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Cosy Bar Theke. Foto: Holger Vogel
Die gemütliche Bar im Hellkamp muss Ende März schließen. Foto: Holger Vogel
Schließung

Cosy Bar muss nach 18 Jahren schließen

Fast zwei Jahrzehnte gehörte die Cosy Bar zum Nachtleben Eimsbüttels. Nun bekam Betreiber Marco Scheffler überraschend die Kündigung.

Von Vanessa Leitschuh

Ab Ende März wird es ruhiger werden im Hellkamp – und um das Nachtleben in Eimsbüttel. Die Nachbarschaftskneipe Cosy Bar steht nach 18-jährigem Bestehen vor dem Aus.

„Die Kündigung der Cosy Bar kam ohne Angabe von Gründen und ohne Gespräch“, so Marco Scheffler. „Die Gentrifizierung in Eimsbüttel nimmt ihren Lauf.“

Keine Möglichkeit zur Verhandlung

Es gab einen Mietvertrag über zehn Jahre mit der Option, um fünf Jahre zu verlängern. Danach belief sich die Kündigungsfrist auf jeweils sechs Monate. Scheffler war zufrieden mit dem Vertragsverhältnis, er habe immer pünktlich die Miete bezahlt, alles sei in Ordnung gewesen.

"Ich finde es spannend, dass Herr Schreck mehr Kommentare als Likes hat", bemerkt Marco Scheffler. Keine Spur von Missgunst bei ihm: "Ich hätte mich gefreut, wenn jemand eine solche Aktion für mich gemacht hätte." Trotzdem gibt er zu bedenken, dass durch die Youtube-Aktion der Sinn der Abstimmung verfehlt worden sei. "Der 1. Preis ist wohl weg. Den bekommt Herr Schreck", reimt Scheffler abschließend. Foto: Ada v. d. Decken

Helden des Viertels: Marco Scheffler

Marco Scheffler ist in Eimsbüttel in vielen Rollen bekannt: als Kneipenbesitzer, als unabhängiger Bundestagskandidat und Essensretter. Auch die Idee eines sozialen Tauschladens für die Nachbarschaft stammt von ihm. Einfach weil er Spaß am Helfen hat – und das seit seiner Kindheit.

Bis Scheffler schließlich in einem Gespräch mit dem Hausmeister zufällig erfahren habe, dass er raus müsse.

Mitte September dann die Kündigung des Vermieters. Die Möglichkeit zur Verhandlung oder eine Begründung bekam er nicht.

Aus drei wird eins

Noch vor wenigen Jahren betrieb der Gastronom drei Bars in Eimsbüttel. Bis 2014 die 040-Bar in der Methfesselstraße ihr abruptes Ende fand: Auch diese musste Scheffler nach 15 Jahren unfreiwillig schließen, da der Mietvertrag nicht verlängert wurde. Nun bleibt dem Kneipier noch die Puppendisco in der Methfesselstraße.

Puppendisco Marco Scheffler. Foto: Holger Vogel
Die Puppendisco in der Methfesselstraße wird Marco Scheffler weiterhin betreiben. Foto: Holger Vogel

Mit dem Schließen der Cosy Bar, geht nicht nur ein Nachbarschaftstreff verloren, sondern auch eine Existenz, die sich Scheffler über zwei Jahrzehnte aufgebaut hat.

“Ich muss jetzt kreativ werden und mir überlegen, wie ich anders Geld verdienen kann. Ich habe ja eine Familie mit zwei Kindern zu ernähren. Sonst wartet Hartz 4 auf mich.”

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