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2019 hat Dominik Bloh "GoBanyo" mitgegründet. Foto: Alana Tongers
2019 hat Dominik Bloh "GoBanyo" mitgegründet. Foto: Alana Tongers
Obdachlosigkeit

„Von der Straße ins Schloss“: Eimsbütteler erhält Bundesverdienstkreuz

Auf der Straße leben, kein festes Zuhause haben: Dominik Bloh weiß, wie sich das anfühlt. Inzwischen engagiert er sich selbst für obdachlose Menschen – und wurde dafür nun ausgezeichnet.

Von Julia Haas

Ein Foto mit Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue ziert Dominik Blohs Instagram-Feed. Doch das ist Nebensache. Bei seinem Besuch in Berlin geht es Bloh darum, dass Obdachlosigkeit an Sichtbarkeit gewinnt. Dass die Probleme, die Menschen auf die Straße zwingen, bekämpft werden.

Er selbst setzt sich dafür seit mehreren Jahren ein. Jetzt hat Bloh das Bundesverdienstkreuz bekommen.

„Mitmenschlichkeit leben“

Am Montag hat Bundespräsident Steinmeier zum Tag des Ehrenamts 15 Menschen mit dem Orden ausgezeichnet. Im Fokus der Verleihung stand das Motto: „Mitmenschlichkeit leben: Wege aus der Armut schaffen“.

Krass und sehr besonders sei das gewesen, resümiert Bloh einen Tag nach der Verleihung. Und immer wieder: „Von der Straße ins Schloss“. Bloh lebte selbst mehrere Jahre auf der Straße, weiß, wie es ist, kein festes Zuhause zu haben.

Waschen ist Würde

Aus seinen eigenen Erfahrungen heraus hat Bloh 2019 „GoBanyo“ mitgegründet – ein Projekt, das obdach- und wohnungslosen Menschen den Zugang zu Sanitäranlagen ermöglicht. Ganz nach der Devise: „Waschen ist Würde“.

Vor drei Jahren hat die Hamburger Hochbahn den Initiatoren von „GoBanyo“ einen ausrangierten Linienbus gespendet. Bloh und seine Mitstreiter bauten den alten Mercedes um und statteten ihn mit drei Badezimmern aus – inklusive Dusche, Toilette, Waschbecken sowie eines wasserdichten Schranks mit Steckdose. Über 20.000 Mal wurde der Duschbus bislang genutzt. Fünfmal pro Woche macht er an drei verschiedenen Standorten in Hamburg Halt und steht seinen Besucherinnen für je vier Stunden offen.

Dominik Bloh: Obdachlosigkeit beenden

Während der Pandemie ergänzte ein Duschdorf das Angebot. Es war zunächst vor dem Millerntor-Stadion in St. Pauli, später in der Glacischaussee in der Neustadt stationiert. Im November stellten die Betreiber die stationäre Duschanlage ein. „Jetzt fokussieren wir uns wieder auf die mobilen Duschen“, sagt Bloh.

Dominik Bloh freut sich, dass das Projekt nun eine Plattform auf Staatsebene bekommen hat. „Es macht die Themen, für die wir einstehen, sichtbar.“ Am Ziel sieht er sich damit aber nicht: „Wir müssen Obdachlosigkeit beenden, es reicht nicht, wenn wir nur die Symptome angehen.“

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