Probleme im Saga-Komplex: Weitere Wohnungen in der Kieler Straße werden geräumt
Bereits im letzten Jahr mussten Menschen ihre Saga-Wohnungen in der Kieler Straße verlassen. Es ging um die Standsicherheit. Bis zum Sommer folgen weitere Räumungen.
Von Julia HaasEin Saga-Wohnkomplex in der Kieler Straße sorgt seit Längerem für Aufsehen. Im vergangenen Sommer berichteten Anwohner den Eimsbütteler Nachrichten von Rissen, Schimmel und Rattenplagen. Kurze Zeit später wurden die Hausnummern 180-184 geräumt. Die Standsicherheit sei nicht mehr gewährleistet, hieß es damals von der Saga.
Aufgrund einer Kleinen Anfrage der Eimsbütteler Linksfraktion wurde der Gebäudekomplex nun wieder zum Thema in der Bezirksversammlung. Dabei ging es um Fragen nach der Rattenplage, aber auch wie es mit dem Gebäudekomplex weitergeht.
Wie geht es für die Bewohnerinnen und Bewohner in der Kieler Straße weiter?
Auf Anfrage der Eimsbütteler Nachrichten erklärte ein Sprecher der Saga: „Für den Gebäudeabschnitt Kieler Straße 174–178 haben weiterführende Bodenuntersuchungen im November 2025 ergeben, dass die langfristige Standsicherheit des Gebäudeabschnitts nicht mehr gewährleistet sein wird.“ Die betroffenen Haushalte seien darüber direkt in einer Mieterversammlung informiert worden. Bis August 2026 müssen sie die Wohnungen verlassen.
Derzeit würden Gespräche laufen, um passende Ersatzwohnungen zu finden. Alle Mieterinnen und Mieter sollen mit Wohnungsangeboten versorgt werden, so der Saga-Sprecher. Darüber hinaus gelte für alle betroffenen Parteien ein Rückkehrrecht in ihre Wohnungen in der Kieler Straße.
Dass ein ähnliches Schicksal zeitnah auch den Bewohnern der Hausnummern 162–172 bevorsteht, scheint derzeit nicht der Fall zu sein. Der Gebäudeabschnitt sei nach aktuellem Stand ohne Einschränkungen bewohnbar. Dennoch würde das gesamte Gebäude weiterhin unter stetiger baufachlicher Beobachtung gehalten, heißt es von der Saga.
Sanierung oder Neubau?
Aus den Wohnungen in den Häusern 180, 182 und 184 sind seit September 2025 alle Mieterinnen und Mieter ausgezogen, wie die Saga auf Anfrage mitteilte. Sie seien in Ersatzwohnungen untergebracht worden. Nach Angaben der Saga sei für alle betroffenen Mietparteien eine zufriedenstellende Lösung gefunden worden.
Wie es mit dem Gebäude weitergeht, steht noch nicht fest. Möglich seien sowohl eine Sanierung als auch ein Neubau. Die Saga befinde sich dazu in Gesprächen mit dem Bezirksamt Eimsbüttel, dabei gehe es auch um Neubauoptionen.
Von Seiten des Bezirksamts heißt es dazu, dass noch keine Bauanträge oder Vorbescheidsanträge vorliegen. Das geht aus der Antwort auf die Anfrage der Linksfraktion hervor.
Rattenplage in der Kieler Straße: Was macht die Saga?
Neben der Standsicherheit gibt es ein weiteres Problem, das die Mieter des Gebäudekomplexes beschäftigt: Ratten. Dazu seien auch nach dem vergangenen Sommer Beschwerden und Meldungen beim Bezirksamt eingegangen.
Aktuell sei jedoch ein Rückgang der Rattenpopulation zu beobachten, heißt es von der Saga. Man sei die Thematik im vergangenen Jahr intensiv angegangen. Neben einer regelmäßigen Schädlingsbekämpfung habe die zuständige Saga-Geschäftsstelle ergänzend bauliche Anpassungen am Müllstandplatz vorgenommen. Und weiter: „Die Saga bleibt weiter sehr aktiv und steht dazu in regelmäßigem Austausch mit dem Müllmanagement sowie der Stadtreinigung, um die Entwicklung weiter zu stabilisieren.“
Anmerkung der Redaktion vom 11. März 2023, 9:48 Uhr: Der Artikel wurde um die Information ergänzt, dass eine Kleine Anfrage der Eimsbütteler Linksfraktion die Situation um den Gebäudekomplex in der Bezirksversammlung Eimsbüttel thematisiert hat.
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