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Eva Boller

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fullscreen Verwirrung um verkaufsoffenen Sonntag in der Osterstraße
Noch ist unklar, ob am 3. Juni die Geschäfte in der Osterstraße öffnen dürfen. Foto: Robin Eberhardt

Einzelhandel

Verwirrung um verkaufsoffenen Sonntag in der Osterstraße

Eigentlich sollten am Sonntag, den 3. Juni, die Geschäfte in der Osterstraße öffnen. Der Verein Osterstraße e.V. berichtet nun, dass dieses Jahr die Läden geschlossen bleiben werden. Die zuständige Behörde erklärt hingegen, dass noch nichts entschieden sei.

Til Bernstein vom Verein Osterstraße e.V. ist sauer: “Diese Regelung ein Rahmenprogramm mit Motto mit den verkaufsoffenen Sonntagen zu kombinieren ist bescheuert!” In Hamburg dürfen die Geschäfte an vier Sonntagen im Jahr geöffnet werden.

Aber die Läden dürfen nicht einfach so öffnen, es muss ein passendes Rahmenprogramm dazu stattfinden, dass die Kunden anlocken soll.

“Politik saugt sich Themen aus den Fingern”

Am 3. Juni sollte das Motto des verkaufsoffenen Sonntags in Hamburg “Inklusion und Integration” heißen. Bernstein kritisiert, dass sich die Politik diese Themen aus den Fingern saugen würde und dass das Konzept eines Rahmenprogramms nur schwierig mit dem lokalen Einzelhandel in Einklang zu bringen sei.

Auch Arlette Andrae von Osterstraße e.V. beklagt, dass es schwierig sei zu diesem Motto eine Veranstaltung in der Osterstraße zu organisieren. Früher hätten die Geschäfte, die sich am verkaufsoffenen Sonntag beteiligen wollten einfach ein Plakat aufgehängt mit der Information “Wir sind dabei”. Heute müsste man zwingend eine Veranstaltung dazu mit organisieren, was für viele nicht leistbar sei.

Das Programm von Osterstraße e.V. sei dieses Jahr an fehlenden Finanzen und dem Mangel an organisatorischer Manpower gescheitert. Daher, so der Verein, würden am 3.6. die Geschäfte in der Osterstraße zu bleiben.

Behörde erklärt es sei noch nichts entschieden

Antje Model vom Bezirksamt Eimsbüttel erklärt hingegen, dass noch nichts endgültig entschieden sei: “Von unserer Seite aus ist alles offen.”

Bei einem Treffen in dieser Woche werden sich Vertreter von Osterstraße e.V. und der Behörde zusammensetzen und besprechen, ob der verkaufsoffene Sonntag in der Osterstraße definitiv ausfallen wird, oder nicht.

Einzelhandel leide unter Online Käufen am Sonntag

Bernstein erklärt, dass gerade der lokale Einzelhandel darunter leide, dass die Kunden am Sonntag – wenn sie Zeit haben – online einkaufen gingen. Das Gesetz, dass die Ladenöffnungszeiten regele sei nicht mehr zeitgemäß: “Wir leben nicht mehr in den alten Strukturen von früher.”

Zudem würden viele Verkäufer inzwischen gerne an einem dieser vier Sonntage arbeiten, da sie dafür einen finanziellen Ausgleich erhielten oder an einem anderen Tag dafür frei bekämen. Außerdem handele es sich ja nur um sehr wenige Sonntage im Jahr.

Karstadt in der Osterstraße und Edeka Niemerszein hatten geplant auch dieses Jahr wieder mit dabei zu sein. Andere Geschäfte in der Osterstraße, wie etwa Optiker Daniel und der Buchladen in der Osterstraße lehnen die Teilnahme generell ab – aus personal-technischen Gründen.

Kritik an Auflösung der Ladenöffnungszeiten

Gerlinde Schneider vom Buchladen in der Osterstraße erklärt: “Die Menschen haben die Möglichkeit auch zu anderen Zeiten einkaufen zu gehen. Es wurde ja gekämpft dafür, dass man wenigstens einen Tag in der Woche nicht arbeiten muss. Ich finde die Öffnung der Geschäfte am Sonntag falsch.”

Es sei ein Trugschluss, dass es sich für die Geschäfte finanziell lohnen würde am Sonntag zu öffnen. Daher sieht sie die Auflösung der Ladenöffnungszeiten kritisch.

Viele Geschäfte nehmen Motto nicht ernst

Imken Pfennigschmidt von Interiör Design erklärt, dass sie geplant hatten am 3.Juni dabei zu sein. Letztes Mal hatten sie passend zum damaligen Motto “Sport und Gesundheit” extra etwas aufgebaut. Andere Geschäfte hätten sich jedoch nicht ernsthaft an das Motto gehalten: “Viele haben das nicht ernst genommen.”

Bernstein fordert daher auch, dass die verkaufsoffenen Sonntage in Zukunft wieder ohne ein Motto stattfinden. Außerdem würden die Geschäfte davon profitieren, dass jeder Stadtteil selbst entscheiden könne, wann er die erlaubten vier verkaufsoffenen Sonntage stattfinden lasse. Dann würden die Kunden nicht hauptsächlich in die Innenstadt abwandern, wo sie sicher sein könnten, dass viele Geschäfte auch tatsächlich geöffnet haben.

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