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Florales und viel mehr Blumen hamburg eimsbuettel Eppendorfer Weg
Klaus Ranftler vor seinem Florales. Nur noch bis Heiligabend. Dann ist Schluss für immer. Foto: Eimsbütteler Nachrichten.
Ladenschließung

Jetzt ist auch „Florales“ verblüht

Der Blumenladen „Florales & viel mehr“ schließt noch vor der „Blumenstube“. Immer weniger Floristen in Eimsbüttel. Es liegt an sparenden Kunden und Billigkonkurrenz.

Von Christian Litz

Florales & viel mehr, der Blumenladen im Eppendorfer Weg 66, schließt an Heiligabend für immer. Damit macht der zweite Florist in Eimsbüttel innerhalb einer Woche dicht. Im Hellkamp beendet am Jahresende Diana Hillig das Leben ihrer Blumenstube nach 30 Jahren.

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Florales-Betreiber Klaus Ranftler sagt, sein Aus liege nicht an Corona, sondern an dem veränderten Verhalten der Kunden und an der billigeren Konkurrenz. „Die Leute halten hier vor meinem Laden in der zweiten Reihe und gehen um die Ecke und kaufen billige Blumen.“

Kein Geld mehr für Blumen in Eimsbüttel

Das Viertel und damit die Käuferschaft habe sich in den 20 Jahren, in denen er hier im Laden war, verändert. Seine These: „Es gibt viele Leute, die unbedingt in Eimsbüttel wohnen wollen. Das wird immer teurer, sie leben in Wohnungen, die der Bank gehören und müssen sparsam leben. Biogemüse wird noch gekauft, das ist eine Prestigesache.“ Und man gehe essen, die Gastronomie habe einen Boom. „Aber die Leute sparen bei Blumen.“ Anders als früher.

Ranftler, der Florales 2017 übernommen hat, sagt, er könne mit den Preise um die Ecke nicht mithalten. „Da kommt morgens um fünf der Lastwagen aus Holland. Auf dem großen Blumenmarkt dort laufen die Bänder ja ohne Anfang und ohne Ende. Was zum Schluss nicht versteigert ist, gibt es dann ganz billig, fast geschenkt.“ Und am nächsten Morgen um die Ecke in der Osterstraße.

Discounter mit Blumen – „geschmacklos“

Das sei „keine schlechte Ware“, sagt Ranftler aber eben billigere und immer die gleiche. Ein Teil seines Problems seien auch die Blumen bei Discountern in der Nähe: „Lebensmitteldiscounter, die Blumen anbieten, das passt doch nicht, das ist doch geschmacklos.“

Aber: Würden dort Blumen nur 10 Cent billiger als bei ihm angeboten und das passiere eigentlich immer, merke er das sofort bei seinem Umsatz. „Und bei mir explodieren die Lieferpreise“, er deutet auf Amaryllis, „die kosten 8,50 Euro, sind unterkalkuliert.“ Bei den Billigheimern gebe es auch nur Tulpen im Frühling, im Frühsommer Pfingstrosen und im Winter Amaryllis, „sonst aber nichts“.

Faire Vermieter, die helfen wollen

Das Adventsgeschäft sei für ihn in diesem Jahr besonders schlecht gelaufen. „Es ging nur über den Preis.“

Die Vermieter seien fair gewesen. Er habe von denen das Angebot gehabt, während des Lockdowns nur die Nebenkosten, 180 Euro, zu zahlen und die Miete auf bessere Zeiten zu verschieben. Habe er nicht in Anspruch genommen, nur einmal die Miete, 900 Euro, in zwei Raten bezahlt. Blöderweise habe sich Anfang des Jahres der Mietvertrag für das 45 Quadratmeter große Geschäft wieder um fünf Jahre verlängert. Aber es gebe bereits Nachmieter.

Pop-up-Store für drei Monate

Er habe „abgeschlossen mit dem Laden“. Er sei „nicht traurig“. An Heiligabend öffne er zum letzten Mal. Ab dem 7. Januar sei der Laden dann ein Pop-up-Store, in dem er seine letzte Keramik und was so übrig bleibt verkaufe.

Inga Em, die neben seinem Laden Schmuck und Mode verkaufe, werde seinen Verkaufsraum auch nutzen, und es gebe wohl schon Mieter für die Zeit ab dem 1. März 2022. „Nettes Pärchen. Die haben sofort Feuer gefangen.“

Er dürfe nicht sagen, was die dann verkaufen, aber: „keine Blumen“. Klaus Ranftler sagt, er bleibe in der Branche: Er werde in den Großhandel gehen, „festangesstellt, damit mal wieder alles geregelt ist“. Das sei ihm wichtig: „Raus aus dem Einzelhandel. Ich kann sie nicht mehr ertragen, diese Nicht-Kunden.“

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