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Sebastian von Hase ist Mitglied des Krisenteams an der Ida Ehre Schule. Foto: Marianne Bruhns
Sebastian von Hase ist Mitglied des Krisenteams an der Ida Ehre Schule. Foto: Marianne Bruhns
Corona

Die große Pause fällt aus

Die Ida Ehre Schule in Eimsbüttel kommt gut mit den neuen Regeln im Unterricht zurecht. Doch der Aufwand ist hoch und Präsenzunterricht bleibt unersetzlich.

Von Marianne Bruhns
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Der Anfang läuft ganz gut, doch wenn erstmal alle Schüler kommen, könnte es schwierig werden. Sebastian von Hase ist erstmal zufrieden, bleibt aber vorsichtig. Die Schüler und Schülerinnen der Ida Ehre Schule halten sich an die neuen “Corona-Regeln” in ihrer Schule. Doch ob die Regeln noch eingehalten werden können, wenn alle Schüler zurück in die Schule kommen, “ist fraglich”, so der Sonderpädagoge, der auch Musik unterrichtet.

Maßnahmen werden eingehalten

Tatsächlich ist Unterricht in Corona-Zeiten speziell: “Ein Schüler pro Tisch, Partner- und Gruppenarbeiten fallen aus. Jeder Schüler hat einen festen Arbeitsplatz – dadurch ist sehr wenig Bewegung in den Räumen.“ Auf den Fluren gibt es ein Wegeleitsystem: Hin geht es in die eine Richtung, zurück in die andere. Außerdem haben die Lehrer ihren Schülern einen Eingang zugeteilt, damit sich die Masse verteilt. Auf die Toilette dürfen Schüler und Schülerinnen nur noch allein.

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Die Durchgangstür ist zur Zeit gesperrt. Foto: Marianne Bruhns

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Als Mitglied des Krisenteams hat Herr von Hase auch bei der Planung des Wegeleitsystems mitgeholfen. Foto: Marianne Bruhns

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Das Wegeleitsystem im Erdgeschoss. Foto: Marianne Bruhns

In der Schule werden auch nur die Hauptfächer unterrichtet, weshalb die Pausen im Unterricht stattfinden. Die große und kleine Pause im Hof fällt aus. An der Ida Ehre Schule scheint das Konzept zu klappen, andere Schulen haben da mehr Probleme. Unterricht für alle Klassen in den Kernfächern bereit zu stellen, sei eine Herausforderung, heißt es in einem Protestschreiben von Schulleitern Hamburger Gymnasien an den Senat. Die Teilung in Gruppen sei nicht an jeder Schule gleich umsetzbar. Deshalb sei es unvermeidbar, jede Schule einzeln zu betrachten.

Nebenfächer werden derzeit nur via Fernunterricht unterrichtet, damit sich möglichst wenig Schüler zur gleichen Zeit in der Schule aufhalten.

Digital vs. analog

Die schriftlichen Prüfungen für den Ersten allgemeinbildenden und den Mittleren Schulabschluss finden trotzdem statt. Die Vorbereitungen dafür erfolgten vor allem digital. Einiges wird per Videokonferenz besprochen, teilweise werden Aufgaben zugeschickt, die die Schüler bearbeiten und dann zurückschicken. Eine Prüfung allein ist schon belastend. Angst sich anzustecken, stellt einen zusätzlichen Belastungsfaktor dar. Viele Schüler leiden auch unter der Gesamtsituation: für sie sind Ansteckungsgefahr und Einschränkungen beunruhigend. Deshalb gibt es zwei Tutorenstunden. Darin besprechen die Tutoren Sorgen und Belange der Klasse. „Die Kollegen stecken sehr viel Energie und Arbeit darein, dass die Schüler gut für die Prüfungen vorbereitet werden“, so von Hase.

Wenn sowieso schon Unsicherheit und Ängste vorhanden sind, ist es nicht leicht, eine Prüfung zu absolvieren. Das sieht auch Herr von Hase so. Ob er die Prüfungen abgesagt hätte? Er ist unentschieden. Auf lange Sicht könnte es einen Nachteil geben, wenn Schüler einen Abschluss vorweisen, bei dem keine Prüfungen absolviert wurden.

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Ein großes „B“ kennzeichnet einen der beiden Eingänge. Foto: Marianne Bruhns

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Blick in den Klassenraum: Die Tische stehen weit auseinander. Foto: Marianne Bruhns

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Weil nur die Hauptfächer in der Schule unterrichtet werden, sind die Fahrradständer recht leer. Foto: Marianne Bruhns

Ganz neu sind digitale Lernmethoden für die Schüler und Schülerinnen der Ida Ehre Schule nicht. Ein digitales Programm zum Vokabeln lernen kennen sie schon aus dem Unterricht. “E-Learning zu Hause ist schwierig, weil nicht jeder Schüler mehr als ein Smartphone besitzt”, weiß Sonderpädagoge Sebastian von Hase. „Da muss man mit Augenmaß handeln, damit niemand benachteiligt wird“, so der Musiklehrer. Es sei ein Unterschied, ob man drei digitale Endgeräte oder ein Smartphone zu Hause habe.

Dennoch werde es digitalen Unterricht auch nach Corona weiter geben, glaubt der Pädagoge. Aber nur als Ergänzung. Analoger Unterricht bleibt für ihn weiter unersetzlich. Dort können Fragen direkt gestellt werden, man sitzt zusammen in einem Raum, man kann sich etwas zeigen. Vom digitalen Unterricht profitieren Schüler und Schülerinnen die schon selbstständig sind, alle anderen haben schnell das Nachsehen.


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