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Staatliche Handelsschule Lutterothstraße. Foto: Anja von Bihl

Schule ohne Namen

Die berufsbildende Schule in der Eimsbütteler Schlankreye mit ihrer Zweigstelle in der Lutterothstraße braucht einen Namen. Das wurde nach der Fusion mit der Handelsschule am Berliner Tor notwendig. Im Gespräch war der Name „Else-Rauch-Schule“. Doch daraus wird wohl nichts.

Von Anja von Bihl

„Ich hätte nicht gedacht, dass es da so viel Widerstand gibt“, bedauert Gerlinde Hartmann. „Schade!“ Sie ist die Lehrerin, die sich dafür eingesetzt hat, die zusammengelegte Schule nach Else Rauch zu benennen. Else Rauch hatte ab 1926 in der Schule Lutterothstraße unterrichtet und war 1933 aufgrund ihrer jüdischen Wurzeln entlassen und schließlich ermordet worden.

In der Lehrerkonferenz am Mittwoch hatte Hartmann ihren Vorschlag präsentiert. Er wurde mit 92 zu 10 Stimmen abgelehnt.

Gerlinde Hartmann ist derzeit noch Lehrerin an der staatlichen Handelsschule H12 am Berliner Tor. Diese wurde im Zuge des Hamburger Schulentwicklungsplans vom November 2013 mit der Handelsschule H3 zusammengelegt, die ihre Standorte an der Schlankreye und in der Lutterothstraße hat.

Das Gebäude am Berliner Tor wird abgerissen, und die Schule soll von dort in die Lutterothstraße umziehen, möglicherweise schon im kommenden Sommer. Bis dahin soll die bestehende Turnhalle einem neuen Anbau weichen.

Schüler für Else-Rauch-Schule

1993 hat es schon einmal einen Versuch gegeben, das Gedenken an die engagierte Lehrerin aufrechtzuerhalten, erzählt Gerlinde Hartmann. Doch es sei nichts daraus geworden, ihr Bild sei im Keller verstaubt, alle Unterlagen in der Hausmeisterloge gelagert.

Ginge es nach den Schülern der Handelsschule für Wirtschaft und Kommunikation, wäre der Name „Else-Rauch-Schule“ offenbar ein Selbstgänger. Im Zuge der Namenssuche habe eine Klasse von Schülern im Alter um die 20 Jahre ein Projekt über Else Rauch erarbeitet, sagt Gerlinde Hartmann. Dabei seien in den Klassen auch Fragebögen verteilt worden. 70 Prozent hätten sich für den Namen ausgesprochen.

Doch das entscheidende Gremium ist der Schulvorstand, zu dem Schulleitung, Lehrer, Schüler, Arbeitgebervertreter und die Gewerkschaft ver.di gehören. Und hier sei man wohl überwiegend der Meinung, dass der Name Else Rauch nicht für eine berufsbildende Schule passe. Stattdessen soll eine Bezeichnung wie Berufliche Schule für Wirtschaft Hamburg-Eimsbüttel kommen.

Das, glaubt Hartmann, kann sich aber noch hinziehen.

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