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Marco Scheffler tritt parteilos als Kandidat für den Bundestag an. Foto: Clara Eichner
Interview-Reihe

Bundestagswahl 2017: Kandidat Marco Scheffler aus Eimsbüttel

In unserer Serie zur Bundestagswahl 2017 sprechen wir mit den Direktkandidaten des Wahlkreis Eimsbüttel. Den Start macht Marco Scheffler, der ohne Partei antritt.

Von Clara Eichner

Morgens um 11 Uhr. Die Tür zur Cosy Bar steht weit offen. Ich stehe davor und schaue mich nach Marco Scheffler um. Zielstrebig überquert er die Straße. Noch bevor ich mich vorstellen kann, fordert er mich dazu auf, ihn zu duzen. Er möge diese Siezerei nicht. Wir gehen rein, es ist kalt. Die Tür lassen wir offen, damit der Rauch der letzten Nacht die Kneipe verlässt. Marco wartet auf die ersten Fragen.

Marco, du trittst zum dritten Mal als parteiloser Kandidat für ein Bundestagsmandat an. 2009 und 2013 hast du jeweils ein Prozent der Erststimmen im Wahlkreis Eimsbüttel erhalten. Was motiviert dich, erneut anzutreten?

Es gibt 30 Prozent Nichtwähler (Anmerkung der Redaktion: Die Wahlbeteiligung im Wahlkreis Eimsbüttel lag 2009 wie 2013 bei 75 Prozent). Ich würde mal behaupten, dass viele von ihnen unzufrieden sind. Weil sie sich nicht mehr durch die Parteien, die es gibt, vertreten fühlen. Die Menschen sind ja nicht politikverdrossen, sondern parteienverdrossen. Weil uns die Parteien seit Jahrzehnten Dinge versprechen, die sie am Ende nicht in die Tat umsetzen. Die Menschen wissen ja größtenteils gar nicht, was für Gesetze im Bundestag beschlossen werden. Ich versuche, überhaupt erst mal wieder den Menschen zu erreichen.

Seit der ersten Bundestagswahl 1949 ist kein parteiloser Kandidat mehr in den Bundestag eingezogen. Wie schätzt du deine Erfolgschancen ein?

Die realistische Hoffnung, gewählt zu werden, habe ich momentan nicht. Aber zumindest wollte ich es nicht unversucht lassen.

Hast du dir schon einmal überlegt, in eine Partei einzutreten?

Ich glaube, man ist in einer Partei nicht gut aufgehoben. Was nützt es mir, hier an der Basis zu arbeiten, wenn die Entscheidungen in Berlin von Sigmar Gabriel, Angela Merkel und Cem Özdemir getroffen werden. Das möchte ich nicht. Ich möchte die Leute einladen, gemeinsam mit mir Politik zu machen.

Was ist dein zentrales Wahlkampfthema?

Mein Ziel ist das bedingungslose Grundeinkommen. Es würde die Möglichkeit geben, dass die Menschen freier entscheiden können, wie sie sich ihr Leben vorstellen. Man müsste nicht jede Arbeit zu jedem Gehalt annehmen. Und die Menschen würden auch gesünder leben.

Könntest du an einem Beispiel erklären, was du dir von dem Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens erhoffst?

Ein Koch verdient gerade so seinen Mindestlohn, vielleicht mit ein bisschen Trinkgeld oben drauf und mit Überstunden. Beim bedingungslosen Grundeinkommen wäre der Koch schon mit einem Lohn ausgestattet und könnte die Hälfte der Zeit arbeiten. Um sich Luxus zu finanzieren und nicht, um sein Leben zu finanzieren.

Wenn man das Thema weiterverfolgt, gibt es sicher die Möglichkeit, dass sich die Lebenssituation der Menschen insgesamt verbessert. Gesundheitsversorgung, Kinder- und Altersarmut, Rente und so weiter würden abgemildert oder verbessert werden.

Wie soll der Staat für ein bedingungsloses Grundeinkommen aufkommen?

Dass sich die Politik sehr stark nach der Wirtschaft richtet, halte ich für falsch. Ich denke, Politik sollte sich mehr nach den Menschen richten. Das würde die Wirtschaft nicht zerstören, sie würde nachhaltiger sein. Es sollte sowieso an unserem Steuersystem gearbeitet werden.

Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent ist zu gering. Zumindest für diejenigen, die wesentlich mehr verdienen, als man zum Leben braucht. Wenn ein Manager über 100.000 Euro im Monat verdient, kann er locker 50 Prozent abgeben. Zudem bin ich dafür, eine Luxussteuer einzuführen. Das muss drin sein, wenn man Porsche fahren möchte.

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