung“. Sie fordern in einem Schreiben, dass das finanzielle Defizit ausgeglichen wird, damit die Qualität der Lehre an der Universität Hamburg erhalten bleibt.

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