ETV: Inklusives Sportprojekt ausgezeichnet
Die Preisträger des ETV bei der Verleihung im Hamburger Rathaus. Foto: Alexander Otto Sportstiftung
Werner-Otto-Preis

ETV: Inklusives Sportprojekt ausgezeichnet

Das Projekt “Aquaball” des Eimsbütteler Turnverbandes wurde am vergangenen Donnerstag mit dem Werner-Otto-Preis im Hamburger Behindertensport ausgezeichnet. Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche mit Behinderung sowie Flüchtlinge. Das Preisgeld beträgt 5.000 Euro.

Besonders die “Übertragbarkeit auf andere Sportinstitutionen sowie die besondere Förderung von Menschen mit Behinderungen” habe die Jury der Stiftung überzeugen können, so Dr. Reiner Brüggestrat, Vorstandssprecher der Hamburger Volksbank und Mitglied des Stiftungskuratoriums. Mit dem “Aquaball”-Angebot des ETV wurde ein Projekt für Kinder und Jugendliche mit Behinderung ausgezeichnet, das sich seit einem Jahr auch an Menschen mit Fluchterfahrung richtet und damit Teil des Refugee-Programms des ETV geworden ist. Die Aquaballer sind nach den Judoka des ETV bereits die zweite Abteilung, die sich über den Werner-Otto-Preis freuen kann. Die ETV-Judoka erhielten die Auszeichung im Jahr 2012 mit einem Preisgeld von 15.000 Euro.

Inklusion durch Sport

Aquaball eignet sich aufgrund seines einfachen Regelwerks besonders gut als inklusive Sportart. Vor allem die Drei-Pass-Regel fördert die Einbeziehung aller Spieler, da zunächst drei Pässe gespielt werden müssen, bevor auf das Tor geworfen wird. Auch das Element Wasser trägt seinen Teil zur Inklusion bei: Im brusttiefen Wasser verlangsamt der hohe Wasserwiderstand die Bewegungen aller Spieler und gleicht damit körperliche und sportliche Unterschiede aus. Dies sei ein wichtiger Schritt in Richtung des inklusiven Gedankens, dass alle gleich seien, betont Friederike van der Laan vom ETV.

Teil eines Teams zu sein, spiegelt für viele Kinder mit Behinderung oder Fluchterfahrung das Gefühl wieder, in die Gesellschaft eingegliedert zu sein. Spielerisch erhalten sie die gleichen Rechte und Pflichten, die auch sie erfüllen können. Dies schafft bei den Kindern mehr Selbstbewusstsein.

Teilnahme an Deutscher Meisterschaft

Seit Gründung des Aquaball- Projektes im Jahr 2014 erfreut es sich großer Beliebtheit. Für den ETV spielen derzeit 20 Aquaballer, darunter acht Kinder mit Handicap und drei Flüchtlingskinder.

Mit dem Preisgeld von 5.000 Euro kann das Aquaball-Projekt weiterhin finanziert werden und ermöglicht dem Team die Teilnahme an der Champions-Tour, bei der auf vier Turnieren von November 2016 bis Mai 2017 um die Deutsche Meisterschaft gespielt wird. Hier sind die Aquaballer des ETV das einzige inklusive Team. Auch ein eigenes Turnier, das während der Champions-Tour vom ETV organisiert wird, kann mit dem Geld umgesetzt werden.

Hamburger Behindertensport gefördert

In diesem Jahr ging der erste Platz des Werner-Otto-Preises an das ReBBZ Wilhelmsburg, das Schulkindern mit Lern-, Sprach- oder Verhaltensauffälligkeiten ganzjährig Schwimmunterricht anbietet. Insgesamt 30.000 Euro vergibt die Stiftung im Rahmen der Auszeichnung an Hamburger Behindertensport. Damit wird an das Engagement von Prof. Dr. Werner Otto angeknüpft, der sich für sozial schwächere und benachteiligte Menschen einsetzte. Durch die Ausschreibung des Preises sollen insbesondere inklusive Sportangebote am Standort Hamburg unterstützt werden.

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