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Im Zeitraum der Inbetriebnahme des umgebauten Autobahnabschnittes ist eine Umleitung eingerichtet. Foto: Anja von Bihl
A7 südlich der Kieler Straße. Foto: Anja von Bihl
Einigung erzielt

Freie Bahn für den A7-Deckel

44 Anwohner des Imbekstiegs hatten gegen den Stellinger Autobahndeckel geklagt. Der Grund: Ein Teil der Bauarbeiten wird direkt in ihren Gärten stattfinden. Noch vor der geplanten Gerichtsverhandlung Ende August haben auch die letzten drei Kläger ihre Klage zurückgezogen. Die meisten Eigentümer verkaufen ihr Haus an die SAGA GWG.

Von Lena Jürgens

1,6 Kilometer Autobahn, 900 Meter Tunnel. Das sind die groben Zahlen des A7-Ausbaus. Neben der Verbreiterung der Autobahn auf acht Spuren soll ein Streckenabschnitt „überdeckelt“ werden – wir berichteten. Von dem Bau des von langer Hand geplanten „Hamburger Deckels“ sind unter anderem die Anwohner des Imbekstiegs betroffen.

2005 schlossen sich 44 Eigentümer in der „Bürgerinitiative Interessengemeinschaft Imbekstieg“ (BIGI) zusammen, nachdem sie von dem Bauvorhaben in ihren Gärten erfuhren. Als 2013 der Planfeststellungsbeschluss des Großbauprojekts veröffentlicht wurde, erhoben sie vor dem Bundesverwaltungsgericht Klage. „Wir wollten von Anfang an weg“, erklärt Christiane Brylla von der BIGI im Interview, „wir wollten uns auch nicht bereichern, aber etwas Gleichwertiges finden können.“ Die Initiative verhandelte mit der Stadt. Im Juni fand man einen Kompromiss: Die Anwohner können sich zwischen dem Teilabkauf des für den Autobahnausbau erforderlichen Grundstücksstreifens und dem Vollabkauf des Grundstücks inklusive Haus entscheiden. Für den Kauf des kompletten Grundstücks durch die städtische Wohnungsgesellschaft SAGA GWG wurde eine pauschale Summe von 240.000 Euro für ein Mittelreihenhaus sowie 280.000 Euro für ein Endreihenhaus ausgehandelt. „Das ist nicht gerade üppig, aber ein fairer Preis“, findet Brylla, die selbst schon seit zwei Jahren nicht mehr im Imbekstieg wohnt. 41 Personen der Initiative ließen ihre Klage daraufhin fallen.

Am Imbekstieg. Foto: Anja von Bihl
Reihenhäuser am Imbekstieg. Foto: Anja von Bihl

Die verbliebenen drei Kläger behielten ihre Klage aufrecht. Wenige Tage vor der Verhandlung beim Bundesverwaltungsgericht am 27. August haben auch sie sich umentschieden und auf eine gütliche Einigung eingelassen. Genaue Gründe sind nicht bekannt. Richard Lemloh, Pressesprecher der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI), sagte gegenüber den Eimsbütteler Nachrichten: „Vertreter der BWVI haben den Verhandlungsprozess aktiv betrieben, um eine Rücknahme der Klagen zu erreichen und die Realisierung der Baumaßnahme zeitnah zu ermöglichen.“

Wie geht es weiter?

Von dem Kompromiss profitieren auch die Anwohner auf den insgesamt 38 Grundstücken, die nicht geklagt haben. „Allen betroffen Eigentümern am Imbekstieg wurden die gleichen Kaufangebote unterbreitet, die im Rahmen der Verhandlungen zwischen den betroffenen Eigentümern und deren Anwälten sowie der Behörde unter Hinzuziehen eines Gutachters vereinbart wurden“, so Lemloh. Mittlerweile wurden 21 Grundstücke ganz verkauft und bei zwölf ein Teilverkauf vorgenommen, gibt Michael Ahrens, Pressesprecher der SAGA GWG, gegenüber den Eimsbütteler Nachrichten an. Fünf Anwohner haben sich bis jetzt noch nicht entschieden.

Abgerissen wird allerdings keins der Häuser. „Während der anstehenden ,Deckelbauarbeiten‘ werden die von uns erworbenen Häuser übergangsweise zu angemessen Konditionen vermietet, sofern dies durch die Deckelbauarbeiten zumutbar ist“, so Ahrens. Durch den Deckelbau ergebe sich die Chance, „das Zusammenwachsen von zwei Stadtteilen zu realisieren“.  Nach der Fertigstellung des Deckels entstehen vor Ort neue Grünflächen, wodurch die Lage der Reihenhäuser für künftige Mieter attraktiv sein soll.

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