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fullscreen Duschbus für Obdachlose: Hochbahn übergibt Bus an “GoBanyo”
Hochbahn-Chef Henrik Falk (3. v. r.) übergibt den Linienbus an die Initiatoren von "GoBanyo". Foto: Catharina Rudschies

Gemeinnütziges Projekt

Duschbus für Obdachlose: Hochbahn übergibt Bus an “GoBanyo”

“Waschen ist Würde”: Das Team rund um Co-Initiator Dominik Bloh sammelt über eine Crowdfunding-Kampagne Geld für den Ausbau eines Duschbusses für Obdachlose. Am Mittwochvormittag hat die Hamburger Hochbahn AG einen Bus als Spende übergeben.

schedule Lesezeit ca. 2 min.

“Vor einem Jahr gab es nur eine Idee auf der Straße”, erzählt Dominik Bloh, Autor und Co-Initiator des Projekts um den GoBanyo-Duschbus für Obdachlose. “Jetzt ist es ein reales Projekt.” Am Mittwochvormittag hat die Hamburger Hochbahn AG einen alten Linienbus als Spende an die Initiatoren von GoBanyo übergeben. Dieser soll im Sommer als Duschbus umgebaut werden.

Bloh hat selbst über zehn Jahre auf der Straße gelebt. Als Obdachloser kam ihm die Idee, es müsste einen mobilen Duschbus geben, in dem sich Menschen ohne Dach über dem Kopf waschen können. Denn er ist fest überzeugt: Waschen ist Würde. “Wenn man tage- oder sogar wochenlang ungewaschen durch die Straßen zieht, hinterlässt das Spuren. Nicht nur auf der Haut oder den Klamotten, sondern auch auf der Seele”, so Bloh.

Der Linienbus der Hamburger Hochbahn wird als Duschbus ausgebaut. Foto: Catharina Rudschies
Der Linienbus der Hamburger Hochbahn wird als Duschbus ausgebaut. Foto: Catharina Rudschies

Crowdfunding-Kampagne läuft noch bis 26. April

Seit März läuft eine Crowdfunding-Kampagne, um den Umbau des Linienbusses in einen Duschbus zu finanzieren. Bisher wurden circa 114.000 Euro gespendet. Das erste Fundingziel liegt bei 140.000 Euro – bis zum 26. April müssen also noch mindestens 26.000 Euro zusammenkommen.

Hochbahn spendet Bus und Stellplatz

Die Hamburger Hochbahn unterstützt das Projekt mit einem Linienbus. Als Verkehrsunternehmen könne die Hochbahn mit dem Bus eine wichtige Grundlage für das Projekt bieten, sagt Pressesprecherin Constanze Dinse. Hochbahn-Chef Henrik Falk übergab den Bus am Mittwochvormittag auf dem Busbetriebshof Langenfelde. Hier wird die Hochbahn auch einen Stellplatz für den Duschbus zur Verfügung stellen. “Wir freuen uns sehr, damit Teil dieses Vorzeigeprojektes zu werden und drücken die Daumen, dass das Fundingziel erreicht wird”, so Falk.

Hochbahn-Chef Henrik Falk. Foto: Catharina Rudschies
Hochbahn-Chef Henrik Falk. Foto: Catharina Rudschies

“Bei der Hochbahn haben wir uns schon länger Gedanken darüber gemacht, wie wir die alten Busse sinnvoll weiternutzen können”, sagt der Hochbahn-Chef nach der Übergabe. “Unsere Busse haben eine Laufzeit von circa zwölf Jahren und werden danach in der Regel weiterverkauft – das ist Tagesgeschäft. Dass wir nun auch einen Bus an ein soziales Projekt spenden können, ist etwas Besonderes.”

Badezimmer mit Privatsphäre

Mit dem gespendeten Bus ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Werden über die Crowdfunding-Kampagne mindestens 140.000 Euro gesammelt, soll es laut Chris Poelmann, ebenfalls Initiator von GoBanyo, schnellstmöglich an den Umbau des Busses gehen. “Wir sind gerade in den finalen Gesprächen mit einer Firma, die mit uns den Umbau realisieren wird”, so Peolmann.

Vorgesehen ist, dass in den Duschbus drei bis vier vollwertige Badezimmer mit Dusche, Waschbecken und Toilette eingebaut werden. Obdachlose sollen jeweils 30 Minuten Zeit haben, sich in Ruhe und in Privatsphäre zu waschen und zu pflegen. Anschließend werden sie durch Hanseatic Help e.V. (ehemals Kleiderkammer) mit neuer Kleidung versorgt.

Über “GoBanyo”

Hinter dem Projekt GoBanyo stehen neben Dominik Bloh und Chris Poelmann auch noch weitere Initiatoren. So waren Gülay Ulas, Tobias Peschel sowie ein unterstützender Zusammenschluss der Stiftung von Viva con Agua, dem Hanseatic Help e.V. und dem clubkinder e.V. schon von Beginn an im Projekt involviert. “Viele der Menschen aus diesen Organisationen sind meine Freunde. Ich denke, solche Projekte muss man mit Freunden machen, mit viel Spaß dabei. Dann wird es größer als man selbst”, erklärt Bloh. Neben der Hamburger Hochbahn unterstützt auch Hamburg Wasser das gemeinnützige Unternehmen.

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