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„Die Kapazitäten des Vereins sind viel besser als die einiger Oberliga-Teams!“

Koray Gümüs, Liga-Manager des ETV , verfolgt einen genauen Plan. Nach langer Tätigkeit als Trainer möchte er nun beim Turnverband, der momentan in der Bezirksliga West beheimatet ist, auch neue Strukturen entwickeln und dem Verein wieder zu Glanzzeiten verhelfen. Nach dem Weggang von Trainer Brüning war die erste heikle Aufgabe für den 23-Jährigen die Suche nach einem neuen Trainer für die erste Herrenmannschaft.

Von Stefano Avarello

Wir treffen uns im neuen Bistro Milou an der Geschäftsstelle des Eimsbütteler Turnverbands. Gümüs trägt einen Trainingsanzug, da er gerade noch „das Feriencamp der Kleinen“ betreute, wie er sagt.

Eimsbütteler Nachrichten: Vor kurzem hat sich der ETV von Cheftrainer Ulrich Brüning getrennt. Wie kam es zur Trennung, als quasi „erste Amtshandlung“?

Koray Gümüs: Es ist nie eine tolle oder schöne Erfahrung, negative Nachrichten zu überbringen, es gehört aber zu meinem Job als Liga-Manager. Ihm wurde mitgeteilt, dass sein auslaufender Vertrag nicht verlängert wird, weil ab Sommer ein anderer Weg eingeschlagen werden soll. Dementsprechend wollte er die Zusammenarbeit sofort beenden und wir haben den Vertrag im Einvernehmen aufgelöst.

Eimsbütteler Nachrichten: Woran lag es?

Gümüs: Der Trainer verfügt über hohe fachliche Kompetenzen und hat menschlich ein klasse Charakter. Er hat Leidenschaft gezeigt und den Verein gelebt, aber trotzdem wollten wir einen neuen Weg einschlagen.

Eimsbütteler Nachrichten: Wie sieht es mit der Mannschaft aus, wie hat sie die Trennung aufgenommen?

Gümüs: Sie war nach dem erfolgreichen Ausgang der letzten Spiele sehr überrascht und vielleicht auch etwas geschockt. Aber es gibt einfach nie den richtigen Zeitpunkt für solche Themen im Fußball.

Der Sohn türkischer Einwanderer und gebürtige Hamburger hat zwei Geschwister sowie eine große Familie. Daher weiß er, wie es ist, in größeren Verbänden zu agieren und dass negative Entscheidungen überraschend sind, aber zugleich auch in Positives umgewandelt werden müssen, um weiter zu machen.

Eimsbütteler Nachrichten: Wer wird Nachfolger und wann kommt er?

Gümüs (schaut mit einem verschmitzten Lächeln in den Raum): Der neue Trainer wird Ingo Glashoff, ein alter Bekannter beim ETV (er trainierte bereits in der Saison 2006/2007 die damalige Bezirksligatruppe des Vereins Anm.d.Red.). Voraussichtlich soll er zur neuen Saison das Zepter übernehmen. Bis dahin leiten Madani als Chef- und Beverungen als Co-Trainer das Geschehen.

Liga-Manager Koray Gümüs (links) und Neu-Trainer Ingo Glashoff (rechts). Foto: Koray Gümüs
Liga-Manager Koray Gümüs (links) und Neu-Trainer Ingo Glashoff (rechts). Foto: Koray Gümüs

Eimsbütteler Nachrichten: Wie kam es zu Deinem Engagement beim ETV und wieso als Liga-Manager?

Gümüs (überlegt einen Moment und nippt am Kaffee): Also, ich bin Liga-Manager UND Trainer. Da ich die U12 coache, bestand der Kontakt zur Führung sowieso schon. Als der ehemalige Liga-Manager Andreas Specker dann zum Ende letzten Jahres ging, bewarb ich mich. Ich bin ja schon relativ viel im Fußball rumgekommen und habe viele Kontakte (Gümüs war unter anderem Trainer bei den 2001ern von Altona 93 und Co-Trainer der zweiten Herren von Teutonia 05 Anm.d.Red.). Als interne Lösung war die Wahl gar nicht so abwegig und ich nahm den Posten am 14.01.2015 an. Ich möchte mich jetzt neuen Herausforderungen stellen und für mich einen neuen Reiz setzen. So kann ich meinen Lern- und Erfolgshunger weiter nähren und ihn ebenso weitergeben.

Der 23 Jährige trainierte schon früh Jugendmannschaften bei seinen Heimvereinen Altona 93 und dem FC Teutonia 05. So arbeitete er sich langsam hoch, bis er seine erste Trainerstation im Herrenbereich bei TuS Hamburg antrat, was allerdings nicht lange hielt – einige Tage nach dem Engagement ging er wieder. Über Victorias dritte Herren ging er dann zum FC Teutonia 05 zurück und übernahm dort als Co-Trainer von Nils Bold die zweite Herren in der Kreisliga.

Eimsbütteler Nachrichten: Was willst du bewirken?

Gümüs: Als erstes sollte der Verein wieder dahin kommen, wo er einmal war. Die Kapazitäten des Vereins sind viel besser als die einiger Oberliga-Teams! Mittelfristig stünde der Aufstieg in die Landesliga an und langfristig sollen sich die ersten Herren dann im oberen Tabellendrittel der Landesliga etablieren. Erst einmal ist es wichtig, dass man anpackt, daher wollte ich diese Aufgabe sehr gerne übernehmen, ich bin ein Mensch des Aktionismus. Wichtig hierbei ist, das man einige Aspekte beachtet: Fairness, politische Korrektheit und Nachhaltigkeit. Es bringt nicht viel, externe Leute zu holen und die Jugend in dem Sinne zu vernachlässigen! Wir haben vier starke Verbands- und einen Landesligisten, der den Aufstieg sicherlich schafft! Die A-, ältere und jüngere B- sowie die ältere C-Jugend spielen schon Verbandsliga, die jüngere C um den Aufstieg. Des Weiteren habe ich das Ziel, endlich eine funktionierende Zusammenarbeit zwischen dem Jugend- und dem Herrenbereich herzustellen, damit Abgänge im Herrenbereich intern kompensiert werden können. Durch eine solide Jugendarbeit kann man dann auf externe Zugänge verzichten oder diese nur noch punktuell dazu holen.

Gümüs bei der Arbeit auf dem Fußballfeld. Foto: Koray Gümüs
Gümüs bei der Arbeit auf dem Fußballfeld. Foto: Koray Gümüs

Eimsbütteler Nachrichten: Wie sähe denn das Gesicht einer solchen zukünftigen ersten Herren aus?

Gümüs (überlegt): Julian Schmid! Er ist seit der G-Jugend bei uns und nun in der Mannschaft gut integriert. Der Junge könnte einmal das Gesicht genau dieser Mannschaft werden. Aber es gibt eben auch genug Vereine, die mit Geld und Sachleistungen locken, das darf man nicht vergessen. Da können wir dann nur mit Tradition und Leidenschaft gegenhalten.

Eimsbütteler Nachrichten: Letzte Frage für heute, ETV mit Gümüs in fünf Jahren?

Gümüs: ODDSET-Pokal-Sieger, in der Landesliga etabliert, auch sollten wir eine starke Führungsebene gebildet haben 😉

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