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Auto Pötter in der Goebenstraße 36 war einst Pionier beim Autoradio Einbau. Heute werden Bullis und Camper ausgestattet. Foto: Tim Eckhardt
Auto Pötter in der Goebenstraße 36 war einst Pionier beim Einbau von Autoradios. Heute werden dort Bullis und Camper ausgestattet. Foto: Tim Eckhardt
Gärtner Road

Als die Musik ins Rollen kam

Wie die kleinen Radios in die großen Autos kamen – das war schwierig und klappte nur an der Goebenstraße.

Von Christian Litz

Der Ring 2 ist eine breite Schneise: lange Geraden, guter Belag, ein paar Ampeln, großzügige Abbiegespuren. In der Gärtnerstraße, auf dem Schulweg, im Gehölz, auf dem Doormannsweg – hier dreht man als Fahrerin oder Fahrer sein Autoradio schon mal ein bisschen lauter, fühlt den Beat, schmettert den Rap, grölt den Refrain. Die Straße bietet sich dafür einfach an. Sie ist die Musikmeile Eimsbüttels.

„Get your motor runnin’, head out on the highway, looking for adventure”

Sie ist der absolut richtige Platz für Musik im Auto: Denn im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel kamen die ersten Radios in die Autos.

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1969 gründet Michael Pötter in Sichtweite des Rings, am Kreisverkehr Eppendorfer Weg, Auto Pötter. Er war damals der einzige, der Autoradios einbauen konnte. „Immer vorne dran”, beschreibt Guido Pötter, sein Sohn, der heute die Firma leitet, den Vater. Er war da noch ein Kind, aber er kann sich erinnern: „Wir waren immer Vorreiter. Zuerst die Radios. Dann gab es am Anfang nur Boxen hinten. Wir waren die ersten, die sie in die Tür geschnitten haben.” Auch die ersten, die Navigationssysteme eingebaut haben. Immer die ersten, so lange, bis die Konzerne nachgezogen hatten.

Mehr als ein Jahrzehnt war Pötter „Deutscher Autoradio Meister”, manchmal auch Europameister. Doch, doch. Das waren Wettbewerbe, bei denen sich eine Jury ins Auto setzte, aufdrehte und den Klang analysierte. Auto Pötter war für Auto-Hifi wie der FC Bayern München für Fußball.

Vom Ring 2 nach Florida

Es gab Anfang der 1970er ein paar Jahre, da mussten die Autokonzerne ihre Karossen zu Auto Pötter schicken, wenn Luxuskunden ein Autoradio haben wollten. Feste Kunden waren Daimler, Porsche, BMW, Ferrari, Jaguar.

Unter dem gesamten Klinkerbau an der Goebenstraße, direkt neben den Pizzabringern an der Ecke, ist eine geheime Welt, ehemalige Schutzräume aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Fläche ist größer als ein Fußballfeld. Diese geheime Welt reicht von der Goebenstraße bis zum Scheideweg und vom Eppendorfer Weg bis zur Tresckowstraße. Hier kamen die kleinen Radios in die großen Autos.

Mittleriweile hat Michael Pötters Sohn Guido das Unternehmen in der Goebenstraße übernommen. Foto: Tim Eckhardt

Ein paar Jahre lang. Und die waren lang genug, um es Michael Pötter möglich zu machen, ein Haus am Ring 2 zu kaufen und nach Florida zu ziehen. Das Eckhaus an der Gärtnerstraße und Unnastraße. Pötter konnte es sich leisten, ja zu sagen, als Axel Thomas von der Musikschule Abenteuer Musik, arm, eifrig, verzweifelt, aber enthusiastisch, anrief und fragte, ob er die leere Zahnarztpraxis mieten könne. Dabei war klar, von jemand anderem hätte Pötter mehr Miete bekommen. Sagt jedenfalls Axel Thomas. Guido Pötter sagt: „Vielleicht, aber eigentlich vermute ich, wer zuerst kam, mahlte zuerst.”

„Die Kunden sind einfach netter: Surfer, Kiter, Familien mit Kind, Rentner”

Michaels Sohn Guido hat lange mit Oldtimern und Luxusautos gehandelt und vor allem „individualisiert”, also nach Kundenwünschen ausgestattet. Inzwischen baut er unter dem großen Klinkerhaus Bullys zu Campern nach individuellen Wünschen um. „Die Kunden sind einfach netter: Surfer, Kiter, Familien mit Kind, Rentner.” Früher seien es lauter Experten gewesen, die jede Schraube diskutieren wollten. „Das muss ich mir nicht mehr antun.”

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