Eimsbütteler erinnern an Daniel – Obdachlose im Winter verstorben
An einem Supermarkt in Hoheluft wird an einen obdachlosen Mann erinnert. Nach Angaben der Sozialbehörde sind in diesem Januar 13 obdachlose Menschen verstorben.
Von Alexis MilneKerzen, Blumen und ein Teddy stehen um einen weißen Zettel – daneben Einkaufswagen und Post-Boxen. Es ist ein ungewöhnliches Bild vor der Penny-Filiale an der Ecke Troplowitzstraße/Wrangelstraße. Einige der Anwohnerinnen und Einkäufer gedenken hier Daniel.
Daniel war obdachlos. Wie dem Gedenk-Schreiben zu entnehmen ist, soll Daniel oft vor der Filiale gesessen und um Spenden gebeten haben.
Nachbarschaft gedenkt Daniel
Weiter heißt es, dass Daniel vor einigen Wochen aufgrund einer schweren Erkrankung in stationäre Behandlung gegangen ist. Nach der Entlassung sei Daniel auf der Straße einem Kältetod erlegen. Offizielle Bestätigungen durch die Behörden dafür gibt es auf Anfrage nicht.
Von einem Sprecher der Rewe-Group, zu der Penny gehört, heißt es auf Anfrage, der Mann sei gelegentlich bei der Filiale gewesen und von den Mitarbeitenden als sehr freundlich und aufgeschlossen beschrieben worden. Der Ort, an dem er gestorben sein soll, sei nicht bekannt, es sei aber nicht bei der Filiale passiert.
18 Tote in einem Monat
Daniels Tod ist kein Einzelfall: 13 obdachlose Menschen sind laut der Hamburger Sozialbehörde im öffentlichen Raum und in Einrichtungen gestorben – alleine im Januar 2026. Laut einer Sprechrin des Straßenmagazins Hinz & Kunzt waren es 18 Menschen – obdachlose Menschen, die in Krankenhäusern verstorben sind, einbezogen..
Da die Obduktionen der Toten noch ausstehen würden, könne die Sozialbehörde keine Aussage zu den jeweiligen Todesursachen machen.
Wie kann geholfen werden?
In den vergangenen Jahren seien Tode durch Unterkühlung selten gewesen. „In den letzten fünf Jahren wurden im öffentlichen Raum 29 Todesfälle im Jahr 2021, 34 im Jahr 2022, 16 im Jahr 2023, erneut 29 im Jahr 2024 sowie 28 im Jahr 2025 registriert“, so ein Sprecher der Sozialbehörde. Unter den Todesfällen seien nur zwei nachweislich auf Unterkühlungen zurückzuführen. In der überwiegenden Zahl der Fälle hätten schwere gesundheitliche Belastungen eine zentrale Rolle gespielt.
Die Sozialbehörde empfiehlt Bürgerinnen und Bürgern: Betroffene respektvoll ansprechen und Hilfe anbieten, gegebenenfalls die Hotline „Schnelle Hilfe für Obdachlose“ (040 428 28 5000), die Polizei oder die Feuerwehr anrufen.
Vom Straßenmagazin Hinz & Kunzt heißt es auf Anfrage: „Das andauernde kalte Wetter macht den Menschen, die auf der Straße leben, schwer zu schaffen. Besonders, da sie oft gesundheitliche Erkrankungen mitbringen.“
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