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Seit zehn Jahren arbeitet René Scheer mit Schablonenkunst. Foto: René Scheer.
Seit zehn Jahren arbeitet René Scheer mit Schablonenkunst. Foto: René Scheer
Solidarität

Spatzen-Bilder für den guten Zweck

“Solidaritäts-Spatzen“ für den guten Zweck: Mit gesprühten Kunstwerken unterstützt René Scheer Eimsbütteler Unternehmen. Über 45 Vögelchen hat der Künstler bereits verschickt.

Von Marianne Bruhns
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Mittlerweile hat René Scheer schon den fünften Laden unterstützt: das Urknall in Eimsbüttel. Dafür hat er mit Schablonenkunst zehn Spatzen gesprüht. Die Kneipe hat er ausgesucht, weil sie für ihn schon immer Solidarität verkörpert. „Zum Urknall habe ich schon lange einen Bezug.“

Lange warten die Spatzen jedoch nicht auf ihr neues Zuhause. Die Aktion wird sehr gut angenommen: über 45 Bilder hat der selbst gelernte Künstler bereits verschickt. In der ersten Runde hat er drei, in der zweiten Runde sieben Spatzen gemacht – zu wenig für die Nachfragen. Mittlerweile erstellt er für jede Runde zehn Bilder.

Aktion entstand durch Zufall

Scheer ist bereits für das Tattoostudio Fräulein Tinte, die Kunstschule KRABAX, das Hafenklang und Kitchen Guerilla kreativ geworden. Die Läden sucht er zum Beispiel über sein künstlerisches Netzwerk aus. Und auch die sechste Aktion ist abgeschlossen: Die Spenden für die Spatzen gehen an Hamburger Frauenhäuser.

Die Schablone für die Spatzen. Foto: René Scheer
Die Schablone für die Spatzen. Foto: René Scheer

Wie René Scheer auf die Aktion gekommen ist? Das habe sich zufällig ergeben, erzählt er. Er postet ein Spatzenbild auf Instagram – da meldet sich der erste Interessent und will das Werk kaufen. „Weil andere das Geld zur Zeit dringender brauchen als ich, habe ich das Bild als Dankeschön für eine Spende an den Interessenten verschickt.“

Vögel bedeuten bedingte Freiheit

Eine Schablone zu schneiden dauert ein paar Stunden. Zehn Spatzen zu sprühen dauert etwa einen Tag. „Das ist eine Selbsttherapie für mich. Als Ausgleich für die angespannte Lage bei der Arbeit“, sagt Scheer. Gleichzeitig hilft er damit noch Anderen.

Für Scheer bedeuten Vögel Freiheit – eine bedingte Freiheit. Vögel sind eingeschränkt, weil sie Futter suchen und Nester bauen müssen. Sie haben ganz klare Vorgaben, was sie erledigen müssen. „Das passt zu uns Menschen. Wir erleben gerade mit den Beschränkungen auch eine ‚Nicht-Freiheit’“, so Scheer.

Engagement überrascht Läden

Das Feedback der Läden ist durchweg positiv. Einige waren sehr überrascht, dass sich jemand so für sie engagiert: „Die Leute sind ganz angetan von der Aktion und sehr dankbar.“ Auch von den Spendern bekommt der Altonaer gutes Feedback. Sie freuen sich, dass sie ein Dankeschön für ihre Spende bekommen.

Der Künstler René Scheer vor einem seiner Werke. Foto: Silke Grau
Der Künstler René Scheer vor einem seiner Werke. Foto: Silke Grau

Wer einen Spatz haben möchte, kann sich bei René Scheer melden. Dann teilt er auch den Laden oder die Einrichtung mit, an den die Spende gehen soll. Die Spendensumme beträgt mindestens 35 Euro. Weil der Altonaer als Krankenpfleger am Universitätsklinikum Eppendorf arbeitet, kann es etwas Zeit in Anspruch nehmen, bis die nächsten Spatzen fertig sind.


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