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Egal wie süß sie auch schauen: Haustiere erfordern tägliche Pflege und Aufmerksamkeit - und das über viele Jahre. Foto: Fabian Hennig
Tierschutz

Haustiere als Weihnachtsgeschenk

Hund und Hamster haben unter dem Baum nichts verloren. Und sollten nie bei Händlern im Internet bestellt werden. Einschätzungen von „Hamburger Tierschutzverein“ und „Franziskus-Tierheim“.

Von Anne Reis

Wer sich vorstellt, wie die zehnjährige Tochter unter dem Weihnachtsbaum ein Kätzchen findet, sieht nur die strahlenden Kinderaugen. Und auch der rüstigen Oma einen Hund zu schenken, mag wie eine gute Idee erscheinen. Doch Tierschützer raten nachdrücklich ab: „Ein Tier ist keine Ware, sondern ein neues Familienmitglied für eine lange Zeit“, warnt Frank Weber, der das Franziskus Tierheim in Stellingen leitet und die Vox-Sendung hundkatzemaus moderiert. „Deshalb sollte man ein Tier niemals als Überraschung verschenken.“

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Entscheidung für viele Jahre

„Außer Ratten und Hamstern werden alle Haustiere über 10 Jahre alt, Hunde und Katzen bis zu 20 Jahren“, gibt Weber zu bedenken. Bis dahin sei die Zehnjährige längst auf der Uni und die Oma wahrscheinlich im Altersheim. Nicht selten lande das Tier dann im Heim, weil niemand sich darum kümmern kann oder möchte. Oft passiere das allerdings schon viel früher, wenn Kinder, die unbedingt ein Haustier wollten, das Interesse verlieren, und das Gassigehen oder die Käfigpflege an den Eltern hängenbleibt.

Was man bedenken muss

Tierärztin Dr. Urte Inkmann vom Hamburger Tierschutzverein betont, dass man sich eine ganze Reihe von Fragen stellen müsse, wenn man überlegt, ein Tier zu verschenken oder für sich selbst anzuschaffen: Sind alle Familienmitglieder mit der Entscheidung einverstanden? Leidet niemand an einer Tierhaarallergie? Wer kann sich gut um das Haustier kümmern, wenn man in den Urlaub fährt? Und nicht zuletzt: Ist Tierhaltung in der Wohnung überhaupt erlaubt? Außerdem müsse man sich klarmachen, dass Tiere Zeit und Geld kosten, jeden Tag.

Wichtige Faktoren: Zeit und Geld

Neben Anschaffungskosten, Futter und Zubehör müssen vor allem Tierarztkosten oder eine Tierkrankenversicherung einkalkuliert werden. Was das Zeitbudget angeht: Hunde müssen jeden Tag mehrmals Gassi gehen, egal ob der Besitzer Arbeitsstress oder Grippe hat, und es hat sich noch nie ein Katzenklo oder Hamsterkäfig von selbst gereinigt.

Gutscheine erlauben reifliche Entscheidung

Um impulsive Entscheidungen für ein Tier als Weihnachtsgeschenk zu vereiteln, gilt im Tierheim Süderstraße ein Vermittlungsstop: Zwischen dem 21. und dem 27. Dezember können hier keine Tiere abgeholt werden. Stattdessen bietet der Hamburger Tierschutzverein Gutscheine an, die nach Weihnachten eingelöst werden können. „So haben alle Familienmitglieder Gelegenheit, sich ganz genau zu überlegen, ob und wie das Haustier in ihr Leben passt.“ Werde der Gutschein nicht eingelöst, werden auch keine Kosten fällig.

Niemals scheinbar günstige Tiere aus dem Internet kaufen

Den denkbar größten Gegensatz zum Fest der Liebe stellen laut Frank Weber die Praktiken von Tierhändlern im Internet dar. Wer dort ein Tier kaufe, unterstütze „in vielen Fällen ein ganz schmutziges Geschäft.“ Vor allem Hundewelpen würden in Osteuropa unter katastrophalen Bedingungen „produziert“, viel zu früh von ihren Müttern getrennt und an Zwischenhändler verkauft. Diese bringen die Tiere dann über eBay Kleinanzeigen und andere Online-Plattformen an den Mann. Auf Parkplätzen oder an Bahnhöfen werden sie mit gefälschten Gesundheitszeugnissen an ihre neuen Besitzer übergeben.

Betrügerisches Geschäft

„Die Welpen sind meist weder entwurmt noch geimpft und die Gewinnmargen sind riesig“, erklärt Tierschutz-Experte Weber. Für einen Malteserwelpen zahle ein Zwischenhändler üblicherweise 50 bis 100 Euro und verlange vom Endkunden dann 430 bis 560 Euro. Zur Übergabe würden die Welpen mit Adrenalinspritzen gedopt, sodass sie munter wirken. „Dann werden sie von Tag zu Tag schwächer und landen meist noch in der ersten Woche beim Tierarzt“. Der Verkäufer habe seine Spur in der Zwischenzeit verwischt.

Neue Regeln noch zu frisch

„Das ist eine Riesen-Mafia“, kommentiert Weber, „hier werden mehrere hundert Millionen Euro im Jahr umgesetzt“. Inwieweit einige zum 1. Oktober 2020 eingeführte neue Regelungen für den Tierhandel bei eBay Kleinanzeigen die Lage verbessern werden, könne man noch nicht absehen.

Tierheime unterstützen

Abgesehen vom Leid der Zuchtwelpen und ihrer Mütter, die als reine Gebärmaschinen gehalten würden, belaste der Online-Handel auch die Tierheime, erklärt Weber: „Anstatt einem Hund aus dem Heim ein neues Zuhause zu bieten, kaufen die Menschen Welpen im Internet, die nur zu diesem Zweck unter schrecklichen Bedingungen gezüchtet werden.“ Umgekehrt sei es den Zwischenhändlern völlig egal, an wen sie die Tiere verkaufen, während sich Tierheime mit ihren Kunden intensiv auseinandersetzen um zu prüfen, ob das Tier zu ihnen und ihren Lebensumständen passt.

Tierpatenschaft verschenken

Wer einem Kind oder Erwachsenen zu Weihnachten eine tierische Freude machen will, kann neben einem Gutschein auch eine Mitgliedschaft oder eine Tierpatenschaft verschenken – sowohl im Franziskus Tierheim als auch im Tierheim Süderstraße. Die Patenschaft wird mit einer Urkunde bezeugt, die auch direkt an den Beschenkten geschickt und guten Gewissens unter den Weihnachtsbaum gelegt werden kann.

Geschenk mit großer Wirkung

Das Tierheim Süderstraße hat diesen Monat bereits 39 Paten dazugewonnen, freut sich Pressesprecher Sven Fraass: „Monatlich nehmen wir durch Patenschaften etwa 18.000 Euro ein – eine schöne verlässliche Summe, aber doch nur ein kleiner Beitrag an den 5 Millionen Euro, die wir jährlich benötigen.“

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